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Berlin (ots) - Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu
den Auftragseingängen im Bauhauptgewerbe für Januar 2026 kommentiert Felix
Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe:
"Der Bau startet verhalten ins neue Jahr. Ein fehlender Arbeitstag und die
winterlichen Verhältnisse auf den Baustellen ließen die geleisteten
Arbeitsstunden um gut 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Das sehen
wir auch in der Geräteauslastung, die laut ifo Institut magere 50 Prozent
betrug.
Die Auftragseingänge sanken um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Grund
für den Rückgang war das große Auftragsplus im Januar 2025. Umso wichtiger ist
der Blick nach vorn. Positiv ist, dass die Auftragsbestände knapp 13 Prozent
über dem Vorjahresniveau lagen - ein gutes Fundament für das bevorstehende Jahr.
Entscheidend ist jetzt, dass die Order im Wohnungsbau und in der Infrastruktur
nicht abreißen. Der Infrastrukturbereich braucht weiterhin die zusätzlichen
Investitionsimpulse aus dem Sondervermögen - die Betonung liegt hier auf
"zusätzlich". Die umfassende Sanierung unserer Straßen, Brücken, Schienenwege
und Wasserstraßen gelingt nur, wenn die dafür aufgenommenen Schulden auch
wirklich dafür verwendet werden und nicht anderswo versickern."
Trotz Sondervermögen: Im Straßenbau fehlen Aufträge
"Enttäuschend ist, dass wir im Straßenbau auch ein Jahr nach Ankündigung des
Sondervermögens rund 18 Prozent weniger Aufträge gegenüber dem Vorjahresmonat
haben. Jede weitere Verzögerung kostet Zeit, die wir bei der Sanierung unserer
Infrastruktur nicht haben. Die Mittel sind da, die Aufträge nicht. Das muss sich
in diesem Jahr ändern.
Im Wohnungsbau ist ein Orderminus von ca. 15 Prozent im Januar 2026 gegenüber
dem Vorjahresmonat eine Warnung, dass der Aufschwung noch nicht selbst trägt.
Die Förderprogramme müssen dauerhaft verlässlich mit günstigen Zinskonditionen
ausgestattet sein. Zudem muss die Sonder-Afa auf den EH55-Standard ausgeweitet
werden, um den zarten Aufschwung bei den Baugenehmigungen zu stärken.
Hinzu kommt, dass der Iran-Krieg Materialpreise vor allem erdölbasierter
Baustoffe und die Zinsen nach oben treibt. Beides verteuert das Bauen und
belastet Investitionsentscheidungen. Das macht verlässliche Förderbedingungen
aktuell noch notwendiger."
Umsatz
"Wenn die Investitionsbedingungen im Wohnungsbau und der Infrastruktur stimmen,
können wir unsere Umsatzprognose für 2026 von real plus 2,5 Prozent erreichen.
Ob wir das schaffen, entscheidet sich nicht auf den Baustellen, sondern in der
Politik."
Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes lagen die Umsätze im Januar 2026
bei 5,4 Mrd. Euro und damit nominal um gut fünf Prozent unter dem
Vorjahresniveau.
Pressekontakt:
Iris Rabe
Leiterin Abteilung Kommunikation und Presse
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