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Berlin (ots) - Trotz bestehender gesetzlicher Vorgaben stagniert die
Gleichstellung in den Führungsetagen deutscher Unternehmen. Beim FidAR-Forum
2026 in Berlin unter dem Motto "Gleichstellung gestalten - international lernen"
diskutierten rund 350 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus
Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über den Stand der Parität, erfolgreiche
internationale Modelle und notwendige Maßnahmen für Deutschland.
"Dass Frauen wie Männer gleichen Zugang zu Führungs- und Machtpositionen haben,
bleibt eine Grundfrage unserer Demokratie", betonte Karin Prien,
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. "Die
Perspektiven von Frauen und Männern machen Unternehmen, Politik und Gesellschaft
nachweislich erfolgreicher und innovativer. Die vergangenen Jahre zeigen:
Fortschritt ist möglich, etwa durch verbindliche Regeln wie die Quote, die den
Frauenanteil in Führungspositionen deutlich erhöht hat. Dieser Fortschritt
gelingt allerdings noch viel zu langsam. Und gleichzeitig geraten international
Errungenschaften der Gleichstellung stark unter Druck. Deshalb brauchen wir
weiterhin klare Vorgaben und zugleich einen echten Kulturwandel. Gleichstellung
von Männern und Frauen ist kein Randthema, sondern zentral für unsere Demokratie
und unsere Gesellschaft - und für unsere Wettbewerbsfähigkeit."
Dr. Stefanie Hubig, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz,
bekräftigte: "Gleichstellung kommt nicht von allein. Deshalb müssen wir gerade
jetzt konsequent dranbleiben und weiter dafür sorgen, dass Frauen
selbstverständlich in Führungspositionen vertreten sind. Als überparteiliche
Instanz schafft FidAR hier wichtige Aufmerksamkeit für das Thema."
Prof. Dr. Anja Seng, Präsidentin von FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte e. V.,
unterstrich die Bedeutung des internationalen Austauschs: "Deutschland hat
Fortschritte erzielt, doch echte Parität ist noch immer Zukunftsmusik. Der Blick
ins Ausland zeigt uns, welche politischen Instrumente wirksam sind. So haben in
Frankreich gesetzliche Quoten und Transparenzpflicht zu einem breiten Erfolg
geführt; in Australien entsteht der Druck über die Börse. Und die Öffentlichkeit
unterstützt jeweils das Ziel der Parität."
Internationale Gäste wie Aurore Bergé, Französische Staatsministerin für die
Gleichstellung von Frauen und Männern und Irene Natividad, Präsidentin des
Global Summit of Women, zeigten anhand von Best Practices, dass Quoten und
verbindliche Vorgaben wirken - wenn sie konsequent umgesetzt werden.
Die Veranstaltung machte deutlich: In Deutschland beobachten wir aktuell
Stagnation beim Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten. Die bestehende
Regelung, die derzeit nur für rund 100 Unternehmen verbindlich ist, greift zu
kurz. FidAR fordert die Ausweitung auf mehr Unternehmen und bis dahin eine noch
konsequentere Umsetzung der bestehenden Führungspositionengesetze. "Die
Schonfrist ist vorbei", so Seng. "Wer jetzt nicht handelt, verliert wertvolle
Zeit für wirtschaftliche Innovationskraft und gesellschaftliche Gerechtigkeit."
Über FidAR e. V. FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte e. V. ist eine
überparteiliche und überregionale Initiative, die 2006 gegründet wurde. FidAR
setzt sich seit 20 Jahren für eine nachhaltige Erhöhung des Frauenanteils in den
Aufsichtsräten deutscher Unternehmen und die Verbesserung der
Unternehmenskontrolle und -kultur ein. Ziel der Initiative, getragen von ca.
1.500 Frauen und Männern, ist die paritätische Besetzung aller
Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft. Mehr Informationen:
http://www.fidar.de . Das FidAR-Forum wird vom Bundesministerium für Bildung,
Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Pressekontakt:
Clara Gruitrooy
Geschäftsführerin FidAR e. V.
Tel: 030 887 14 47 16
E-Mail: mailto:clara.gruitrooy@fidar.de
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