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Über das Design der Karosserie mag man
ja geteilter Meinung sein, aber die elegant gezeichnete Linienführung mit verspielten
Akzenten wie den vorderen Blinkern zieht die Blicke auf sich. Modern und bei aller
Funktionalität elegant und gleichzeitig dynamisch, insgesamt stimmig und wie aus einem
Guss präsentiert sich die 4,84 m lange Münchener Limousine. Seit dem Sommer 2003 ist sie
auf dem Markt. Nun fuhr der 5er zum Test vor als 530i in der
Top-Sechszylinder-Motorisierung und der Metallic-Lackierung Olivin.

Größer ist sie geworden, die neue Obere
Mittelklasse von BMW: 7 cm länger, 4 cm breiter und 3 cm höher. Um fast 6 cm wuchs der
Radstand auf 2,89 m, was mehr Raum für die Passagiere verspricht. Vier Türen bieten
ausgezeichneten Zugang zu den straffen, aber nicht unkomfortablen Ledersitzen. Reichlich
Platz haben die Insassen in beiden Sitzreihen. Die Vordersitze und die hinteren
Außenplätze sind deutlich konturiert und bieten guten Seitenhalt. In der Mitte sitzt man
dafür natürlich mehr wie das fünfte Rad am Wagen. Die Übersicht über die große
Karosserie geht vom Fahrersitz einigermaßen in Ordnung, die optionale Einparkhilfe für
vorne und hinten ist dennoch eine wertvolle Hilfe. Der Gepäckraum ist riesig und gut zu
beladen. Die Wendematte im Kofferraum erlaubt das problemlose Transportieren feuchter
Sachen, Verzurrösen erleichtern das Sichern der Ladung. Ein Netzfach seitlich fasst
Kleinkram, der nicht im Gepäckabteil rumfliegen muss. Wer seinen Wagen mit Reifen mit
Notlaufeigenschaften bestellt, bekommt unter dem Kofferraumboden ein zusätzliches
Staufach, da das serienmäßige Notrad entfällt.

Die Verarbeitung ist innen wie außen
topp, hochwertige Materialien wurden im Innenraum erstklassig verarbeitet. Vom Ambiente
her wirkt der 5er BMW eher sportlich funktional. Die Anzahl der Schalter und Anzeigen ist
überschaubar, gut zu erreichen und zu bedienen, Zusatzfunktionen betätigen Fahrer oder
Beifahrer über das aus dem 7er bekannte iDrive mit einem silbernen Controller-Knopf auf
dem Mitteltunnel zwischen den Vordersitzen. Fächer und Ablagen finden sich reichlich
vorne wie hinten: ein Handschuhfach, ein Fach im unteren Armaturenbrett seitlich vom
Lenkrad, ein Fach im Mittelteil des Armaturenbrettes, Fächer in allen vier Türen,
Taschen an den Rückseiten der Vordersitze, Fächer in den Armlehen vorne und hinten und
ein Netz im Fußraum des Beifahrersitzes. Getränkedosenhalter vorne gibt es nur gegen
Aufpreis, hinten können sie aus der Armlehne herausgeklappt werden.

Der 530i kommt in der Grundausstattung
mit all den kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie funkfernbediente
Zentralverriegelung mit Heckklappenöffnung im Funkschlüssel, elektrische Fensterheber
vorn und hinten, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel,
Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit Mittelausströmern hinten, Wärmeschutzverglasung,
Regensensor, Fahrlichtsteuerung und einem Radio mit CD-Spieler. Ebenso zur
Serienausstattung gehört das aus dem 7er BMW bekannte, aber für den 5er verbesserte
iDrive, über den sich Zusatzfunktionen bedienen und steuern lassen, mit einem farbigen
Control Display.

