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Birkenfeld (ots) - Zahl der Straftaten steigt 2025
1044 Straftaten im Dienstbezirk der Polizei Birkenfeld im Jahr 2025. Im
vergangenen Jahr registrierte die Polizeiinspektion Birkenfeld 1044 Straftaten
in der "Polizeilichen Kriminalstatistik", 699 Straftaten konnten durch die
Polizei Birkenfeld aufgeklärt werden, die Aufklärungsquote liegt bei 67,0
Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg der statistisch erfassten
Straftaten erkennbar, von 900 im Vorjahr auf 1044 in 2025. Die polizeiliche
Kriminalstatistik dient der Beobachtung der Kriminalität sowie einzelner
Deliktsarten. Durch die Erhebungen werden Erkenntnisse zur vorbeugenden und
verfolgenden Kriminalitätsbekämpfung gewonnen. Sie dient zudem der
organisatorischen Planung und Entscheidung, sowie kriminologisch-soziologischen
Forschungen und kriminalpolitischen Maßnahmen. In der Polizeilichen
Kriminalstatistik (PKS) Rheinland-Pfalz werden alle bekannt gewordenen
Straftaten in Rheinland-Pfalz einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche
sowie Informationen über ermittelte Tatverdächtige und Opfer erfasst. Nicht
berücksichtigt werden in dieser Statistik die politisch motivierte Kriminalität,
Verkehrsdelikte (mit Ausnahmen), Straftaten, die außerhalb der Bundesrepublik
Deutschland begangen wurden und Verstöße gegen strafrechtliche Landesgesetze mit
Ausnahme der einschlägigen Vorschriften in den Landesdatenschutzgesetzen
(Innenministerium RLP v. 8.1.2018). Birkenfeld. Die Zahl der bekannt gewordenen
Straftaten im Bereich der Verbandsgemeinde und der Stadt Birkenfeld ist im
Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gestiegen. Die Aufklärungsquote der von der
Polizei Birkenfeld abschließend bearbeiteten Straftaten (761) ist auf 69,5%
gestiegen. Insgesamt ermittelte die Polizei 502 Tatverdächtige, davon waren 29,5
Prozent oder 148 Personen nichtdeutsche Tatverdächtige. Trotz des Anstieges
gegenüber 2024 kann festgestellt werden, dass es sich nach wie vor sicher im
Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Birkenfeld leben lässt. Die
statistisch registrierten Fallzahlen bedeuten zwar einen Höchststand der letzten
fünf Jahre; es muss aber darauf hingewiesen werden, dass in einem Themenkomplex
von Nachbarschaftsstreitereien die Mehrheit des Anstiegs der Fallzahlen
vorzufinden ist. Nach dem Wegzug einer Partei dürfte sich die Lage dort im
nächsten Jahr wieder entspannen. 115 der ermittelten Personen waren Jugendliche
oder Heranwachsende, hiervon 93 männlich und 22 weiblich. Die Zahl der unter 21-
jährigen Tatverdächtigen entspricht somit 22,9 Prozent der insgesamt
registrierten Straftaten. Im Deliktsbereich Gewaltkriminalität, die unter
anderem auch gefährliche und schwere Körperverletzung umfasst, ist ein Anstieg
der statistisch erfassten Straftaten erkennbar. 2024 wurden 29 Fälle (AQ: 89,7
%) polizeilich bekannt, im vergangenen Jahr waren es 35 Fälle, die aber bis auf
eine alle aufgeklärt wurden. Bei der Straßenkriminalität, sprich Gewaltdelikte
oder Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen, ist ebenfalls ein
leichter Anstieg zu erkennen. 2024 wurden 102 Fälle gemeldet, 2025 waren es 119
Fälle. Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen sind um ca. ein
Viertel von 23 auf jetzt 17 Fälle gesunken. Die Aufklärung dieser Delikte ist
sehr häufig auf Grund fehlender verwertbarer Spuren nicht möglich. Die Polizei
ist hier regelmäßig auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Gewalt- und
auch Straßenkriminalität wirken sich auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung
aus. Eine Stärkung des subjektiven Sicherheitsempfindens der Bevölkerung kann
durch verstärkte Polizeipräsenz und stärkeren Kontrolldruck erreicht werden.
