Klein ist er, aber als Hingucker ist er ja doch eher einer von den Großen. Was ihm an
innerer Größe fehlt, macht er durch sein niedliches Vier-Augen-Gesicht ganz locker
wieder weg. Sein Name tut ihm schwer unrecht, denn er ist mehr "Wölfchen" im
Schafspelz: Herzig, klein und niedlich und man muß ihn irgendwie gern haben. Trotz seiner
kleinen Karosserie vermittelt er aber auch dank der breiten C-Säule ein
gehöriges Maß an Solidität und Sicherheit. Vom Design her ein gelungener Wurf!

Wir fuhren den Lupo 1.0 mit 50 PS-Motor in der
Basisausstattung. Platz haben dem 3,53 m langen, 1,64 m breiten Gefährt vorne auch
großgewachsene Menschen ohne Probleme. Eine Karosserie von 1,46 m Höhe machts
möglich. Den Einstieg in den Fond des Zweitürers vereinfachen die Easy Entry-Sitze, die
es im Basis-Lupo nur im "Vario Plus"-Paket als Sonderausstattung gibt. Auf der
ungeteilten Rückbank finden drei Leute Platz. Wahlweise kann man die Rückbank auch mit
zwei Sitzen, dafür aber mit mittig geteilter Lehne bekommen. Kopfraum ist auch hier dank
der weit nach hinten gezogenen Dachlinie reichlich vorhanden, nur an den Knien wird es
eng, wenn Fahrer und Beifahrer ihre Sitze weiter zurückgefahren haben. Die
Ellenbogenfreiheit auf den Rücksitzen entspricht dem, was man in solch einem kleinen Auto
erwarten darf.
Das Cockpit ist einfach, aber
wirkungsvoll und hochwertig gestaltet. Nicht nur außen am Lupo blicken einen Augen an:
Zwei große Rundinstrumente schauen durch die Lenkradspeichen auf den Fahrer. Die
Instrumente erinnern ein bißchen an den Beetle ebenso wie der
"Wickeltisch" vor der flach nach vorne laufenden Frontscheibe und die Auswahl
der Materialien an der Instrumententafel.
Passend zur Außenfarbe ist auch das
Styling im Innern: In Rot und Grau ist die Stoffe der straff gepolsterten Sitze gehalten
und rot umrandete Fußmatten schützen den Boden.
Die Anzeigen sind übersichtlich, die
Schalter alle gut zu erreichen. Die Regler für Heizung und Gebläse sitzen vielleicht ein
wenig tief. Gefehlt hat bei sommerlich warmen Temperaturen eigentlich nur die Klimaanlage,
die aber gegen Aufpreis als Sonderausstattung durchaus zu haben ist.
Ablagefächer sind reichlich vorhanden: in der
Mittelkonsole, in den Türen, ein breites Ablagefach anstelle eines Handschuhfachs (für
den Autoatlas) und Taschen hinter den Vordersitzen. Weniger Stauraum bietet dagegen der
Kofferraum. Der eignet sich weniger für einen Koffer als für eine Reisetasche. Gerade
130 Liter faßt er im Fünfsitzer, nur zehn Liter mehr als Viersitzer. Gut, daß
wenigstens die Ladekante von innen mit Kunststoff überzogen ist, sonst würden die
Einkaufskisten, die nur mit ein bißchen Hauruck unterzubringen sind, häßlicher Kratzer
im Lack hinterlassen. Bei umgeklappter Rücklehne faßt der Laderaum immerhin 830 Liter.
Ganz ordentlich für einen Kleinwagen von nur 3,53 m Länge.

Aufpassen müssen beim Kofferraum beladen
allerdings große Leute, denn auch wenn auf den vorderen Sitzen Passagiere von 1,90 m
Länge genügend Kopffreiheit haben: Unter der Heckklappe müssen sie den Kopf einziehen,
sonst gibt es eins auf die Rübe.
Der Einliter-Motor ist kein Renner, aber
das will er mit 50 PS auch nicht sein. Aus dem Stand auf Tempo 100 braucht er 17,9
Sekunden. Für einen spritzigen Antritt sind vor allen die beiden untersten Gänge zu lang
übersetzt. In den oberen Gängen nimmt er williger Gas an und beschleunigt dank kürzerer
Getriebeübersetzung spontaner. Sein maximales Drehmoment von 86 Newtonmetern erreicht er
auch erst spät bei 5.000/min.
Ansonsten ist der Lupo mit dem kleinen
Motor völlig ausreichend motorisiert. Die Höchstgeschwindigkeit von 152 km/h ist auch
auf langen Touren nicht zu wenig. Dabei gibt er sich beim Spritverbrauch sehr genügsam:
5,8 Liter Superbenzin (Herstellerangabe) auf 100 km im gemischten Verbrauch sind durchaus
zu schaffen, wenn man gemäßigt fährt, früh schaltet und nicht ständig die Drehzahlen
hochjubeln läßt. Bei "leichten Leistungseinbußen" (O-Ton Volkswagen) fährt
er auch auf Normalbenzin und das gut und preiswert.
Butterweich und präzise schaltet die Fünfgang-Schaltung
rauf und runter. Schade, daß man sie so wenig braucht, denn schaltfaules Fahren nimmt der
Motor keinesfalls übel. Auch aus mittleren Drehzahlregionen kommt er ganz gut hoch.
Willig legt er vor allem in höheren Drehzahlbereichen an Geschwindigkeit zu und zieht ab,
daß es auch den Tankwart freut, denn damit steigt der Verbrauch des ansonsten sehr
sparsamen Lupo natürlich an: im Schnitt kostete der sportlichere Fahrstil aber trotzdem
nur 6,7 Liter (Normalbenzin) auf 100 km. Leider ist der Tank mit 34 Litern ziemlich klein,
so daß man trotz des niedrigen Verbrauchs recht häufig tanken muß, wenn man noch nicht
auf Reserve fahren will.