Dennoch ist die Liste der möglichen Extras lang, luxuriös und teuer: Bi-Xenon-Licht für
Abblend- und Fernlicht inklusive dynamischer Leuchtweitenregulierung und (als weiteres
Extra) mit Adaptivem Kurvenlicht, ein Durchladesystem mit asymmetrisch geteilt umlegbarer
Rückbanklehne und Skisack, höchst individuell elektrisch einstellbare
Komfort-Vordersitze mit Memory-Funktion und aktiven Kopfstützen sowie Sitzheizung vorne
und hinten, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik mit erweitertem Umfang (u. a. mit automatischer
Umluft-Kontrolle, automatischer Temperaturregelung und Luftverteilung), das elektrisch
verstellbare Sportlederlenkrad mit Lenkradheizung, DVD-Navigationssystem und
Sechsfach-CD-Wechsler (im Handschuhfach), Tempomat mit aktiver Geschwindigkeitsregelung
(Abstandstempomat), Autotelefon mit Freisprecheinrichtung, elektrisches
Glas-Schiebe-Hebedach, elektrisches Sonnenschutzrollo an der Heckscheibe und Alarmanlage.
Innen- und Außenspiegel blenden automatisch ab, die Außenspiegel verfügen über eine
Anklappfunktion.

Der 3-Liter-Sechszylinder-Motor mit 231
PS ist aus anderen Baureihen der bayerischen Mittelklasse gut bekannt: Ein Muster an
Laufruhe und Laufkultur, mit hervorragendem Antritt, ausgezeichnetem Durchzug und sehr
ausgeglichener Leistungsentfaltung über das gesamte Drehzahlband. Schon bei 1.000 Touren
liefert er ein Drehmoment von fast 230 Nm, das Maximum von 300 Nm liegt bei 3.500 U/min.
an.
Das hervorragend abgestufte
Sechsgang-Automatikgetriebe schaltet zügig, sauber und kaum spürbar und überträgt die
Motorkraft ohne große Verzögerung auf die Hinterräder. Trotz Automatik ist der 530i
sehr spritzig: Die Beschleunigung von Null auf Tempo 100 schafft der 530i mit
Automatik-Getriebe nur unwesentlich langsamer als eine Version mit Sechsgang-Schaltung
(8,9 bzw. 8,8 Sekunden). Der Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h stehen dafür aber beim
manuellen Schaltgetriebe abgeregelte 250 km/h gegenüber. Auch beim Verbrauch sind die
Unterschiede zum Schaltgetriebe nicht so groß, hier fällt bei beiden ein
Sechszylinder-Zuschlag vor allem in der Stadt an. Mit 14,2 Litern Super Plus je 100 km ist
man innerorts dabei (Schaltgetriebe: 14,1), 7,5 Liter sind es außerorts (7,0) und 9,9
Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben) ökonomische
Fahrweise vorausgesetzt, zu der dieser Wagen aber nicht gerade Weise animiert. Optimiert
ist der Motor auf Super Plus, man kann aber durchaus mit Einbußen bei der
Leistungsfähigkeit und höherem Verbrauch allerdings auch Super- oder Normalbenzin
tanken. Der Motor erfüllt wie alle Motoren im 5er-Programm die Abgasnorm
EU4.

Der Hecktriebler besticht durch
tadellosen Geradeauslauf ebenso wie durch die sehr direkt ausgelegte, präzise Lenkung,
die seinen sportlichen Charakter unterstreicht. Dank des langen Radstandes von 2,89 m
liegt er satt, ruhig und spurtreu auf der Straße, der Wendekreis ist akzeptabel für
seine Größe. Die Lenkung in Verbindung mit dem strafferen Fahrwerk vermittelt guten
Fahrbahnkontakt.

Durch eine gleichmäßige
Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterachse ist er perfekt ausbalanciert.
Doppelgelenk-Vorderachse und Integral-Hinterachse sind aus Aluminium gefertigt. Das ist
Teil eines Leichtbau-Konzepts, das in Mischbauweise Aluminium- und Stahlstrukturen
kombiniert. Wobei der 530i dank seiner üppigen Ausstattung trotzdem satte 1.580 kg mit
sich herum trägt. Beim Fahren spürt man allerdings nichts von dem Gewicht: Die Masse
bewegt sich dank des Fahrwerks dynamisch und agil, dass flotte Kurvenfahrten die wahre
Freude sind. Sicher und spurtreu kriegt er auch bei hohen Geschwindigkeiten die Kurve,
ohne dass das serienmäßige Stabilitätsprogramm DSC eingreifen müsste. Kritische
Fahrsituationen entschärft das DSC innerhalb der Grenzen, die die Fahrphysik setzt. Der
Grenzbereich liegt sehr hoch und wird rechtzeitig durch ein leichtes Untersteuern
angekündigt. Leichtfüßig meistert unser Testwagen plötzliche Spurwechsel und trotz
auch dem Elch. Den Slalom absolviert er zügig, sauber und auf einer klaren Linie.

