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Köln (ots) - Pünktlich zum Ramadanbeginn am Mittwochabend, hat die Kölner
Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland mit ihren Ramadan-Verteilungen an
120.000 Menschen begonnen. Gemeinsam mit ihrem internationalen Hilfsnetzwerk
plant sie, mehr als 550.000 Menschen weltweit mit Lebensmittelpaketen zu
versorgen - darunter Familien, die in Ländern wie dem Sudan und Gaza unter Krieg
und Hunger leiden. Die großzügigen Spenden der Muslime zu Ramadan gewinnen
global vor allem an Wichtigkeit in einer Zeit, in der viele internationale
Regierungen ihre Hilfeleistungen kürzen. Die Zakat-Spenden werden auf das
Vierfache des internationalen Hilfsbudgets der G7-Staaten geschätzt.
Die humanitäre Hilfsorganisation sammelt im Laufe des Monats Spenden, um noch
mehr Menschen global unterstützen zu können - im Jahr 2025 konnte das
internationale Islamic Relief Netzwerk dank großzügiger Spenden während des
Ramadan mehr als 840.000 Menschen weltweit unterstützen.
Amin Hasanein, Koordinator für Climate Advocacy und Community Fundraising bei
Islamic Relief Deutschland, erklärt: "Kriege, Klimawandel und Ungleichheit
bedeuten, dass viele Menschen täglich ums Überleben kämpfen und Millionen von
Familien hungern müssen. Unsere Lebensmittelpakete können vielen bedürftigen
Menschen weltweit Trost spenden, die sonst nicht genug zu essen hätten, um ihr
Fasten zu brechen."
Spenden im Ramadan viermal so hoch wie gesamtes Hilfsbudget der G7-Staaten
Muslimische Wohltätigkeitsspenden - bekannt als Zakat - erreichen während des
Fastenmonats Ramadan ihren Höhepunkt. Jährlich spenden Muslime weltweit
schätzungsweise 550 bis 600 Milliarden Dollar an Zakat für wohltätige Zwecke (1)
- etwa viermal so viel, wie das gesamte internationale Hilfsbudget der
G7-Staaten (USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Frankreich, Kanada,
Italien) zusammen (2).
Hasanein sagt: "Angesichts der Kürzungen der Hilfeleistungen durch
internationale Regierungen ist es ermutigend zu sehen, dass muslimische
Gemeinschaften auf der ganzen Welt und in Deutschland so viel Mitgefühl und
Menschlichkeit zeigen."
Lebensmittelpakete für Hunderttausende in Afghanistan, Gaza, Jemen, Syrien und
Sudan
Die ersten Lebensmittelpakete von Islamic Relief werden u.a. Menschen in
Afghanistan, Gaza, Jemen, Sudan und beispielsweise auch gezielt
Rohingya-Gemeinschaften in Bangladesch erreichen:
- 43.000 Palästinenser im Gazastreifen, wo 77 Prozent der Bevölkerung Hunger
leiden und rund 246.000 Kinder wegen Unterernährung behandelt werden müssen
- 32.000 Menschen im Sudan, wo fast drei Jahre Krieg die weltweit größte
Hungerkrise verursacht und einige Gebiete in eine offizielle Hungersnot
getrieben haben
- 38.000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch, die in riesigen Lagern ausharren,
da weltweite Hilfekürzungen zu einer Reduzierung der Lebensmittelrationen und
zur Einstellung lebenswichtiger Dienstleistungen geführt haben
- 32.000 Menschen im Jemen, der unter jahrelangem Krieg und wirtschaftlichem
Zusammenbruch leidet, wodurch viele Menschen ohne Arbeit und Einkommen sind
- 26.000 Menschen in ländlichen Gebieten Afghanistans, wo sich die Menschen noch
immer von einer Reihe tödlicher Erdbeben erholen
- 23.000 Menschen in Syrien, wo Familien nach mehr als einem Jahrzehnt der
Gewalt und Vertreibung versuchen, ihr Leben und ihre Existenzgrundlage
wiederaufzubauen
50 bis 90 Kilogramm schwere Lebensmittelpakete ernähren eine Familie im Ramadan
Die Lebensmittelpakete sind groß genug, um eine ganze Familie während des
gesamten Monats Ramadan zu versorgen - die meisten Pakete wiegen zwischen 50 und
90 kg. Alle Pakete enthalten Grundnahrungsmittel wie Reis, Zucker, Datteln und
Öl, aber der übrige Inhalt variiert je nach lokalem Geschmack. In Kenia
enthalten die Pakete mehrere Kilogramm Bohnen, während andere lokale
Lebensmittel wie Hummus und Auberginen (Libanon), Weißkäse und Sahne (Albanien)
und Kokosnussöl (Sri Lanka) enthalten.
In vielen Ländern versorgt Islamic Relief Familien auch mit Bargeldhilfen oder
Gutscheinen, damit sie selbst Lebensmittel kaufen und die angeschlagenen lokalen
Märkte unterstützen können, und organisiert gemeinschaftliche Iftars, bei denen
Familien gemeinsam ihr Fasten brechen können.
Zu den weiteren Ländern, in denen Islamic Relief Deutschland Lebensmittelpakete
verteilt, gehören u.a. Äthiopien, Bosnien, Libanon, Kosovo, Nigeria, Indonesien,
Malawi, Mali, Marokko, Pakistan und der Südsudan.
HINWEISE FÜR REDAKTIONEN (Quellenangaben):
1 Diese Zahl stammt aus einem Bericht der Wirtschafts- und Sozialkommission für
Westasien (ESCWA) der Vereinten Nationen und der Islamischen Entwicklungsbank,
in dem der Beitrag der islamischen Sozialfinanzierung zur Erreichung der Ziele
der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bewertet wird.
2 Basierend auf Zahlen aus dem OECD Data Explorer gaben die G7-Staaten im Jahr
2024 insgesamt 156,7 Milliarden US-Dollar für Entwicklungszusammenarbeit und
humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit aus. Es wird prognostiziert,
dass diese Zahl im Zeitraum 2025-2026 erheblich sinken wird.
Pressekontakt:
Sara Ahmed Martinez, Pressereferentin
Telefon: 01512 205 05 77
E-Mail: mailto:presse@islamicrelief.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/50131/6221019
OTS: Islamic Relief Deutschland e.V.
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