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Berlin (ots) - Der Anteil der in Deutschland nicht versteuerten
Zigarettenpackungen ist im Jahr 2025 auf den höchsten Wert seit über zehn Jahren
gestiegen. Wie der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse
(BVTE) mit der Vorstellung der Jahresergebnisse zeigt, erhöhte sich der
bundesweite Anteil gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte auf 20,9 Prozent.
"Heute ist wieder jede fünfte Zigarette, die in Deutschland geraucht wird, nicht
hier versteuert", erklärt BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke: "Diese
Entwicklung ist ein deutliches Warnsignal an die Politik."
Für die fortlaufende Untersuchung wurden 2025 insgesamt rund 161.000 entsorgte
Zigarettenpackungen analysiert. Besonders hoch bleibt der Anteil von Packungen
ohne deutsches Steuerzeichen mit 41,6 Prozent in Ostdeutschland, auch wenn der
Anstieg gegenüber 2024 mit 0,6 Prozentpunkten moderat ausfällt. Dagegen stieg
das Niveau in den alten Bundesländern um 1,2 Prozentpunkte auf nunmehr 15,7
Prozent an.
Fehler rot-grüner Tabaksteuerpolitik nicht wiederholen
Vor diesem Hintergrund und angesichts aktueller Forderungen aus der
Regierungskoalition nach einer deutlichen Erhöhung der Tabaksteuer warnt der
BVTE vor einer Wiederholung der katastrophalen Tabaksteuerpolitik der rot-grünen
Bundesregierung Anfang der 2000er.
"Die Koalitionspolitiker stehen vor der Entscheidung: Wollen sie aus den Fehlern
der Vergangenheit lernen - oder sie wiederholen?", so Mücke. "Die
Tabaksteuerpolitik der rot-grünen Bundesregierung ist das Lehrstück dafür, wie
man gesundheitspolitisch ins Leere läuft und fiskalisch ins Minus."
Zwischen 2002 und 2005 wurde die Tabaksteuer zur Finanzierung eines
Anti-Terror-Pakets und versicherungsfremder Leistungen in der
Krankenversicherung in kurzer Folge fünfmal deutlich erhöht. Das Ergebnis war
keine nachhaltige Reduktion des Rauchens, sondern eine massive Ausweichbewegung:
Verbraucher wichen auf günstigere Produkte aus, indem sie etwa zum Einkauf über
die Grenze fuhren oder auf illegale Angebote vom Schwarzmarkt zurückgriffen.
Statt der erwarteten Mehreinnahmen musste der damalige Bundesfinanzminister Hans
Eichel einen Einnahmerückgang verbuchen.
"Die damalige Politik hat gezeigt: Wer die Preisschraube überdreht, verliert die
Kontrolle über den Markt", warnt Mücke. "Es wäre schwer erklärbar, wenn
ausgerechnet die jetzige Regierung eine Politik fortsetzt, deren Scheitern
historisch gut dokumentiert ist."
Illegale Märkte profitieren - Staat verliert
Der " Schwarzmarkt-Tracker
(https://reemtsma-politik.de/thema/illegale-produkte/) " des
BVTE-Mitgliedsunternehmens Imperial Brands Reemtsma, für den offizielle
Meldungen von Zoll und Polizei ausgewertet werden, zeigt zugleich für 2025 eine
besorgniserregende Dynamik im Bereich des illegalen Handels.[i] Der wachsende
Anteil nicht in Deutschland versteuerter Zigaretten bedeutet nicht nur einen
erheblichen Einnahmeausfall, sondern auch einen wachsenden staatlichen
Kontrollverlust durch die Stärkung illegaler Strukturen, die einen Teil der
Nachfrage bedienen. Der Schwarzmarkt entzieht sich staatlicher Aufsicht,
missachtet Jugendschutzbestimmungen und unterläuft bestehende Regulierung.
"Überzogene Steuerpolitik ist der verlässlichste Wachstumstreiber für den
illegalen Handel", so Mücke: "Am Ende verlieren alle: der Staat, die Wirtschaft
und auch der Verbraucher- und Jugendschutz."
Methodik der Untersuchung
Seit August 2004 werden in mehr als 22 repräsentativ ausgewählten
Entsorgungsgebieten der dualen Systeme in Deutschland monatlich mindestens 500
Zigarettenschachteln pro Entsorgungsstation gesammelt. Insgesamt werden so
mindestens 12.000 Schachteln pro Monat erfasst.
Ergänzend werden seit 2014 Straßensammlungen durchgeführt, um auch nicht durch
Entsorgungsstationen abgedeckte Bereiche einzubeziehen. Im Jahr 2024 wurden
dabei bundesweit über 26.000 Schachteln gesammelt.
Für das Jahr 2025 wurden insgesamt rund 161.000 Zigarettenpackungen ausgewertet.
Abb.: Grafik Entsorgungsstudie Deutscher Zigarettenverband DZV (https://www.ziga
rettenverband.de/files/zigarettenverband/content/themen/zahlen-und-fakten/nicht-
versteuerter-zigarettenabsatz/D_Karte%20Jahr%202025.pdf)
[i] https://reemtsma-politik.de/thema/illegale-produkte/
Ansprechpartner für Rückfragen:
Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)
Jan Mücke
Hauptgeschäftsführer
Georgenstraße 25
10117 Berlin
Tel. +49 30 88 66 36 - 123
mailto:presse@bvte.de
http://www.bvte.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/141532/6242779
OTS: Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse
(BVTE)
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