|
München (ots) - Erfurt ist 2026 die glücklichste Großstadt Deutschlands - mit
7,74 Punkten neuer Spitzenreiter im SKL Städteranking. Rostock bleibt mit großem
Abstand Schlusslicht (5,80 Punkte). Die Lebenszufriedenheit in den Großstädten
steigt weiter, aber schwächer als in den Vorjahren. Westdeutsche Großstädter
sind glücklicher als ostdeutsche - süddeutsche Städte bleiben trotz hohem
Wohlstand schwächer.
Das SKL Städteranking 2026 hat einen neuen Spitzenreiter: Erfurt, die Hauptstadt
Thüringens, ist die glücklichste Großstadt Deutschlands. Mit 7,74 Punkten auf
einer Skala von 0 bis 10 schiebt sich Erfurt vom sechsten Platz des Vorjahres an
die Spitze der 40 größten deutschen Städte (über 200.000 Einwohner). Das ist ein
Zuwachs von 0,47 Punkten gegenüber 2025. Der bisherige Spitzenreiter Kassel
fällt auf Rang 13 zurück und verzeichnet einen Rückgang von 0,28 Punkten auf
7,16 Punkte. Rostock bildet erneut mit deutlichem Abstand das Schlusslicht : Die
Hansestadt erreicht nur 5,80 Punkte, und der Abstand zum Vorletzten wächst seit
drei Jahren kontinuierlich.
Erfurt vereint viele Vorzüge ostdeutscher Großstädte, ohne deren typische
strukturelle Schwächen stark ausgeprägt aufzuweisen . Die Mieten sind günstig,
die Umweltqualität hoch und die wirtschaftliche Lage im Städtevergleich sogar
leicht überdurchschnittlich. Gemessen an den objektiven Standortindikatoren
belegt Erfurt nur Rang 27 von 40 - und dennoch bewerten seine Einwohner ihre
Lebenszufriedenheit höher als in jeder anderen der untersuchten Städte. "Die
materiellen Wohlstandsindikatoren erfassen das Lebensglück der Menschen nicht
vollständig, auch immaterielle Faktoren wie das Gemeinschaftsgefühl und die
persönliche Identifikation mit dem Wohnort spielen eine große Rolle", erläutert
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, der das
Städteranking 2026 im Rahmen des SKL Glücksatlas verantwortet.
Die allgemeine Lebenszufriedenheit in den 40 größten deutschen Städten ist
erneut gestiegen . Im Durchschnitt erreichen die Großstädter 7,02 Punkte, nach
6,97 Punkten im Vorjahr. Der Zuwachs von 0,05 Punkten fällt jedoch deutlich
schwächer aus als der Anstieg zwischen 2024 und 2025 (+0,13 Punkte). Das deutet
darauf hin, dass sich die Lebenszufriedenheit in den Großstädten auf einem
stabilen Niveau einpendelt und die Erholung nach der Corona-Pandemie weitgehend
abgeschlossen ist. Bemerkenswerterweise geht der Anstieg vor allem darauf
zurück, dass der Anteil sehr unzufriedener Menschen sinkt: Gaben vor zwei Jahren
noch 10,6 Prozent der Befragten Werte zwischen 0 und 4 an, sind es inzwischen
nur noch 8,6 Prozent.
Im regionalen Vergleich sind die Einwohner westdeutscher Großstädte mit
durchschnittlich 7,07 Punkten am zufriedensten. Besonders positiv sticht
Nordrhein-Westfalen hervor: Düsseldorf (Rang 3; 7,41 Punkte), Krefeld (Rang 4;
7,37 Punkte), Aachen (Rang 6; 7,33 Punkte), Mönchengladbach (Rang 7; 7,31
Punkte), Oberhausen (Rang 8; 7,30 Punkte) und Duisburg (Rang 9; 7,27 Punkte)
liegen allesamt deutlich über dem Großstadtdurchschnitt. Nordwestdeutsche Städte
wie Kiel, Lübeck, Braunschweig und Hannover verzeichnen mit +0,12 Punkten die
stärksten Zuwächse gegenüber dem Vorjahr.
Süddeutsche Großstädte dagegen können trotz hohem Wohlstand und guter
Infrastruktur nur eine unterdurchschnittliche Lebenszufriedenheit (6,98 Punkte)
vorweisen. Das Paradoxon tritt besonders bei Karlsruhe zutage, das bei den
objektiven Indikatoren Rang 2 belegt, bei der Lebenszufriedenheit aber nur auf
Platz 37 landet. Ostdeutsche Großstädte liegen mit durchschnittlich 6,91 Punkten
unter dem Gesamtdurchschnitt. Erfurt steht dabei für eine Ausnahme - und nicht
für einen generellen Aufholprozess ostdeutscher Städte.