Präsenz und gezielte Kontrollen an anerkannten Schwerpunkten und/oder in der
Bewältigung von Veranstaltungslagen gemeinsam mit dem Ordnungsamt und weiteren
Sicherheitspartnern sind mühsam und personalintensiv, zeigen jedoch eine gewisse
Nachhaltigkeit. Frühzeitige und enge Kooperationen mit Sicherheitspartnern
könnten auch zukünftig zu positiven Entwicklungen in der Bekämpfung der
Kriminalitätsphänomene führen. Im Bereich Raub- und Körperverletzungsdelikte
wurden 2024 210 Fälle polizeilich erfasst, die Aufklärungsquote lag bei 92,4
Prozent. Im vergangenen Jahr wurden 90 Delikte mehr registriert, die
Aufklärungsquote konnte auf 92,7 Prozent gehalten werden. Widerstände und
Beleidigungen gegen Polizeibeamte wurden in 9 Fällen verzeichnet. Alkohol und
Drogen führen zu einem berauschten und enthemmten Zustand, kommt dann noch
fehlender Respekt gegenüber dem staatlichen Monopol hinzu, ist dies ein
denkbarer Erklärungsansatz für die Gewalt, der die Polizei ausgesetzt ist. Als
Täter treten hier häufig alkoholisierte junge Männer auf. Diese sind regelmäßig
zuvor bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten. (Abschlussbericht der AG
"Gewalt gegen Polizeibeamte" vom 27.01.2012, MdlufSp) Einfache Diebstähle wurden
in 2025 in 133 Fällen bearbeitet, ein minimaler Anstieg zu den Fallzahlen im
Vorjahr, die bei 132 einfachen Diebstahlsdelikten lag. Beim Ladendiebstahl ist
hier eine Steigerung von 17 auf 30 Fälle zu verzeichnen. Bei Diebstählen unter
erschwerenden Umständen in Bezug auf Büro- und Verkaufsräume ist ebenfalls ein
Anstieg um 17 Fälle zu verzeichnen. Einige dieser Taten konnten durch
umfangreiche und intensive Ermittlungsarbeit geklärt werden. Die Polizei weist
in diesem Zusammenhang daraufhin, dass die Täter arbeitsteilig in Geschäften
vorgehen und hierbei günstige Gelegenheiten ausnutzen. Bewahren sie ihre
Wertsachen immer am Körper auf. Lassen sie diese nie unbeaufsichtigt in einem
Ladengeschäft im Einkaufswagen zurück. Im Bereich der Diebstähle unter
erschwerenden Umständen ist die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle (21 Uhr bis
6 Uhr) um die Hälfte gestiegen, von 11 Fällen in 2024 auf 16 Taten im
Kalenderjahr 2025. Es gelang lediglich eine Tataufklärung der registrierten
Wohnungseinbruchsdiebstähle. Die Zahl der Tageswohnungseinbrüche (6 Uhr bis 21
Uhr) mit 10 Fällen bewegt sich im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau. Hier
konnten keine Tatverdächtigen ermittelt werden. Nach derzeit vorliegenden
Erkenntnissen dürften derartige Straftaten häufig von reisenden Banden begangen
worden sein. Konsequente Bestreifung, insbesondere in Wohngebieten, sowie
Sensibilisierung der Bürger, sollen zur nachhaltigen Verbesserung führen. Zudem
ist auch hier die konsequente Erhebung von erkennungsdienstlichem Material und
DNA zielführend, um Tatverdächtige zu ermitteln. Die abschließende Bearbeitung
dieser Delikte erfolgt durch die Regionale Kriminalinspektion Idar-Oberstein
bzw. durch das K23 der Kriminalinspektion 2 in Trier, die in Zusammenarbeit mit
anderen Bundesländern die Aufklärungsquote in diesem Phänomenbereich steigern
und das Aufkommen gezielter bekämpfen wollen. Bei den Vermögens- und
Fälschungsdelikten sind die Fallzahlen von 158 Fällen ( AQ 70,3 % ) auf 153
Fälle gefallen. Die Aufklärungsquote liegt bei 55,6 %. Eine Minderung ist hier
beim Waren-/Warenkreditbetrug zu erkennen. Es wurden 5 Fälle weniger erfasst als
2024. Die Täter nutzen hierbei die Anonymität des Internets. Im Bereich
"Enkeltrick, Falscher Polizeibeamter, Gewinnversprechen oder Schockanrufer"
werden trotz Warnungen in den Medien immer wieder ältere Menschen Opfer von
Straftaten, die mit hohen Vermögensverlusten einhergehen. Mittels meist
fingierter Telefonnummern werden potentielle Opfer angerufen und zur Herausgabe
persönlicher Daten animiert. Häufig werden die Opfer auch aufgefordert, Bargeld
oder Schmuck bereitzuhalten, welches dann an der Wohnanschrift der Opfer
abgeholt werden soll. Wichtig ist es, am Telefon keinerlei derartiger Angaben zu
machen. Die Polizei bittet, Warnhinweise in den Medien und Ratschläge zu
befolgen, um nicht Opfer dieses Phänomenbereichs zu werden. Informieren sie
frühzeitig ihre Polizeiinspektion über festgestellte Sachverhalte, um so die
Ermittlungskette in Gang zu setzen. Bei der Rauschgiftkriminalität sinken die
Fallzahlen von 55 auf 27 Fälle. Die Aufklärungsquote konnte gegenüber 2024 von
50,9 Prozent auf 92,6 Prozent gesteigert werden. Mit ein Grund für die sinkenden
Fallzahlen und Steigerung der Aufklärungsquote dürfte hier bei der Legalisierung
von Cannabis im Bereich des KCanG gesehen werden. "Auch zukünftig wird die
Polizei Birkenfeld bemüht sein, das gute Aufklärungsergebnis zu stabilisieren
und gegebenenfalls sogar noch zu verbessern. Hierdurch soll das subjektive
Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung gesteigert werden. Um dieses Ziel erreichen
zu können, sind wir natürlich auch auf die Mithilfe aus der Bevölkerung
angewiesen. Die Präsenzstrategie und die frühzeitige und enge Kooperation mit
unseren Sicherheitspartnern werden auch zukünftig einen Schwerpunkt in der
Bekämpfung der Kriminalitätsphänomene sein."
PHK Arno Kannengießer, stellv. Leiter der PI Birkenfeld
Rückfragen bitte an:
Polizeidirektion Trier
Telefon: 0651-98344150
https://s.rlp.de/PDTrier
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/117698/6232447
OTS: Polizeidirektion Trier
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