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Berlin (ots) - TÜV-Verband-Umfrage: Unzufriedenheit bei Großstädtern am größten.
Befragte fordern Sanierung von Straßen und Wegen, Ausbau des ÖPNV und besseren
Verkehrsfluss. TÜV Award "New Mobility City" würdigt innovative kommunale
Verkehrskonzepte.
Die große Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ist unzufrieden mit
der Gestaltung des Verkehrsraums in ihrer Kommune. Insgesamt äußern sich fast
zwei Drittel kritisch (64 Prozent): 34 Prozent sind "eher unzufrieden" und 30
Prozent "gar nicht zufrieden". Auf der anderen Seite sind 29 Prozent "eher
zufrieden" und nur 7 Prozent geben an, "sehr zufrieden" zu sein. Das ist das
Ergebnis einer repräsentativen Civey-Umfrage unter 2.500 Personen ab 18 Jahren
im Auftrag des TÜV-Verbands. "Wenn Busse und Bahnen unpünktlich kommen, Radwege
im Nirgendwo enden und Straßen voller Schlaglöcher sind, überrascht es nicht,
dass viele Menschen mit der Infrastruktur vor Ort unzufrieden sind", sagt
Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. "Ob
in der Großstadt oder auf dem Land, die Erwartungen an sichere und
funktionierende Verkehrswege sind hoch - und vielerorts wird dieser Anspruch
nicht erfüllt."
Großstädter am unzufriedensten unter den Unzufriedenen
Die Unzufriedenheit ist in Metropolräumen mit "sehr hoher" Bevölkerungsdichte
zwar am größten, zieht sich aber durch alle Regionen. In Städten mit mehr als
5.000 Einwohner:innen pro Quadratkilometer liegt die Unzufriedenheit bei 77
Prozent. "Großstädte sind die Laborräume der Verkehrswende", sagt Goebelt.
"Umbauten, neue Verkehrsführungen und Baustellen sind allgegenwärtig. Und weil
die Belastungen sofort wirken, die Verbesserungen aber erst später, entsteht bei
vielen der Eindruck, dass ständig gebaut wird, aber nicht besser wird." Auch in
"dicht" besiedelten Regionen mit 1.000 bis 5.000 Einwohner:innen je km² sind es
69 Prozent, in "mittel" besiedelten Gebieten (300-1.000 Einw./km²) 62 Prozent.
In Gebieten mit "niedriger" Bevölkerungsdichte von 150 bis unter 300
Einwohner:innen pro Quadratkilometer liegt die Unzufriedenheit "nur" bei 59
Prozent, in sehr dünn besiedelten Regionen (weniger als 150 Einw./km2) bei 60
Prozent.
Verlässliche Infrastruktur vor neuen Projekten
Wenn es um eine sichere und stressfreie Mobilität geht, setzt die Bevölkerung
klare Prioritäten: 42 Prozent der Befragten nennen die Sanierung und Erhaltung
von Straßen und Wegen als wichtigste Maßnahme, gefolgt vom Ausbau eines
verlässlichen öffentlichen Nahverkehrs (34 Prozent). Fast jede:r Dritte (30
Prozent) priorisiert den Ausbau von Parkmöglichkeiten und 27 Prozent optimierte
Ampelsteuerungen für flüssigeren Verkehr. Eine bessere Anbindung ländlicher
Räume steht für 25 Prozent der Befragten und der Ausbau der Radinfrastruktur für
21 Prozent weit oben auf der Agenda. Die Reduzierung von Durchgangsverkehr und
eine klare Priorisierung von Bus und Bahn im Straßenraum werden von jeweils 15
Prozent als wichtig eingestuft. Verkehrsberuhigte Bereiche und Tempo-30-Zonen
halten 14 Prozent und den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos halten 9
Prozent für geeignete Maßnahmen. "In vielen Kommunen fehlt es an
Investitionsmitteln und Planungskapazitäten für eine moderne
Verkehrsinfrastruktur", sagt Goebelt. "Der Verkehrsraum sollte so gestaltet
werden, dass die Bedürfnisse unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer von Fußgängern
über Autofahrer und Radfahrern bis zum Lieferverkehr berücksichtigt werden."
TÜV Award "New Mobility City" würdigt Engagement der Kommunen
Mit dem neuen TÜV Award "New Mobility City" macht der TÜV-Verband vorbildliche
Projekte aus der kommunalen Mobilitätspolitik sichtbar. Ausgezeichnet werden
Kommunen, die mit innovativen, datenbasierten Konzepten zu mehr
Verkehrssicherheit, Lebensqualität und nachhaltiger Mobilität beitragen. Die
Bewertung erfolgt auf Grundlage realer Mobilitäts- und Unfalldaten. "Wir wollen
zeigen, dass es in ganz Deutschland Kommunen gibt, die klug, mutig und
verantwortungsvoll vorangehen", sagt Goebelt. "Mit dem TÜV Award bringen wir
diese Vorreiter in die öffentliche Wahrnehmung und fördern eine sachliche,
faktenbasierte Debatte über die Mobilität der Zukunft." Der TÜV Award "New
Mobility City" wurde vom TÜV-Verband gemeinsam mit der "Initiative für sichere
Straßen" entwickelt. Die Nominierungen werden am 14. April 2026 bekanntgegeben.
Die Preisverleihung findet am 10. Juni 2026 im Rahmen der TÜV Mobility
Conference in Berlin statt.
Methodik-Hinweis: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Civey-Umfrage im
Auftrag des TÜV-Verbands unter 2.500 Personen ab 18 Jahren. Befragungszeitraum
war 9. bis 10. Dezember 2025. Die Fragen lauteten: "Wie zufrieden sind Sie mit
der Verkehrsraumgestaltung (also die planerische und bauliche Gestaltung aller
Bereiche, in denen sich Verkehr bewegt) Ihrer Kommune?" und "Welche
verkehrspolitische Maßnahme wäre aus Ihrer Sicht am wichtigsten, um in Ihrer
Kommune eine sichere und stressfreie Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer zu
fördern?"
Weitere Informationen: http://www.tuev-verband.de/new-mobility-city-award
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen
Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch
unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit
sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen
ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und
qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen
Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere
Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit
Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.
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