|
Berlin (ots) - Pflanzliche Arzneimittel brauchen mehr politische Aufmerksamkeit
auf europäischer Ebene
Pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) sind ein wichtiger Bestandteil der
Gesundheitsversorgung und tragen zur wirtschaftlichen Stärke Europas bei. Das
war die zentrale Botschaft des zweiten European Herbal Health Product Summits,
der von Pharma Deutschland zusammen mit der Society for Medicinal Plants and
Natural Product Research (GA) am 25. Februar 2026 in Brüssel ausgerichtet wurde.
Zusammen mit über 100 Gästen und Expertinnen und Experten aus Wissenschaft,
Industrie, Behörden und Verbraucherschutz wurde die gesundheitspolitische und
wirtschaftliche Bedeutung pflanzlicher Arzneimittel für Europa beleuchtet.
Stark in der Selbstmedikation und im OTC-Markt
Pflanzliche Arzneimittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und eine
essenzielle Säule der Selbstmedikation. Dadurch leisten sie einen wichtigen
Beitrag zur Entlastung und Resilienz der europäischen Gesundheitssysteme, wie
Cosima Bauer und Prof Dr. Uwe May, beide Geschäftsführer der May und Bauer GmbH
& Co. KG, in ihrer Präsentation hervorhoben. Thomas Heil, Vize-Präsident bei
IQVIA Consumer Health stellte Zahlen zum Europäischen Phytomarkt vor. Demnach
erreichten pflanzliche Produkte einen Wert von fast 15 Milliarden Euro in 2025,
was 27% des OTC-Marktes in 23 EU-Mitgliedstaaten ausmacht. Allein auf
Deutschland (26 Prozent) und Italien (21 Prozent) entfallen zusammen fast die
Hälfte des europäischen Phytomarktes. Innerhalb des Phytomarktes sei eine
problematische Entwicklung der letzten Jahre, dass der Anteil von registrierten
Produkten, u.a. Arzneimittel, abnimmt, während nicht registrierte Produkte,
ihren Anteil stetig ausbauen.
In der Praxis noch unterschätzt
Dr. med. Silke Cameron, Chefärztin für Gastroenterologie am Klinikum Hannoversch
Münden, beschrieb die Erfahrung zu Phytopharma aus der medizinischen Praxis.
Innerhalb der Versorgung seien Phytopharmaka zwar schon in deutschen Leitlinien
verankert, dennoch müsse das Wissen über die Anwendungsmöglichkeiten
pflanzlicher Arzneimittel viel stärker in der Ausbildung von Angehörigen der
Heilberufe verankert werden. Ähnlich sah das auch Prof. Dr. Ioanna Chinou von
der Universität Athen. Sie forderte eine stärkere Einbindung von
Arzneipflanzen-Monografien des HMPC in die Ausbildung der Heilberufe und
klinische und pharmazeutische Praxis. Dem schloss sich auch Prof. Dr. Michael
Heinrich, Präsident der GA, an und forderte mit einem Blick nach Asien eine
größere politische Wertschätzung und Förderung der Forschung zu europäischen
pflanzlichen Arzneimitteln sowie eine stärkere Einbindung in die medizinische
Grundversorgung.
Mehr Anerkennung für Phytopharmaka
Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, resümierte:
"Mit dem zweiten European Herbal Health Products Summit wollten wir den noch
unterschätzten Status der Phytopharmaka in Europa hervorheben. Phytopharmaka
leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Selbstmedikation und entlasten so
unsere Gesundheitssysteme. Die in Europa ansässigen Hersteller mit Ihren
überwiegend europäischen Lieferketten tragen zudem entscheidend zur
Wertschöpfung und Resilienz bei, denn hier gibt es deutlich weniger
Abhängigkeiten von Drittstaaten. Nun braucht es mehr politische Wertschätzung
und regulatorische Entlastung durch den Europäischen Gesetzgeber, denn
Phytopharmaka sind wirksame, sichere und systemrelevante Arzneimittel."
Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de/ gibt
es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
http://www.pharmadeutschland.de/ gibt es mehr Informationen zu Pharma
Deutschland.
Ihre Ansprechpartner in der Pressestelle von Pharma Deutschland:
Hannes Hönemann
Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T. +49 171 5618203
mailto:hoenemann@pharmadeutschland.de
Anna Frederike Gutzeit
CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T. +49 170 4548014
mailto:gutzeit@pharmadeutschland.de
Geschäftsstelle Berlin
Pharma Deutschland e.V.
Friedrichstraße 134
10117 Berlin
Geschäftsstelle Bonn
Pharma Deutschland e.V.
Ubierstraße 71-73
53173 Bonn
Geschäftsstelle Brüssel
Pharma Deutschland e.V.
Rue Marie de Bourgogne 58
1000 Brüssel
http://www.pharmadeutschland.de
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/pharmadeutschland/
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/54882/6224924
OTS: Pharma Deutschland e.V.
|