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Anklam (ots) - Anfang der Woche wurde die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)
für das Jahr 2025 durch Innenminister Christian Pegel vorgestellt. Im Vergleich
zum Vorjahr zeigt sich für den Landkreis Vorpommern-Greifswald ein Rückgang der
Straftaten von 2,2 % von 16.729 auf 16.355 Straftaten. Die Aufklärungsquote
blieb mit 64,4 % und somit 10.525 aufgeklärten Fällen im Vergleich zum Vorjahr
nahezu konstant.
Bei den jeweiligen Straftaten gab es insbesondere in der Gruppe der Straftaten
gegen das Leben (Mord und Totschlag) einen deutlichen Rückgang von 62,5 %.
Wurden im Jahr 2024 noch 16 Menschen Opfer eines Angriffs auf ihr Leben, so
konnten 2025 nur noch sechs solcher Straftaten verzeichnet werden. Positiv
hervorzuheben ist in diesem Bereich vor allem die Aufklärungsquote: Auch im Jahr
2025 konnten alle Fälle aufgeklärt werden.
In der Straftatengruppe der Rohheitsdelikte (Körperverletzung, Raub u. ä.) gab
es 2025 hingegen keine Veränderung zum Vorjahr. Hier wurden insgesamt 2.592
Straftaten registriert und entsprechende Ermittlungsverfahren geführt. Die
Aufklärungsquote blieb mit 91,5 % auch in diesem Bereich auf einem ähnlich hohen
Niveau wie im Vorjahr.
Wie bereits landesweit, ist auch im Landkreis Vorpommern-Greifswald ein Anstieg
der Fallzahlen im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu
verzeichnen. Insgesamt wurden 389 Fälle registriert, was einem Anstieg von 14,4
% entspricht. Im Jahr 2024 waren es noch 340 Fälle. Die Aufklärungsquote bei
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung blieb jedoch auch 2025 auf einem
ähnlich hohen Niveau von 89,2 %.
Die Fallzahlen der Diebstahlsdelikte stiegen leicht um 5,4 % von 4.342 im Jahr
2024 auf 4.578 im vergangenen Jahr. Bei den Fahrraddiebstählen war entgegen dem
Landestrend ein deutlicher Anstieg im Jahr 2025 im Vergleich zum Jahr 2024 zu
verzeichnen. So wurden im vergangenen Jahr 1.238 Fälle im Landkreis
Vorpommern-Greifswald erfasst, 2024 waren es noch 1.013, was einem Anstieg von
22,2 % entspricht. Einen örtlichen Schwerpunkt stellt dabei nach wie vor die
Insel Usedom mit der Grenzregion zur Republik Polen dar. Positiv hervorzuheben
ist, dass die Aufklärungsquote im Jahr 2025 um 4,9 % gesteigert werden konnte,
was auf polizeiliche Maßnahmen im Rahmen eines Konzeptes zur Bekämpfung der
Fahrraddiebstähle auf der Insel Usedom zurückgeführt werden kann. Der geschätzte
Gesamtschaden der entwendeten Fahrräder auf der Insel Usedom beträgt für das
Jahr 2025 insgesamt 1.320.312 EUR, davon entfallen 1.131.118 EUR auf E-Bikes
(vgl. 2024: 1.071.382 EUR, davon 983.528 EUR auf E-Bikes).
Die Gesamtzahl der erfassten Wohnungseinbruchsdiebstähle im Jahr 2025 liegt bei
140 Fällen, im Vergleich zu 132 Fällen im Jahr 2024, was einem Anstieg von 6,1 %
entspricht. Dieser Trend spiegelt sich örtlich vor allem in den Regionen mit
Grenzbezug wider. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich konnte von 23,5 % im
Jahr 2024 auf 35 % im Jahr 2025 gesteigert werden.
Neben der erfolgreichen Polizeiarbeit setzt die Polizeiinspektion Anklam
weiterhin verstärkt auf Präventionsmaßnahmen und die Aufklärung der Bürger und
Bürgerinnen, um die Fallzahlen positiv zu beeinflussen. Wie in den anderen
Polizeiinspektionen landesweit bietet auch die Polizeiinspektion Anklam
Beratungen zum Thema Einbruchsschutz an. Hierfür steht die Kriminalpolizeiliche
Beratungsstelle sowohl Firmen als auch Privatpersonen als kompetenter
Ansprechpartner zur Verfügung. Für eine unverbindliche Beratung wenden Sie sich
an die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle der Polizeiinspektion Anklam unter
03971 251 3506 oder per E-Mail an kbs-anklam@t-online.de. Weitergehende Hinweise
rund um die Themen Diebstahlskriminalität und deren Vorbeugung finden Sie unter
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl/.
Im Bereich der Betrugsdelikte wurden im Jahr 2025 insgesamt 965 Fälle erfasst.
Im Vergleich zum Vorjahr mit 871 Fällen stellt dies entgegen dem Landestrend
(-14,3 %) einen Anstieg von 9,8 % dar. Um sich besser vor Betrügern zu wappnen,
finden Sie unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/
weitere Informationen und Hinweise zu Betrugsmaschen sowie Tipps, wie Sie sich
schützen können.
Ein positiver Trend ist im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Bezug auf den
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und ihnen gleichstehende Personen zu
verzeichnen. Gab es im Jahr 2024 noch 123 Fälle von Gewalt gegen Einsatzkräfte,
so wurden im Jahr 2025 nur noch 108 Fälle registriert, was einem Rückgang von
12,2 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Die Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen bei allen erfassten Delikten im
Landkreis Vorpommern-Greifswald (16.355) liegt bei 7.881. Von diesen
Tatverdächtigen sind 56,8 % deutsche und 43,2 % nichtdeutsche Tatverdächtige.
Wichtig ist jedoch, dass es Straftaten gibt, die ausschließlich von
nichtdeutschen Tatverdächtigen begangen werden können, wie etwa Verstöße gegen
das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz. Werden diese Straftaten von
der Gesamtzahl der begangenen Straftaten im Landkreis Vorpommern-Greifswald
abgezogen, verbleiben insgesamt 14.048 Straftaten. Der Anteil der deutschen
Tatverdächtigen liegt dann bei 78,4 %, der Anteil der nichtdeutschen
Tatverdächtigen bei 21,6 %. Dies entspricht in etwa dem landesweiten Trend, bei
dem die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen ohne die Verstöße gegen das
Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz bei 20 % liegt und der Anteil der
deutschen Tatverdächtigen bei 80 %.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik dient insbesondere der Beobachtung der
Kriminalität und einzelner Deliktsarten. Außerdem liefert sie Aussagen zu den
Tatverdächtigen. Darüber hinaus bildet sie Veränderungen bei der
Aufklärungsquote ab und ermöglicht es Rückschlüsse für präventive Maßnahmen zu
ziehen. Bei den jährlich erscheinenden Zahlen handelt es sich um eine sogenannte
Ausgangsstatistik. Abgebildet werden somit nur der Polizei bekannt gewordene
(Hellfeld) und endbearbeitete Straftaten. Das Dunkelfeld sowie laufende Vorgänge
werden durch die PKS nicht erfasst.
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