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AOK-Gesundheitsnavigator unterstützt Patientinnen und Patienten mit Krebs bei der Klinikwahl

3.02.2026 12:25 Uhr AOK-Bundesverband

Berlin (ots) - Die Zahl der im AOK-Gesundheitsnavigator angezeigten zertifizierten Krebszentren ist seit Anfang 2025 von bundesweit 3.234 auf 3.426 spezialisierte Einrichtungen gestiegen. Auf diesen positiven Trend weist der AOK-Bundesverband aus Anlass des Welt-Krebs-Tages am 4. Februar hin. Einweisende Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten, die vor einer Krebsoperation stehen, können sich in der Krankenhaussuche des AOK-Portals zudem über die Fallzahlen der einzelnen Kliniken sowie über die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Mindestmengen zur Behandlung von Brustkrebs und Lungenkrebs informieren. Zu Prostatakrebs-Operationen bietet die AOK darüber hinaus exklusive Qualitätsinformationen auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten an.

Im Gesundheitsnavigator sind insgesamt 1.430 onkologischen Zentren verzeichnet, die auf die Versorgung von Krebserkrankungen mehrerer Organe spezialisiert sind. Bei den Zentren zur Behandlung einzelner Krebsarten liegen die Darmkrebszentren mit 307 Standorten an der Spitze, gefolgt von 291 Brustkrebszentren, 176 gynäkologischen Krebszentren und 164 Prostatakrebszentren. Seit Mitte 2025 werden erstmals auch 14 zertifizierte Analkrebszentren und 26 Hodenkrebszentren angezeigt. Kliniken, die Zertifikate der Deutschen Krebsgesellschaft erhalten, müssen besonders hohe fachliche Anforderungen erfüllen. Zudem zeichnen sich die Zentren dadurch aus, dass verschiedene Abteilungen und niedergelassene Experten vernetzt zusammenarbeiten. "Die Zertifizierung einer Klinik als Krebszentrum sollte daher für Patientinnen und Patienten das entscheidende Kriterium bei der Auswahl der Klinik für ihre Behandlung sein", betont die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann. Die mit Unterstützung der AOK durchgeführte Studie zur "Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren" (WiZen) habe gezeigt, dass die behandelten Patientinnen und Patienten in DKG-zertifizierten Zentren eine bessere Überlebenschance haben als in nicht zertifizierten Kliniken. "Die Behandlung von Krebs sollte daher im Zuge der Krankenhausreform auf diese zertifizierten Zentren konzentriert werden. Dann müssen sich Patientinnen und Patienten mit Krebs künftig nicht mehr selbst darum kümmern, eine optimale Behandlung zu erhalten."

Informationen zur Einhaltung der Mindestmengen für Krebserkrankungen

Ein wichtiges Kriterium für die Zertifizierung ist die Zahl der pro Jahr behandelte Patientinnen und Patienten, denn bei Krebsbehandlungen gibt es einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Erfahrung des Behandlungsteams und Behandlungserfolg. Für die Behandlung von Brustkrebs und Lungenkrebs gelten daher gesetzliche Mindestmengen, deren Einhaltung im Portal ebenfalls angezeigt wird. Der Navigator weist bundesweit 379 Kliniken aus, die die Mindestmengenregelung für Brustkrebs-Operationen erfüllen. Das sind 46 Kliniken weniger als bei Einführung der Mindestmenge für diesen Eingriff im Jahr 2024 (minus 11 Prozent). Die Mindestmengenregelung für die thoraxchirurgische Behandlung von Lungenkrebs erfüllen aktuell 142 Standorte, die im AOK-Portal entsprechend gekennzeichnet sind. Hier gab es seit der Einführung der Mindestmenge eine Reduktion um 27 Standorte (minus 16 Prozent). "Die Konzentration bei diesen hochkomplexen Behandlungen, die eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team erfordern, bewerten wir positiv" betont AOK-Vorständin Carola Reimann. "Die Anhebung der beiden Mindestmengen zeigt eine gute Wirkung für die Patientinnen und Patienten und führt zu der gewünschten Bündelung der Versorgung an weniger Standorten mit mehr Routine und Erfahrung." Um den Nutzerinnen und Nutzern noch mehr Orientierung zu bieten, werden die Fallzahlen der einzelnen Krankenhäuser im Navigator zusätzlich in Relation zu den Werten anderer Kliniken gesetzt und als "niedrig", "mittel" oder "hoch" eingeordnet.

Portal zeigt Unterschiede bei Qualität der Behandlung von Prostatakrebs

Für die vollständige Entfernung der Prostata wegen Prostatakrebs zeigt der Gesundheitsnavigator darüber hinaus exklusive Informationen zu Unterschieden in der Behandlungsqualität zwischen den einzelnen an der Versorgung beteiligten Krankenhäusern an. Basis ist das Verfahren zur "Qualitätssicherung mit Routinedaten" (QSR), das vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) entwickelt worden ist. Laut der aktuellen QSR-Auswertung lag die Gesamt-Komplikationsrate im Fünftel der Kliniken, die in der Auswertung überdurchschnittlich abgeschnitten haben, bei 6,4 Prozent, während im Fünftel der schlechtesten Kliniken fast ein Viertel der operierten Männer (23 Prozent) von Komplikationen betroffen war. In die Auswertung sind insgesamt rund 17.600 Fälle von AOK-Versicherten aus den Jahren 2021 bis 2023 einbezogen worden, die in 189 Kliniken bundesweit operiert worden sind. Die Fälle werden jeweils ein Jahr "nachbeobachtet". Auf diese Weise können auch später auftretende Komplikationen nach der OP ermittelt werden.

Zum Beginn des Jahres sind auch sämtliche in der Krankenhaussuche verzeichneten Informationen aus den Strukturierten Qualitätsberichten der Krankenhäuser aktualisiert worden. Zudem bietet der AOK-Gesundheitsnavigator für mehrere Bundesländer Ergebnisse einer Patientenbefragung zur Zufriedenheit mit dem Krankenhaus-Aufenthalt.

Zur Krankenhaussuche im AOK-Gesundheitsnavigator: http://www.aok.de/krankenhaussuche

Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:

Dr. Kai Behrens Telefon: 030 / 34646-2309 Mobil: 01520 / 1563042 E-Mail: mailto:presse@bv.aok.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/8697/6209356 OTS: AOK-Bundesverband


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - AOK-Bundesverband
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