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Berlin (ots) - Mehr als 4 Millionen Bürgerinnen und Bürger müssen mehr als 6
Kilometer bis zur nächsten Apotheke zurücklegen. Damit leben 4,9 Prozent der
82,6 Millionen Menschen in Deutschland in einer mit Arzneimitteln schwach
versorgten Region. Die absolute Zahl der vom Apothekenmangel betroffenen
Menschen ist in Bayern besonders hoch (knapp 900.000 Menschen), während in
Mecklenburg-Vorpommern ein besonders großer Anteil der Bevölkerung (21,7
Prozent) weite Wege bis zur nächsten Apotheke auf sich nehmen muss. Das zeigt
die Studie "Untersuchung der Entfernungen zwischen Apotheken und der betroffenen
Bevölkerung" der ILS Research gGmbH, die im Auftrag der ABDA - Bundesvereinigung
Deutscher Apothekerverbände erstellt wurde.
"Die Studienergebnisse zeigen insgesamt eine gute Apothekenversorgung, machen
aber auch klare regionale Unterschiede sichtbar", sagt Dr. Hans-Peter Hubmann,
Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV): "In Flächenländern wie
Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen gibt es besonders viele
'isolierte' Apotheken, die die Versorgung einer ganzen Region allein stemmen
müssen. Somit sind in ländlichen Räumen einzelne Standorte oft systemrelevant,
weil sie eine Alleinversorgungsfunktion übernehmen. Ein Wegfall dieser Apotheken
hätte deutlich verlängerte Wege für die Menschen zur Folge und würde die
Arzneimittelversorgung spürbar negativ beeinträchtigen. Hingegen gibt es in den
Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen kaum 'isolierte' Apotheken. Trotzdem
weisen Städte wie Berlin eine geringe Apothekendichte auf. Heißt konkret: In
Städten müssen die verbliebenen Apotheken deutlich mehr Patientinnen und
Patienten versorgen. Das Fazit ist also: Sowohl auf dem Land als auch in der
Stadt zieht jede Apothekenschließung eine Versorgungsbeeinträchtigung nach sich
- entweder durch weitere Wege im ländlichen Bereich oder durch massive
Überbelastung der verbliebenen Apotheken im städtischen Bereich."
Hubmann weiter: "Manche Krankenkassen ignorieren das seit Jahren anhaltende
Apothekensterben - und rechnen vor, dass die Menschen im Durchschnitt nur wenige
Kilometer oder Minuten einplanen müssen, um zur nächsten Apotheke zu gelangen.
Dabei berücksichtigen sie weder die tatsächliche Erreichbarkeit mithilfe von
Auto oder öffentlichem Nahverkehr noch die so genannten Solitärapotheken, bei
deren Schließung sich die Versorgung für die betroffene Bevölkerung vor Ort
drastischer als im bundesweiten Mittel verschlechtern würde. Klar ist
jedenfalls, dass die Vergütung der Apotheken endlich und dauerhaft an die
wirtschaftliche Gesamtentwicklung gekoppelt werden muss, damit die Versorgung
der Menschen in Wohnortnähe erhalten bleibt." Die Zahl der Apotheken war
bundesweit zuletzt auf 16.541 gesunken (Stand: 31. März 2026). In den
vergangenen 13 Jahren sind rund 20 Prozent aller Standorte weggefallen.
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OTS: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
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