|
Berlin/Essen (ots) -
- Handelsunternehmen und große Supermarktketten wie Lidl, Aldi, Edeka oder Rewe
setzen trotz bestehender Mehrwegsysteme beim Pflanzentransport noch immer auf
Einweg
- Einsatz von Mehrweglösungen bei intra- und innerbetrieblichen Transporten laut
EU-Verpackungsverordnung ab 2030 verpflichtend
- DUH fordert Hersteller und Händler auf, die Nutzung von Mehrwegpaletten zur
Einhaltung von EU-Vorgaben und Reduzierung von Einwegmüll deutlich
hochzufahren
Anlässlich der am 27. Januar 2026 startenden Internationalen Pflanzenmesse in
Essen fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Pflanzenhersteller und -händler
auf, beim Pflanzentransport ab sofort den konsequenten Umstieg auf
Mehrwegpaletten durchzuführen, um entsprechende EU-Vorgaben schnellstmöglich
umzusetzen. Die EU-Verpackungsverordnung schreibt den Einsatz von Mehrweg für
intra- und innerbetriebliche Transporte ab 2030 verpflichtend vor. Da für einen
flächendeckenden Einsatz von Mehrweglösungen jedoch ausreichend Vorlaufzeit
benötigt wird, muss bereits jetzt gehandelt werden. Trotz eines bestehenden
europäischen Mehrwegsystems Euro Plant Tray (EPT) setzen derzeit noch deutlich
zu wenig Pflanzenerzeuger und -händler auf umweltfreundliche Mehrwegpaletten.
Der Marktanteil liegt derzeit nur bei rund fünf Prozent.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Unnötiger Verpackungsmüll muss
in allen Bereichen vermieden werden - auch in der vermeintlich grünen
Pflanzenbranche. Dennoch setzen insbesondere die großen
Lebensmitteleinzelhändler wie Lidl, Aldi, Edeka oder Rewe beim Pflanzentransport
auf Einwegpaletten - mit fatalen Folgen für die Umwelt. Jedes Jahr verbraucht
die Branche europaweit bis zu 700 Millionen Wegwerfpaletten, allein 150
Millionen davon in Deutschland. Dadurch fallen große Müllmengen an, Ressourcen
werden verschwendet und die Klimakrise vorangetrieben. Wenn die
Handelsunternehmen nicht jetzt damit beginnen, die Nutzung von Mehrwegpaletten
hochzufahren, dann werden sie europäische Vorgaben krachend verfehlen."
Der Baumarktkonzern Hornbach geht als eines von wenigen Handelsunternehmen mit
gutem Beispiel voran und hat inzwischen zwei Millionen Mehrwegpaletten des
Mehrwegsystems EPT geordert. Auch andere Unternehmen wie Globus oder Bellaflora
treiben die Verwendung von Mehrwegpaletten entschieden voran. Alle Händler
sollten diesem Beispiel folgen und sich der europäischen Mehrweglösung EPT
anschließen.
Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft der DUH: " Besonders enttäuschend ist
Ikea: Dort setzt man nach wie vor auf umweltschädliche Einweg-Papplösungen und
boykottiert den Einsatz von Mehrwegpaletten beim Pflanzentransport. Insbesondere
Unternehmen wie Ikea, die sich als besonders nachhaltig inszenieren, müssen
Verantwortung übernehmen und auf klimaschonende Mehrwegverpackungen umstellen.
Wegwerfverpackungen aus Pappe sind keine ökologische Alternative und zudem für
den Transport feuchter Pflanzen denkbar ungeeignet."
Der Einsatz wiederverwendbarer Mehrwegpaletten führt zu weniger Müll, spart
Ressourcen, bietet wirtschaftliche Vorteile und reduziert die CO2-Emissionen um
bis zu 30 Prozent.
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, mailto:metz@duh.de
Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
0151 18256692, mailto:fischer@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6202157
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
|