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Berlin (ots) - Die Zahl der im AOK-Gesundheitsnavigator angezeigten
zertifizierten Krebszentren ist seit Anfang 2025 von bundesweit 3.234 auf 3.426
spezialisierte Einrichtungen gestiegen. Auf diesen positiven Trend weist der
AOK-Bundesverband aus Anlass des Welt-Krebs-Tages am 4. Februar hin. Einweisende
Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten, die vor einer
Krebsoperation stehen, können sich in der Krankenhaussuche des AOK-Portals zudem
über die Fallzahlen der einzelnen Kliniken sowie über die Einhaltung der
gesetzlich vorgegebenen Mindestmengen zur Behandlung von Brustkrebs und
Lungenkrebs informieren. Zu Prostatakrebs-Operationen bietet die AOK darüber
hinaus exklusive Qualitätsinformationen auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten an.
Im Gesundheitsnavigator sind insgesamt 1.430 onkologischen Zentren verzeichnet,
die auf die Versorgung von Krebserkrankungen mehrerer Organe spezialisiert sind.
Bei den Zentren zur Behandlung einzelner Krebsarten liegen die Darmkrebszentren
mit 307 Standorten an der Spitze, gefolgt von 291 Brustkrebszentren, 176
gynäkologischen Krebszentren und 164 Prostatakrebszentren. Seit Mitte 2025
werden erstmals auch 14 zertifizierte Analkrebszentren und 26 Hodenkrebszentren
angezeigt. Kliniken, die Zertifikate der Deutschen Krebsgesellschaft erhalten,
müssen besonders hohe fachliche Anforderungen erfüllen. Zudem zeichnen sich die
Zentren dadurch aus, dass verschiedene Abteilungen und niedergelassene Experten
vernetzt zusammenarbeiten. "Die Zertifizierung einer Klinik als Krebszentrum
sollte daher für Patientinnen und Patienten das entscheidende Kriterium bei der
Auswahl der Klinik für ihre Behandlung sein", betont die Vorstandsvorsitzende
des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann. Die mit Unterstützung der AOK
durchgeführte Studie zur "Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren"
(WiZen) habe gezeigt, dass die behandelten Patientinnen und Patienten in
DKG-zertifizierten Zentren eine bessere Überlebenschance haben als in nicht
zertifizierten Kliniken. "Die Behandlung von Krebs sollte daher im Zuge der
Krankenhausreform auf diese zertifizierten Zentren konzentriert werden. Dann
müssen sich Patientinnen und Patienten mit Krebs künftig nicht mehr selbst darum
kümmern, eine optimale Behandlung zu erhalten."
Informationen zur Einhaltung der Mindestmengen für Krebserkrankungen
Ein wichtiges Kriterium für die Zertifizierung ist die Zahl der pro Jahr
behandelte Patientinnen und Patienten, denn bei Krebsbehandlungen gibt es einen
nachweisbaren Zusammenhang zwischen Erfahrung des Behandlungsteams und
Behandlungserfolg. Für die Behandlung von Brustkrebs und Lungenkrebs gelten
daher gesetzliche Mindestmengen, deren Einhaltung im Portal ebenfalls angezeigt
wird. Der Navigator weist bundesweit 379 Kliniken aus, die die
Mindestmengenregelung für Brustkrebs-Operationen erfüllen. Das sind 46 Kliniken
weniger als bei Einführung der Mindestmenge für diesen Eingriff im Jahr 2024
(minus 11 Prozent). Die Mindestmengenregelung für die thoraxchirurgische
Behandlung von Lungenkrebs erfüllen aktuell 142 Standorte, die im AOK-Portal
entsprechend gekennzeichnet sind. Hier gab es seit der Einführung der
Mindestmenge eine Reduktion um 27 Standorte (minus 16 Prozent). "Die
Konzentration bei diesen hochkomplexen Behandlungen, die eine gute
interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team erfordern, bewerten wir positiv" betont
AOK-Vorständin Carola Reimann. "Die Anhebung der beiden Mindestmengen zeigt eine
gute Wirkung für die Patientinnen und Patienten und führt zu der gewünschten
Bündelung der Versorgung an weniger Standorten mit mehr Routine und Erfahrung."
Um den Nutzerinnen und Nutzern noch mehr Orientierung zu bieten, werden die
Fallzahlen der einzelnen Krankenhäuser im Navigator zusätzlich in Relation zu
den Werten anderer Kliniken gesetzt und als "niedrig", "mittel" oder "hoch"
eingeordnet.
Portal zeigt Unterschiede bei Qualität der Behandlung von Prostatakrebs
Für die vollständige Entfernung der Prostata wegen Prostatakrebs zeigt der
Gesundheitsnavigator darüber hinaus exklusive Informationen zu Unterschieden in
der Behandlungsqualität zwischen den einzelnen an der Versorgung beteiligten
Krankenhäusern an. Basis ist das Verfahren zur "Qualitätssicherung mit
Routinedaten" (QSR), das vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO)
entwickelt worden ist. Laut der aktuellen QSR-Auswertung lag die
Gesamt-Komplikationsrate im Fünftel der Kliniken, die in der Auswertung
überdurchschnittlich abgeschnitten haben, bei 6,4 Prozent, während im Fünftel
der schlechtesten Kliniken fast ein Viertel der operierten Männer (23 Prozent)
von Komplikationen betroffen war. In die Auswertung sind insgesamt rund 17.600
Fälle von AOK-Versicherten aus den Jahren 2021 bis 2023 einbezogen worden, die
in 189 Kliniken bundesweit operiert worden sind. Die Fälle werden jeweils ein
Jahr "nachbeobachtet". Auf diese Weise können auch später auftretende
Komplikationen nach der OP ermittelt werden.
Zum Beginn des Jahres sind auch sämtliche in der Krankenhaussuche verzeichneten
Informationen aus den Strukturierten Qualitätsberichten der Krankenhäuser
aktualisiert worden. Zudem bietet der AOK-Gesundheitsnavigator für mehrere
Bundesländer Ergebnisse einer Patientenbefragung zur Zufriedenheit mit dem
Krankenhaus-Aufenthalt.
Zur Krankenhaussuche im AOK-Gesundheitsnavigator:
http://www.aok.de/krankenhaussuche
Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:
Dr. Kai Behrens
Telefon: 030 / 34646-2309
Mobil: 01520 / 1563042
E-Mail: mailto:presse@bv.aok.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/8697/6209356
OTS: AOK-Bundesverband
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