
Schon von außen macht der italienische
Sportkombi was her. Ein Laster mit sportlicher Eleganz, aber beileibe kein Lastesel.
Elegante Linien zieren ihn vom verchromten Dreieck im Kühlergrill bis hin zum fast
coupéhaften Heckabschluss mit Kombiheckklappe. Bis zur B-Säule ist der Sportwagon mit
Alfa Romeos Erfolgsmodell 156 identisch. Das Heck ist eigenständig gezeichnet. Erst die
Rückleuchten verraten wieder die Verwandtschaft zur 156er Limousine.
Motorisiert war unser Alfa Romeo Sportwagon
mit dem 2-Liter-TwinSpark-Aggregat. Die Perlglanz Metallic-Lackierung Azzurro Nuvola
besticht mit ihren changierenden Farben von leicht hellblau bis zu einem tiefen
Perlmutt-Gold-Schimmer in Licht der untergehenden Sonne. Leider kommt die Farbe auf Fotos
nicht annähernd zur Geltung.

Das seitlich versetzte Nummernschild vorne
hat bei Alfa Traditionen. Die 4,43 m lange, 1,75 m breite und 1,42 m hohe Kombi-Karosserie
ist sehr aerodynamisch gezeichnet und bietet mit 0,30 einen ausgezeichneten cW-Wert.
Bügelgriffe gewähren vorne Zugang zum Innenraum, die hinteren Griffe sind in die
Karosserie integriert.

Bequem ist der Einstieg durch vier Türen.
Straffe, sportlich konturierte Sitze bieten vorne ausreichend Seitenhalt. Hinten sind auch
die Außenplätze gut konturiert und bieten Langstreckenkomfort. Der mittlere Platz ist
eher nur für Notfälle gedacht, hier gibt es auch nur gegen Aufpreis Drei-Punkt-Gurt und
Kopfstütze. Die Kopfstütze kann dann allerdings in der Rückbanklehne versenkt werden,
dass sie nicht stört, wenn man sie nicht braucht. So richtig gut ist der Blick nach
hinten durch die Heckscheibe aber trotzdem nicht.
Das dynamische Erscheinungsbild mit dem
früh in den Heckklappe übergehende Dach kostet natürlich Laderaum. Zwischen 360 und
1.180 Litern Gepäck fasst der Laderaum kein Klassenprimus, aber wer nur auf den
Nutzwert schaut, kauft sich ohnehin keinen Alfa. Diese Konstruktion der Heckklappe
ermöglicht aber auch sehr groß Gewachsenen, sich problemlos unter der hoch
aufschwingenden Klappe zu bewegen.

Die Ladekante ist mit 68 cm für einen
Kombi recht hoch, die Stufe dahinter erleichtert das Einladen schwerer Güter keinesfalls.
Die Rückbanklehne ist asymmetrisch geteilt, mit den breiteren Teil rechts, um auch breite
Gegenstände bis zum Armaturenbrett durchladen zu können. Kleine Fächer fassen den
lästigen Kleinkram, der damit nicht mehr im Kofferraum rumfliegt.

Klassische Rundinstrumente führen die
sportliche Linie im Innenraum fort. Ansonsten ist das Armaturenbrett eher zurückhaltend
gestylt und erdrückt den Fahrer nicht. Analoge Anzeigen sind hier kombiniert mit
digitaler Anzeige von Außentemperatur, Tages- und Gesamtkilometern sowie dem Check Panel
für geöffnete Türen und defekte Scheinwerfer. Die sparsame Instrumentierung lässt den
Fahrer jederzeit den Überblick behalten oder vielmehr durch die logische Anordnung
den Blick auf der Straße belassen. Anzeigen sind schnell erfasst, Schalter lassen sich
blind bedienen. Materialanmutung und Verarbeitung stimmen. Lederlenkrad und
schaltknauf sowie die Mittelkonsole in Titan-Optik sind Serie, wahlweise bekommt man
ohne Aufpreis auch Mahagoni-Optik. Die Lederinnenausstattung mit Ledersitzen und Leder in
den Türverkleidungen kostet Aufpreis. Ablagefächer sind in ausreichender Anzahl
vorhanden.
Die Serienausstattung kann sich insgesamt
sehen lassen. Sie umfasst fast alle Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens inklusive
elektrisch einstellbarer Außenspiegel, funkfernbedienter Zentralverriegelung und
Klimaautomatik. Einen Spiegel gibt es leider nur in der Sonnenblende des Beifahrers.

