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Berlin (ots) - Bei Brennnesseln denken die meisten Menschen an Unkraut und
juckende Quaddeln auf der Haut. Die Pflanze hat ein schlechtes Image und wird
darum aus vielen Gärten verbannt. "Das ist schade, denn die Brennnessel ist für
viele Schmetterlingsraupen eine wichtige Futterpflanze", sagt
NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. "Mehr als dreißig heimische Falterarten
leben von ihr." Welche das sind, kann jetzt jeder und jede mit der Aktion
"Raupen an Brennnesseln" von NABU und NABU|naturgucker entdecken, die heute
startet.
"Besonders die Raupen von Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Landkärtchen,
C-Falter und Nesselzünsler lieben Brennnesseln", so Franzisi. "Wie sich die
Bestände bereits bei den Raupen dieser Falter entwickeln, wird bisher nicht
erfasst. Wir freuen uns darum, wenn viele Menschen bei der Meldeaktion
mitmachen. Ein regelmäßiges und flächendeckendes Monitoring könnte die Daten
liefern, um Veränderungen der Biodiversität in Deutschland zu erkennen und
entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen." Das wäre nicht nur für die Falter
selbst wichtig: Schmetterlinge gelten als Bioindikatoren, die frühzeitig auf
Veränderungen der Umwelt- und Lebensbedingungen hinweisen können.
Wie bei vielen anderen Insektenarten auch, gehen die Schmetterlingsbestände seit
Jahren zurück. "Selbst häufige Arten nehmen regional ab. Da viele auf die
Brennnessel angewiesen sind, wäre es wichtig, der unbeliebten Pflanze einen
Platz in seinem Garten zu überlassen", so Franzisi. "Die Belohnung dafür ist
bunter Schmetterlingsbesuch."
Für einige dieser Arten sind Brennnesseln sogar die einzige Nahrungspflanze, auf
der die Weibchen ihre Eier ablegen und die Raupen sich entwickeln können. Für
einige Arten, wie dem Admiral, ist die Brennnessel sogar ein kompletter
Lebensraum. Eier, Raupe, Puppe und der Schlupf des fertigen Falters finden nur
an der Brennnessel statt. Die Beziehung zwischen Raupen und Brennnesseln als
Nahrung zeigt im Detail wie komplex und sensibel unsere Natur ist. Die Raupen
nutzen die Brennnesseln als Nahrung und Schutzraum vor Fressfeinden. Einige
Raupenarten haben sich so angepasst, dass sie die Abwehrstoffe entgiften können.
Dadurch können sie die Blätter unbeschadet fressen. Die späteren Falter sind für
viele weitere Blühpflanzen wichtige Bestäuber.
Und so geht das Mitmachen: Wer draußen unterwegs oder im Garten ist, sollte sich
Brennnesseln ganz genau anschauen. Im Sommer können die Pflanzen zum
Raupen-Hotspot werden. Wer eine Raupe findet, sollte sie fotografieren. Welche
ist es und welcher Falter wird es einmal? Mit dem http://www.insektentrainer.de
kann man das im Zweifelsfall herausfinden. Dann die Art mit Foto bis zum 8. Juli
melden.
Raupen melden: http://www.NABU.de/raupen-melden
Pressebilder: http://www.NABU.de/pressebilder_raupen-melden
Mit mehr als 980.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der
älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert
sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die
Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für
die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben.
Mehr Infos: http://www.NABU.de/wir-ueber-uns
Pressekontakt:
Daniela Franzisi, NABU-Insektenexpertin, Tel. 0174-244 62 41,
E-Mail: mailto:Daniela.Franzisi@NABU.de
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