Freude bereitet die direkte Lenkung, die
servounterstützt den Lupo spielend leicht rangieren läßt. Zielgenau läßt sich der
Lupo damit bei jeder Geschwindigkeit problemlos dirigieren. Gute Bodenhaftung hat er auch
dank der sportliche 14 Zoll-Felgen mit 185/55er Bereifung. Das schlägt sich zum einen im
Fahrverhalten wider: Nur in wirklich richtig zu schnell gefahrenen Kurven schiebt er
harmlos über die Vorderräder, bleibt aber ansonsten völlig neutral und narrensicher im
Fahrverhalten. Auch beim Bremsweg kann Volkswagens Kleinster punkten: Die Bremsen
(innenbelüftete Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen mit automatischer Nachstellung
hinten und Bremskraftverstärker) bringen den Wagen prompt und spurtreu in kürzester Zeit
auch aus Tempo 100 zum Stehen.
Die breiten Reifen begünstigen
allerdings auch eine härtere Straßenlage, die dem Wölfchen aber gar nicht so schlecht
bekommt. Denn dank der härteren Straßenlage schaukelt die Karosserie auch bei
plötzlichen Ausweichmanövern nicht nennenswert.
Bemängeln läßt sich an diesem Wagen
allenfalls die Sicht nach hinten: Die Außenspiegel sind, wenn auch ohne "toten
Winkel", sehr klein geraten und leider nur von Hand zu verstellen. Die drei
Kopfstützen auf der Rückbanklehne und die breite C-Säule sind dem direkten Blick nach
hinten auch nicht gerade förderlich.
Klein, aber fein so verfügt der
Lupo über die notwendigen Sicherheitsfeatures entweder serienmäßig oder als
Sonderausstattung. Eine durch Längs- und Querträger an allen sensiblen Punkten
verstärkte Karosserie bietet Insassenschutz wie in einem ausgewachsenen Auto.
Frontairbags sind Serie, Seitenairbags
gibt es gegen Aufpreis. Der Sicherheit mitfahrender Kinder dienen die
Isofix-Kindersitzvorrüstungen in den äußeren Fondsitzen. Drei-Punkt-Sicherheitsgurte
vorn (höhenverstellbar, mit Gurtstraffer) und auf den äußeren Plätzen hinten, ein
Beckengurt in der Mitte und fünf Vollschaum-Kopfstützen gibt es serienmäßig. Ebenfalls
Serie ist der Bremskaftverstärker. Die Servolenkung in der Basismotorisierung (darüber
Serie) und ABS mit elektronisch geregelter Bremskraftverteilung sind als Sonderausstattung
erhältlich.
Zu haben ist der Basis-Lupo mit dem
kleinen Motor für 17.990 Mark. Man sollte aber wohl eher sagen "ab" 17.990
Mark, denn die Liste der Sonderausstattungen ist lang. Unser Testwagen verfügte über
verschiedene Extras, auf die man nicht unbedingt verzichten sollte:
- das "Vario Plus"-Paket mit
"Easy Entry"-Einstieghilfe und dreisitziger Rückbank schlägt mit 490 Mark zu
Buche,
- das "Auf & Zu"-Paket I mit elektrischen Fensterhebern und
Zentralverriegelung für 1.180 Mark,
- die Seitenausstellfenster hinten mit 210 Mark,
- die Sonderfarbe "Flashrot" mit 215 Mark und
- ABS (600 Mark).
Gut stehen unserem Lupo auch die
sportlichen 14 Zoll-Leichtmetallräder "Kyalami" mit 185/55er Reifen, die es
inklusive Servolenkung (nicht Serie beim Basis- und Trendline-Modell) für zusammen 2.200
Mark gibt. Eine Klimaanlage würde den Wagen dann noch einmal um 2.050 Mark teurer machen
und Seitenairbags um 460 Mark.
"Man gönnt sich ja sonst
nichts", kommentiert ein älteres Ehepaar, das sich interessiert nach unserem
Testwagen erkundigt, angesichts dieser Preisaussichten. Immerhin ist der Lupo außer im
Spritverbrauch auch bei den Versicherungseinstufungen (KH 12 / VK 10 / TK 16) sehr
günstig.
Ein Jahr Garantie ohne Kilometerbegrenzung, drei Jahre
auf den Lack und zwölf Jahre auf die vollverzinkte Karosserie gewährt VW. Dazu kommt ein
Jahr Gewährleistung auf Originalteile nach dem Einbau beim Volkswagen Partner. |