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Frankfurt am Main (ots) - Wissenschaft bestätigt: Kurze, bewusste Spielpausen
stärken die Eltern-Kind-Bindung - Lern- und Entwicklungsexperte Prof. Dr. habil.
André Frank Zimpel erklärt, warum.
Anlässlich des Weltspieltags (International Day of Play) am 11. Juni 2026 ruft
die Marke kinder mit #PlayBreak Familien in Deutschland dazu auf, täglich
bewusste Spielpausen in ihren Alltag zu integrieren. Die Kampagne ist Teil der
globalen Initiative "Value of Play", mit der kinder den Wert gemeinsamen Spiels
für die Eltern-Kind-Beziehung ins Bewusstsein rückt.
Denn obwohl Spielen zu den elementarsten Bedürfnissen von Kindern zählt, gerät
es im modernen Familienalltag zunehmend unter Druck: Volle Terminkalender lassen
spontane Spielmomente zu kurz kommen. Dabei zeigt aktuelle Forschung, dass genau
diese kurzen, gemeinsamen Momente einen messbaren Einfluss auf die Bindung
zwischen Eltern und Kindern haben können.
Wissenschaftliche Basis: Was die Forschung zeigt
Zwei unabhängige Studien, die kinder im Rahmen der "Value of Play"-Initiative in
Auftrag gegeben hat, liefern die wissenschaftliche Grundlage:
Ein systematischer wissenschaftlicher Review des University College London
(Prof. Lynn Ang et al., 2025) wertete 62 internationale Studien aus über 9.372
gesichteten Quellen aus. Das Ergebnis: Nicht die Menge oder Art des Spielzeugs,
sondern die Qualität der gemeinsamen Interaktion zwischen Eltern und Kindern ist
entscheidend für positive Entwicklungseffekte.
Die Pilotstudie der University of East London (Prof. Sam Wass et al., 2025)
untersuchte 20 Familien mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren mithilfe von
Wearable-Technologie im häuslichen Umfeld. Die Forschungsergebnisse deuten
darauf hin, dass die Herzfrequenz von Eltern und Kindern während gemeinsamer
Spielmomente häufiger im Gleichklang war als außerhalb von Spielsituationen -
ein mögliches Zeichen für geteilte emotionale Erfahrungen und Nähe.
Der Experte: Prof. Dr. habil. André Frank Zimpel
Wissenschaftlicher Experte für die "Value of Play"-Initiative in Deutschland ist
Prof. Dr. habil. André Frank Zimpel, Professor für Lernen und Entwicklung an der
Universität Hamburg und Leiter des Zentrums für Neurodiversitätsforschung (ZNDF)
Hamburg/Eppendorf. Als Diplom-Psychologe, Psychotherapeut und Sonderpädagoge
verbindet er entwicklungspsychologische und neurobiologische Perspektiven auf
das kindliche Spiel und fasst den aktuellen Wissensstand so zusammen:
"Freies Spiel ist Turbolernen. Kinder beginnen damit gleich nach der Geburt ohne
Aufforderung, aus eigenem Antrieb - und aktivieren das Gehirn ganzheitlich. Wenn
Kinder spielen, verknüpfen sie Emotionen, Erfahrungen und Gedanken zu stabilen
neuronalen Netzwerken. So entstehen nicht nur Wissen, sondern vor allem
Fähigkeiten wie Fantasie, Empathie, Kreativität, abstraktes Denken,
Frustrationstoleranz, Selbstvertrauen und Problemlösekompetenz, die ein Leben
lang tragen."
Für Eltern, die angesichts des vollen Alltags das Gefühl haben, "nie genug" mit
ihren Kindern zu spielen, hat Zimpel eine entlastende Botschaft: Gemeinsames
Spielen muss weder geplant noch perfekt sein - wenige bewusst gemeinsam
verbrachte Minuten reichen völlig aus.
"Glückliche Kinder spielen", so Zimpel. "Gemeinsame Spielzeit lebt von
Spontaneität, Augenhöhe und Improvisation. Ein paar Minuten ungeteilter
Aufmerksamkeit, ein Rollenspiel auf dem Wohnzimmerboden oder das gemeinsame
Erfinden von Geschichten reichen aus. Wer sich auf die Welt des Kindes einlässt,
hilft ihm, sich um einen Kopf größer zu fühlen. Das stärkt nicht nur die
Entwicklung, sondern auch die emotionale Bindung auf nachhaltige Weise."
Die Kampagne #PlayBreak: Kleine, aber wirkungsvolle gemeinsame Alltagsmomente
#PlayBreak übersetzt diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in den Alltag von
Familien. "Die Kampagne gibt bewusst einfache und alltagstaugliche Impulse zum
Spielen", erklärt Thomas Laux, Leiter Marketing von kinder Deutschland. "Bauen
Sie vorm Frühstück kurz einen Turm mit Ihrem Kind, erfinden Sie spontan eine
Geschichte auf dem Weg zum Kindergarten oder verkürzen Sie die Wartezeit an der
Bushaltestelle durch ein Ratespiel. Jede Familie kann ihre eigene PlayBreak
finden - kurz, spontan und ohne Perfektionsanspruch. So entstehen viele kleine
Momente der Nähe im Alltag."
Der Weltspieltag am 11. Juni 2026 markiert dabei den Startschuss und ist
gleichzeitig eine Einladung, gemeinsame Spielmomente dauerhaft in den
Familienalltag zu integrieren.
Weitere Informationen zur "Value of Play"-Initiative sowie Inspiration und
Spielideen für Familien gibt es auf
http://kinder.com/de/de/bedeutung-des-spielens
Quellenverzeichnis
Ang, L. et al. (2025) The Power of Play (PoP) Study: Understanding the Role and
Value of Play in Supporting Early Learning and Development. Final Report.
London: UCL Institute of Education.
Wass, S. et al. (kinder/Ferrero & University of East London) (2025) Kinder Final
Research Report: How Play Can Enhance Physical Proximity, Shared Language and
Physiological Synchrony. Research Report. London: Kinder/Ferrero; University of
East London.
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