Ein zentrales Ergebnis des SKL Städterankings 2026 ist das Spannungsverhältnis
zwischen subjektiv empfundener Lebenszufriedenheit und objektiv messbarer
Lebensqualität. Für letztere wurden 30 Indikatoren aus acht Kategorien
herangezogen - darunter Wohnen, Kriminalität, Infrastruktur, Wohlstand,
Gesundheit und Umweltqualität. Ausgerechnet Erfurt, der neue Spitzenreiter,
rangiert bei den objektiven Faktoren nur auf Platz 27 - und ist dennoch die
glücklichste Stadt. Ähnlich Krefeld (Rang 4 bei Zufriedenheit, aber Rang 36 bei
Lebensqualität) oder Oberhausen (Rang 8 versus Rang 35). Auf der anderen Seite
stehen die klassischen Underperformer: Karlsruhe, München, Stuttgart und
Freiburg im Breisgau schneiden trotz hervorragender Strukturdaten bei der
subjektiven Zufriedenheit deutlich schlechter ab als erwartet.
Tabelle: Glücksindex deutscher Großstädte 2026
Rang 2026 Rang 2025 Stadt Glücksindex 2026
1 (6) Erfurt 7,74
2 (4) Augsburg 7,42
3 (3) Düsseldorf 7,41
4 (2) Krefeld 7,37
5 (12) Kiel 7,34
6 (5) Aachen 7,33
7 (8) Mönchengladbach 7,31
8 (11) Oberhausen 7,30
9 (10) Duisburg 7,27
10 (9) Hamburg 7,20
10 (7) Münster 7,20
12 (14) Halle (Saale) 7,17
13 (1) Kassel 7,16
13 (17) Mannheim 7,16
15 (13) Bonn 7,15
16 (20) Mainz 7,14
17 (16) Chemnitz 7,12
18 (18) Lübeck 7,11
19 (23) Essen 7,09
20 (24) Köln 7,06
21 (19) Stuttgart 7,04
22 (22) Bielefeld 7,01
23 (30) Magdeburg 6,99
24 (15) Leipzig 6,98
24 (27) München 6,98
26 (21) Freiburg im Br. 6,97
27 (34) Braunschweig 6,96
28 (26) Bochum 6,95
29 (32) Hannover 6,91
30 (25) Dortmund 6,90
31 (29) Dresden 6,86
32 (31) Bremen 6,85
33 (28) Wuppertal 6,82
34 (33) Gelsenkirchen 6,81
35 (37) Berlin 6,71
35 (36) Nürnberg 6,71
37 (38) Karlsruhe 6,57
38 (35) Frankfurt am Main 6,51
39 (39) Wiesbaden 6,50
40 (40) Rostock 5,80
Datenbasis für das SKL Städteranking 2026
Das Städteranking 2026 erscheint als Sonderstudie im Rahmen des SKL Glücksatlas.
Für das Ranking wurden insgesamt 23.286 Menschen zwischen 16 und 84 Jahren vom
Institut für Demoskopie Allensbach im Zeitraum von Januar 2023 bis April 2026
face-to-face repräsentativ befragt. Die Befragten leben in den 40 größten
Städten Deutschlands mit mehr als 200.000 Einwohnern. Die Rohdaten wurden der
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg übergeben und dort von Prof. Dr.
Raffelhüschen und seinem Team ausgewertet. Die wissenschaftliche Leitung hat
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg.
Das Städteranking 2026 im Rahmen des SKL Glücksatlas
Der SKL Glücksatlas ist die aktuellste Datenbank zur Lebenszufriedenheit der
Deutschen. Unter skl-gluecksatlas.de werden kontinuierlich aktuelle Daten,
Analysen und Sonderstudien über die Entwicklung der Lebenszufriedenheit in
Deutschland bereitgestellt - in Kooperation mit der SKL. Die Staatlichen
Klassenlotterien SKL stehen für tägliche Chancen auf Glück in Form von Geld- und
wertvollen Sachgewinnen. Beim SKL Millionenspiel werden z. B. im Verlauf der
Lotterie über 3,2 Millionen Gewinne im Wert von bis zu 20 Millionen Euro
ausgespielt - staatlich garantiert. Der Mindesteinsatz beträgt 15 Euro pro
Monat. Veranstalter der SKL ist die GKL Gemeinsame Klassenlotterie der Länder,
die darüber hinaus auch die NKL-Lotterien anbietet. Seit 2022 engagiert sich das
Unternehmen als assoziierter Partner des SKL Glücksatlas in der
wissenschaftlichen Erforschung von Lebenszufriedenheit und Glück in Deutschland.
Für jede der 40 untersuchten Großstädte gibt es Kurzportraits. Sie finden sie
hier:
http://www.skl-gluecksatlas.de/info/presse
Pressekontakt:
Max Höfer
T +49 (0) 172 9243939
E info@skl-gluecksatlas.de
Eine Zusammenfassung der Studie sowie "Factsheets" zu den Städten stehen unter
www.skl-gluecksatlas.de zur Verfügung.
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/161566/6290537
OTS: SKL
|