Der 2-Liter-Benziner im Sportwagon ist ein
Vierzylinder-Vierventiler mit der charakteristischen Doppelzündung mit vier Zündspulen
und acht Zündkerzen, daher der Name "Twin Spark". Er leistet 150 PS. Zwei
Ausgleichswellen sorgen für eine Laufruhe, wie sie nur wenige Vierzylinder-Motoren
besitzen. Kultiviert und vibrationsarm ist er auch beim leichteren Gas geben nur zu
erahnen.
Die insgesamt knackig kurze
Getriebeübersetzung der manuellen Fünfgang-Schaltung ermöglicht einen flotten Antritt.
Die Schaltung ist präzise, die Schaltwege sportlich kurz. Für den sportlichen Durchzug
braucht er Drehzahl. Sein maximales Drehmoment von 181 Nm liegt erst bei 3.800 U/min. an.
Dennoch ist er nicht nur für sportlichen Antritt gut, sondern auch fürs gelassene
Fahren.
Von Null auf Tempo 100 braucht der
Sportwagon 2.0 gute 9 Sekunden. Bei 214 km/h ist seinem Vortrieb das Ende gesetzt. Beim
Verbrauch wird die sportliche Ausrichtung des Motors deutlich. Im kombinierten Verbrauch
nach EU-Norm verbraucht er 9 Liter Superbenzin auf 100 km. Außerstädtisch bei
ökonomischer Fahrweise liegt er mit 6,9 Litern je 100 km auch nicht schlecht.
Innerstädtisch kommt er trotz ökonomischer Fahrweise gerade auf 12,6 Liter (alles
Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die gängige Abgasnorm Euro 3.
Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne
innenbelüftet) sprechen spontan an, sind kräftig und gut dosierbar. Sie bringen den
Wagen auch auf schneller Fahrt in Notfällen sicher zum Stand. ABS, elektronische
Bremskraftverteilung und 205/60er Reifen auf 15-Zoll-Felgen optimieren die Wirkung der
Bremsen.

Die Straßenlage ist eines der absoluten
Highlights am Sportwagon. Auf der Straße macht er seinem Namen alle Ehre. Spurtreu und
mit tadellosem Geradeauslauf überzeugt er auf geraden Strecken. Sportlich agil und
dynamisch meistert er jede Biegung. Die Lenkung ist herrlich direkt, vermittelt
ausreichend Fahrbahnkontakt und die helle Freude beim Fahren. Kurvenfreudig zieht
er seine Bahn, untersteuert auch in sehr flotten Kurven kaum. Zielgenau folgt der
Sportwagon den Lenkbefehlen des Fahrers. Plötzliche und doppelte Spurwechsel vollzieht er
leichtfüßig und sicher.
In der Federung ist er eher straff
abgestimmt, ohne jedoch unkomfortabel zu sein. Verfügbar ist zudem eine hydropneumatische
Niveauregulierung mit tiefer gelegtem Fahrwerk (Aufpreis 958 Mark). Sie passt die
Hinterachse des Fahrzeugs automatisch an geänderte Lastverhältnisse an, so dass der
Wagen bei jedem Beladungszustand ideal auf der Straße liegt.
Die verwindungssteife Karosserie mit
Seitenaufprallschutz, gezielten Karosserieverstärkungen und computerberechneten
Knautschzonen wird zur erhöhten Sicherheit serienmäßig ergänzt durch Kopfstützen und
Drei-Punkt-Gurte auf allen Außenplätzen, vier Airbags für die Frontpassagiere,
Laderaumabdeckung und Gepäcktrennnetz. Front- und Seitenairbags gehören zur
Serienausstattung, Kopfairbags sind gegen Aufpreis (665 Mark) verfügbar. Die dritte
Kopfstütze und der Dreipunkt-Gurt auf dem Mittelsitz hinten kosten Aufpreis, dafür ist
die Kopfstütze aber versenkbar und behindert damit die Sicht nach hinten durch das
relativ kleine Fenster nicht unnötig.

Ab 43.811 Mark steht der Alfa Romeo
Sportwagon in der Preisliste mit 1,6-Liter-TwinSpark-Motor. Die 2-Liter-Variante gibt es
ab 50.460 Mark. Damit ist er auch preislich eine Alternative zu den durchweg teureren
deutschen Kombis in diesem Segment.
Die Serienausstattung lässt dafür nicht
viele Wünsche offen. Von den kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens von
elektrischen Fensterhebern rundum und elektrisch einstellbaren Außenspiegeln bis hin zur
serienmäßigen Klimaautomatik und der funkfernbedienten Zentralverriegelung.
Die Perlglanz Metallic-Lackierung Azzurro
Nuvola (2.660 Mark), Leder-Innenausstattung (2.093 Mark) und das Cassetten-Radio (841
Mark) kosten extra. Das Gepäcktrennnetz oberhalb der Laderaumabdeckung sowie die
Laderaumabdeckung sind Serie, ein zusätzliches Netz zum Sichern von Ladung im Gepäckraum
sowie den Trennnetz unterhalb der Laderaumabdeckung gibt es gegen Aufpreis (244 bzw. 352
Mark).
Zwei Jahre Garantie inkl. Mobilitätsservice gewährt Alfa
Romeo, dazu kommen acht Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung und drei Jahre auf den
Lack. Anschlussgarantien gibt es gegen Aufpreis. Versicherungsmäßig ist der Alfa
Sportwagon in die Typklassen 14 / 22 / 32 (KH / VK / TK) eingestuft. |