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Berlin (ots) -
- Verkehrsministerkonferenz muss angesichts von 366.000 Verletzten im
Straßenverkehr im Jahr 2025 endlich Maßnahmen für erhöhte Verkehrssicherheit
beschließen
- Tempolimit auf Autobahnen, Tempo 80 außerorts und Tempo 30 innerorts rettet
jedes Jahr hunderte Menschenleben und ist wichtigste Klimaschutzmaßnahme im
Verkehrssektor
- Breites Bündnis fordert Verkehrsministerkonferenz auf, sich für Tempo 80
außerorts auszusprechen
Ein von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) koordiniertes, breites
gesellschaftliches Bündnis fordert die am Donnerstag tagende
Verkehrsministerkonferenz auf, sich für eine sofortige Absenkung der
Höchstgeschwindigkeit außerorts von 100 auf 80 km/h auszusprechen. Darüber
hinaus braucht es die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen und mehr Tempo
30 innerorts. Die Maßnahmen sind nahezu kostenfrei, sofort umsetzbar und würden
jährlich hunderte Verkehrstote und tausende Schwerstverletzte vermeiden. Dazu
sparen sie jährlich bis zu 11,7 Millionen Tonnen CO2 ein und verringern die
Abhängigkeit von Ölimporten. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen sich die
Landesverkehrsministerinnen und -minister mit der Erhöhung der
Verkehrssicherheit auf Landstraßen. Berichte, die Tempo 80 als wirksame Maßnahme
identifizieren, wurden von der Verkehrsministerkonferenz bislang nur "zur
Kenntnis genommen".
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Seit Jahren diskutiert die
Verkehrsministerkonferenz über Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Sachverständige empfehlen die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit außerorts auf
maximal 80 km/h - und trotzdem passiert nichts. Wir fordern die
Landesverkehrsminister auf, sich endlich für ein Tempolimit von 100 auf
Autobahnen, 80 außerorts und 30 innerorts einzusetzen - um Menschenleben zu
retten und die klaffende CO2-Lücke im Verkehrssektor zu schließen. Dass diese
effektive und kostengünstige Maßnahme nicht längst umgesetzt ist, lässt uns
fassungslos zurück. Bürgerinnen und Bürger laden wir ein, sich unserer Forderung
nach einem Tempolimit anzuschließen und unsere Petition zu unterschreiben."
Jochen Kopelke , Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei : "Der
Unfallschwerpunkt Landstraße muss auch in der Fahrausbildung verpflichtender
Bestandteil bleiben: Der durch den Bundesverkehrsminister eingebrachte Vorstoß
zum Wegfall eines Großteils der Pflichtstunden in der praktischen Fahrausbildung
sendet diesbezüglich ein völlig falsches Signal. Wir wissen durch die
Unfallstatistik, dass auf Landstraßen die meisten tödlichen Unfälle passieren.
Wir müssen uns den Landstraßen zum Schutz der Verkehrsteilnehmer intensiv widmen
und Geschwindigkeiten reduzieren."
Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des Verkehrsclub Deutschland : "Fast 60
Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle passieren auf Landstraßen, bei mehr als
einem Drittel war zu schnelles Fahren die Hauptursache. Wie lange wollen wir
noch den Tod so vieler Menschen im Straßenverkehr hinnehmen? Wir brauchen
endlich wirksame Maßnahmen, um den Verkehr im Sinne der Vision Zero für alle
sicherer zu machen. Maximal Tempo 80 außerorts gehört als wichtigste Maßnahme
dazu."
Arno Wolter, Geschäftsführer der Initiative für sichere Straßen: "Erfahrungen
und Studien aus dem Ausland zum Beispiel aus Frankreich belegen klar, dass eine
Absenkung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h auf Landstraßen die Zahl der
Unfälle und Personenschäden signifikant reduzieren kann. Solche Potentiale
sollten konsequenter genutzt werden zur Erreichung der Vision Zero Ziele, denen
sich auch die Bundesregierung in ihrem Verkehrssicherheitsprogramm verpflichtet
hat."
Wulf Hoffmann, Vorstandsmitglied der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland :
"Für uns steht in Übereinstimmung mit der Deutschen Verkehrswacht und dem
Deutschen Verkehrssicherheitsrat insbesondere die Vermeidung von getöteten oder
schwerverletzen Verkehrsopfern im Vordergrund. Die Korrelation zwischen
Geschwindigkeit und schweren Unfallfolgen ist mit diversen Studien belegt: Hier
ist anzusetzen, um der Vision Zero näher zu kommen."
Roland Stimpel, Vorstand FUSS e.V.: "Auch Gehende brauchen dringend mehr
Sicherheit auf Landstraßen. Im Jahr 2024 starben außerhalb von Ortschaften 89
Menschen zu Fuß, 1.627 wurden verletzt. Viele hatten am Rand von Straßen ohne
Gehwege laufen müssen, was bei Tempo 100 noch viel gefährlicher ist als bei 80."
Hintergrund:
Das von der DUH initiierte Aktionsbündnis besteht aus den folgenden
Organisationen: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Changing
Cities e.V., FUSS e.V., Gewerkschaft der Polizei (GdP), Greenpeace Deutschland,
Hannovair, Initiative für sichere Straßen, Klimaschutz im Bundestag,
Naturschutzbund Deutschland (NABU), Robin Wood e.V., Verbund Service und Fahrrad
(VSF), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland
(VOD).
Links:
DUH-Aktion für ein Tempolimit: https://www.duh.de/mitmachen/tempolimit-jetzt/
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, mailto:resch@duh.de
Gewerkschaft der Polizei - Bundesvorstand
030 399921113, mailto:gdp-pressestelle@gdp.de
VCD-Pressestelle
030 280351-12, mailto:presse@vcd.org
Arno Wolter, Geschäftsführer Initiative für sichere Straßen
0228 76386912, mailto:a.wolter@sichere-strassen.org
Wulf Hoffmann, Vorstandsmitglied VOD
0176 61634519, mailto:wulf.hoffmann@fevr.ngo
Roland Stimpel, Vorstand FUSS e.V.
0163 1833508, mailto:roland.stimpel@fuss-ev.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6240974
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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