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Berlin (ots) - Jedes Jahr sterben in der EU durchschnittlich 1,1 Millionen
Menschen an Krebs, viele Fälle wären vermeidbar. Mit dem 4 Milliarden Euro
umfassenden "Europe's Beating Cancer Plan" sollte eine historische Wende
erreicht und die eklatante Ungleichheit bei den Überlebenschancen auf dem
Kontinent beendet werden. Doch drastische Kürzungen bei Gesundheitsprogrammen
und wackelige finanzielle Aussichten gefährden die Ziele - und damit
Menschenleben.
Während in Brüssel und in den politischen Hauptstädten Europas derzeit
Milliarden für geopolitische Ziele, Aufrüstung und für die Wettbewerbsfähigkeit
hiesiger Unternehmen umgeschichtet werden, droht der öffentlichen
Gesundheitsversorgung das Nachsehen. Wenn ein Mädchen in Bulgarien nur eine
siebenprozentige Chance auf eine schützende HPV-Impfung hat, müssen die EU und
die Mitgliedstaaten für einen Ausgleich sorgen.
Zu Recht fordert man auch bei europäischen Gesundheitsprogrammen weniger
Bürokratie und klarere Etappenziele. Aber all das nützt nichts ohne verlässliche
Mittel. Darum muss in die öffentliche Gesundheitsversorgung investiert werden,
statt lebensrettende Programme den neuen geopolitischen Prioritäten zu opfern.
Es ist fahrlässig, den Schutz der Menschen in erster Linie militärisch oder
ökonomisch zu definieren. Die bittere Realität ist: Austerität zugunsten von
Aufrüstung ist nicht nur wirtschaftlich ein Schuss ins eigene Knie. Im
schlimmsten Fall endet sie tödlich.
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