Die elektronisch gesteuerte Aktivlenkung
arbeitet mit variabler Lenkübersetzung und Lenkkraftunterstützung, um die nötigen
Lenkkräfte den Anforderungen der Fahrtgeschwindigkeit anzupassen, was mehr Sicherheit und
Präzision bei sportlicher Fahrdynamik und Agilität gewährleistet. Dynamic Drive mit
seinen aktiven Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse reduziert über elektronisch
geregelte hydraulische Elemente die Querneigung zum Beispiel bei Kurvenfahrten und
stabilisiert damit den Wagen. Verringerte Wankbewegungen verbessern die Zielgenauigkeit
bei Lenkmanövern und tragen damit zu einem sichereren Fahrverhalten bei.
Die Bremsanlage verfügt über
großdimensionierte Bremsscheiben (rundum innenbelüftet), die im Notfall das Fahrzeug
schnell und sicher zum Stand bringen. "Winterschuhe" trug unser Testwagen auf
Leichtmetallrädern, die bei der Topmotorisierung (545i) Serie sind:
17-Zoll-Doppelspeichen-Räder mit 225/50er Winterreifen anstelle der serienmäßigen
16-Zoll-Räder mit 225/55er Bereifung. Etwas straffer vielleicht noch als mit den
Serienreifen liegt er damit auf der Straße. Insgesamt ist er sportlich-straff gefedert,
dabei aber nicht unkomfortabel.

Passive Crash-Sicherheit bieten die
hochfeste, verwindungssteife Aluminium-Stahl-Karosserie, ein Stoßfängersystem mit
auswechselbaren Verformungszonen vorne und hinten (bis 15 km/h) und integrierter
Seitenaufprallschutz. Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen gibt es auf allen Sitzplätzen,
aktive Kopfstützen vorne sind nur beim Extra "Komfort-Sitze" ab Werk dabei.
Front- und Seitenairbags vorne sowie Kopfairbags für vorne und hinten gehören zur
Serienausstattung, die Seitenairbags hinten kosten Aufpreis. Die Reifen-Pannen-Anzeige und
Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf den Außenplätzen hinten sind serienmäßig an Bord.
An aktiven Fahrwerksregelsystemen hat BMW dem 5er serienmäßig alles mitgegeben, was man
in einem Auto dieser Klasse heute erwarten darf: Das reicht vom ABS und der
Antriebsschlupfregelung über das elektronische Stabilitätsprogramm DSC und dem
Bremsassistenten DBC bis hin zur Kurvenbremskontrolle CBC, der Aktiven Lenkung und dem
Dynamic Drive. Zur Sonderausstattung zählen die Bi-Xenon-Scheinwerfer, das Adaptive
Kurvenlicht und die Alarmanlage.

Ab 35.500 Euro steht der aktuelle 5er in
der Preisliste der Händler, der 530i als zweitstärkste Motorisierung schlägt mit 41.100
Euro zu Buche. Dazu kommen natürlich noch reichlich aufpreispflichtige Extras in unserem
Testwagen wie zum Beispiel Metallic-Lackierung, Automatik-Getriebe, Bi-Xenon-Licht,
Adaptives Kurvenlicht, Komfort-Sitze mit allen Extras, Abstandstempomat oder
DVD-Navigationssystem.
Der BMW-Händler gibt zwei Jahre Sachmängelhaftung auf
dem Neuwagen. BMW gibt zwei Jahre Garantie auf den Lack und sechs Jahre auf die Karosserie
gegen Durchrostung. Einen Mobil-Service gibt es lebenslang bei regelmäßiger Wartung.
Eine Service-Intervall-Anzeige zeigt die nächste fällige Inspektion oder den fälligen
Ölwechsel an. Die Intervalle berechnen sich aus Einsatz und Fahrweise, das Ganze nennt
sich bei BMW "Condition Based Service". Die Versicherungen stufen das Modell in
die Typklassen 19 / 23 / 23 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung) ein.
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