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Chrysler
hatte im Jahr 2004 sein imposantes Flagschiff technisch vollkommen
umgekrempelt und ein neues Modell auf die Räder gestellt. Leichte
optische Retuschen und technische Verbesserungen zum Modelljahr 2008
ändern aber nichts an seiner beeindruckenden Erscheinung: Gediegen,
wuchtig, kantig und Respekt einflößend kommt der Chrysler 300 C
daher. Selbstbewusstsein demonstriert der 5,02 m lange und 1,88 m
breite amerikanische Vertreter der oberen Mittelklasse. Ob zu Recht,
zeigte eine Ausfahrt.
Der
Innenraum ist bei einem Abstand von mehr als drei Metern zwischen
den beiden Achsen mehr als geräumig. Fond-Passagiere können sich
nach Lust und Laune ausbreiten. Die Ledersitze sind ausgesprochen
bequem. Bei den Ablagen im Innenraum war man dagegen eher zurückhaltend.
Das Handschuhfach macht einem Kleinwagen alle Ehre gerade mal
Platz für das Scheckbuch. Dafür ist das Kofferraumvolumen mit 504
Litern durchaus ausreichend bemessen. Großzügig ist auch die
Ausstattung: ein Audiosystem mit Radio und CD/DVD (für die Benziner
inkl. Festplatten-Navigationssystem), Zwei-Zonen-Klimaautomatik,
Parkassistent hinten, Regensensor und Tempomat sowie
Xenonscheinwerfer gehören bei allen Motoren zur Serienausstattung.
Eben
durch und durch ein Reisewagen nach amerikanischem Geschmack. Und
noch etwas bleibt ur-amerikanisch im Chrysler 300 C: Der
5,7-Liter-HEMI-V8-Motor (HEMI steht für hemispherically-shaped
combustion chambers, also die halbkugelförmigen Zylinderköpfe
des Motors) bietet mit 340 PS Hubraum und Kraft satt. Mit seinem
maximalen Drehmoment von 525 Nm beschleunigt der mit 1,9 t nicht
gerade leichtgewichtige Amerikaner in wirklich sportlichen 6,4
Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird
bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Dabei schaltet das Fünfstufen-Automatikgetriebe
zügig und ruckfrei. Triebwerksgeräusche sind selbst beim
Kavaliersstart innen kaum vernehmbar.

Bei
diesen Motorwerten weiß jeder: das Auto kann nur großen Durst
haben. Nach Werksangaben soll er zwar mit 12,1 Litern Superbenzin im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm auskommen (unter Idealbedingungen
auf dem Rollenprüfstand), im täglichen Leben dürften aber
deutlich höhere Werte realistisch sein. Mit nur rund 70 Litern
Tankinhalt kommt man damit nicht weit ... Eine technischer
Raffinesse erlaubt bei gelassener Fahrweise einen moderateren
Spritverbrauch: Wenn die volle V8-Leistung nicht benötigt wird,
werden unmerklich für die Passagiere nur vier Zylinder mit
Kraftstoff versorgt, die restlichen vier Brennräume mit einer
schlauen Mechanik lahm gelegt. Chrysler nennt diese nicht ganz neue,
aber immer noch einzigartige Technik Multi-Displacement-System (MDS).
MDS reduziert den Kraftstoffverbrauch abhängig von Fahrweise und
Fahrzeugeinsatz um bis zu 20 Prozent. Der Motor erfüllt die
Abgasnorm EU4 und produziert 288 g je km.

Ebenfalls
im Motorenprogramm ist der 3.0 CRD,
ein 218 PS starker Common-Rail-Diesel, der aus der gemeinsamen Zeit
mit der Marke Mercedes als DaimlerChrysler AG stammt. Topmotor der
Baureihe ist ein 6,1 Liter großer HEMI-V8-Motor (SRT8, was für
Street and Racing Technology und den Achtzylinder steht) mit
431 PS.
Der
Vorderrad-Antrieb aus dem Vorgänger 300 M ist Vergangenheit, der
300 C hat Heckantrieb. Die Gewichtsverteilung ist dadurch
nahezu ausgeglichen (53 zu 47 Prozent). Das Fahrwerk des Amerikaners
stammt von der Stuttgarter E-Klasse ab. Im Handling glänzt der
Nahezu-Zweitonner mit einer Agilität, die fast an die eines
Kompaktwagens heranreicht. Von Größe und Gewicht der Karosserie
ist auf kurvigen Pisten jedenfalls kaum etwas zu spüren. Nun ja,
beim Einparken und Rangieren bemerkt man dann ja doch seinen großen
Wendekreis, was aber bei einem Radstand von über 3 Metern und
Spurbreiten von über 1,60 m nicht verwundern sollte. Radstand und
Spurbreite begünstigen dafür aber einen sehr guten Geradeauslauf
und eine satte Straßenlage.
Die eher
direkt ausgelegte Lenkung, die auch um die Mittellage sehr gut
anspricht, und der Hinterachsantrieb vermitteln ein schon eher
sportliches Fahrgefühl. Dabei ist die Feder-Dämpfer-Abstimmung
ganz auf Fahrkomfort getrimmt, ohne jedoch irgendwie unsicher oder
schwammig zu wirken. Solide und spurtreu zieht er sein Linie auch in
flotteren Kurven. Serienmäßig steht der 300C in allen
Motorvarianten auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit Reifen im Format
225/60. Gute Traktion und Fahrstabilität gewährleisten sie ebenso
wie Fahrkomfort. Die Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet)
verzögern schnell und standfest.
Passive
Sicherheit bieten den Insassen die Aufprallenergie kontrolliert
abbauende Karosserie mit Sicherheitsfahrgastzelle und Stahlverstärkungen
in den Türen, Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf allen fünf
Sitzplätzen, mehrstufig auslösende Frontairbags, Seitenairbags
sowie Fensterairbags für vorne und hinten. An aktiven Helfern hat
der 300 C ABS mit Bremsassistent, Traktionskontrolle und ESP an
Bord. Das serienmäßige Reifendruck-Kontrollsystem ermöglicht die
Montage von Reifen mit Notlaufeigenschaften. Auch eine Alarmanlage
gibt es serienmäßig.
Der
Chrysler 300 C ist ab 39.890 Euro zu haben, der HEMI steht ab 53.590
Euro in den Preislisten und für den SRT8 muss man ab 61.290 Euro
auf den Tisch legen. Aufpreis kostet bei der Basisversion wahlweise
ein Comfort-Paket oder ein Luxury-Paket, deren Features schon bei
den beiden Achtzylindern zur Serienausstattung gehören. Zwei Jahre
Herstellergarantie gibt es ab Erstzulassung, eine vierjährige
Anschlussgarantie (für weitere 100.000 km) gibt es kostenlos dazu
(6-Jahre-Rundum-Sorglos-Garantie). Sieben Jahre Garantie gibt es auf
die Karosserie gegen Durchrostung, den Chrysler Privilege Service
(europaweite Mobilitätsgarantie) gibt es für zwei Jahre ab
Erstzulassung gemäß Garantiebedingungen.
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