|
Stuttgart (ots) - Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) gab es im Rahmen
des Projekts "Stuttgart 21" eine verhängnisvolle Fehlerkette bei der Deutschen
Bahn. Insider sprechen davon, dass mehr als 1.000 Kilometer Kabel und
Kabelschächte falsch verlegt wurden. Davon müsse der allergrößte Teil
ausgetauscht werden, um den neuen Bahnknoten betriebsfähig zu machen. Auch
deswegen verschiebe sich die Eröffnung von " Stuttgart 21" bis mindestens
Dezember 2031. Die Bahn möchte dazu aktuell keine Stellung nehmen und verweist
auf eine Pressekonferenz noch im Juni dieses Jahres.
Ausgangspunkt der Fehlerkette
Weil die Deutsche Bahn versäumt hat, den Güterverkehr in Sachen digitaler
Technik (ETCS / European Train Control System) rechtzeitig zu integrieren,
musste sie laut einem Bahn-Experten 45 Millionen Euro für eine doppelte
Signalausstattung ausgeben. Dies wiederum habe die Bahn in Zugzwang gebracht.
Sie habe Kabel verlegen lassen, ohne zu überprüfen, ob es die richtigen sind.
Eröffnung wohl frühestens in fünf Jahren
Da "Stuttgart 21" ohne die moderne Signaltechnik ETCS nicht betriebsfähig ist,
ist eine Eröffnung nach Recherchen des SWR wohl erst im Dezember 2031 möglich -
also in fünf Jahren. Die Kosten für "Stuttgart 21" belaufen sich offiziell auf
11,5 Milliarden Euro. Rechnet man die Folgeprojekte dazu, kommt man nach
SWR-Recherchen auf rund 25 Milliarden Euro.
Auf der Suche nach Antworten
Hat die Bahn mit der technischen Neuausrichtung des Bahnhofs zu viel gewollt?
Weiß sie, welche Strategie sie wann und wofür verfolgt? Welche Probleme könnten
die Eröffnung des neuen Bahnhofs weiter verzögern? Welche weiteren Kostenrisiken
gibt es? Die SWR Story "Stuttgart 21 - verplant, verbaut, verschoben" sucht nach
Antworten. Am Donnerstag, 11. Juni 2026 um 21 Uhr im SWR und ab 5 Uhr in der ARD
Mediathek (https://www.ardmediathek.de) .
Historische Verschiebungen
Ende 2026 sollte der Tiefbahnhof eigentlich eröffnet werden. Doch auch dieser
Termin wurde von Bahnchefin Palla im vergangenen Jahr kassiert. Nichts Neues,
denn seit Beginn des Projekts wurden Eröffnungstermine immer wieder verschoben:
Mal hieß es 2019, dann 2021, zuletzt Dezember 2026. Nicht nur für Stuttgart
21-Kritiker wie Boris Palmer ein Trauerspiel.
Verspätungen, Signalstörungen und veraltete Infrastruktur
Wer kennt sie nicht, die langen Laufwege rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof
und die ständigen Zugausfälle im Zentrum von Baden-Württemberg? Weil die Bahn
die Eröffnung von "Stuttgart 21" immer weiter vor sich herschiebt, leiden die
Menschen im Südwesten seit Jahren massiv unter den Einschränkungen durch die
Mega-Baustelle. Befürworter preisen zwar die großartige Architektur des neuen
Bahnhofs, doch die Kritik am mangelhaften Preis-Leistungs-Verhältnis hält an.
Bei der Digitalisierung von "Stuttgart 21" gebe es massive Probleme, meint
Bahnexperte Hans Leister. Ursprünglich sollten keine klassischen Signale mehr
verbaut werden. Jetzt gibt es eine Doppelausrüstung, was das Vorhaben, den
Bahnknoten zu digitalisieren, komplizierter macht.
Der "tägliche Wahnsinn" rund um "Stuttgart 21"
Ein Lokführer von Arverio nimmt ein Team des SWR mit auf seine Fahrt von
Geislingen nach Stuttgart, schildert, was er dort fast täglich erlebt. Je näher
der Zug dem Stuttgarter Knoten kommt, desto deutlicher werden die Probleme:
Signalstörungen, das Warten auf freie Gleise, veraltete Infrastruktur. Der
"tägliche Wahnsinn" eben.
Was sagt die Bahn?
Bahnvorstand Philipp Nagl verweist in der der Doku gegenüber dem SWR auf eine
Revision, in der alles genau angeschaut wird und die Bahn "einen ordentlichen
gesamthaften Überblick" geben wird, "wie es weitergeht". Schriftlich erklärt die
DB: "Die Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH ist damit
beauftragt, bis spätestens Mitte 2026 ein neues Inbetriebnahmekonzept für 'S 21'
zu erarbeiten und mit allen Projektpartnern verbindlich abzustimmen".
Sendung:
SWR Story: Stuttgart 21 - verplant, verbaut, verschoben
Donnerstag, 11. Juni 2026, 21 bis 21:45 Uhr im SWR und ab 5 Uhr in der ARD
Mediathek (https://www.ardmediathek.de)
Autoren: Frieder Kümmerer und Alexander Schweitzer
Die Dokumentation steht für akkreditierte Journalist:innen ab Mittwoch, den
10.6. ca 14 Uhr im SWR Vorführraum (https://eur03.safelinks.protection.outlook.c
om/?url=https%3A%2F%2Fpresse.daserste.de%2Fvideo%2Fvorfuehrraum%2Findex.html&dat
a=05%7C02%7CUrsula.Foelsch%40swr.de%7Ce53b069f208440f3711208de6a52c2a1%7Cbcca095
d88d442f88260cc216b81f62d%7C0%7C0%7C639065100903303611%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8e
yJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUI
joyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=4GFlaDYJMGW2%2BqlJnfQwOObJKKIyZMKS3oQ0OM0ft2w%3D&
reserved=0) zur Sichtung bereit.
Fotos auf http://www.ARD-foto.de
Informationen auch auf: http://swr.li/stuttgart-21-und-kein-ende
Newsletter "SWR vernetzt" http://x.swr.de/s/vernetztnewsletter (https://eur03.sa
felinks.protection.outlook.com/?url=http%3A%2F%2Fx.swr.de%2Fs%2Fvernetztnewslett
er&data=04%7C01%7Cmarcel.jakobi%40swr.de%7C34bf4e45bd2d4726729808d936f3e866%7Cbc
ca095d88d442f88260cc216b81f62d%7C0%7C0%7C637601243466526691%7CUnknown%7CTWFpbGZs
b3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C1000&sd
ata=Gk0Qs5p3aD1uPVkWwVEkcDlkDe3pn4XhrlcCOwPqTiQ%3D&reserved=0)
Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel. 06132 929 32755,
sibylle.schreckenberger@SWR.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7169/6291251
OTS: SWR - Südwestrundfunk
|