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Essen (ots) -
- In vielen Regionen Deutschlands nimmt der Bestand an aktiven Ladepunkten für
E-Autos deutlich zu
- Besonders stark wächst die Schnellladeinfrastruktur (HPC)
- Gleichzeitig zeigen sich große Unterschiede zwischen den Bundesländern bei
Ausbau und Nutzung der Infrastruktur
Die Nutzung öffentlicher Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland nimmt zu,
aber regional kommt die Elektromobilität unterschiedlich voran. Im zweiten
Halbjahr 2025 wurden rund 35,8 Millionen Ladevorgänge registriert, etwa ein
Viertel mehr als in der ersten Jahreshälfte. Insgesamt wurden dabei
hochgerechnet 909 Gigawattstunden Strom geladen, wie https://www.elvah.de/ , der
Datenanbieter für den Elektromobilitätsmarkt, in seinem Lademarkt-Report II.2025
analysiert.
Deutschland lädt unterschiedlich: Ein Blick in die Regionen
Freistaat unter Strom: Bayern zählt zu den größten Lademärkten
Bayern zählt weiterhin zu den größten Märkten für öffentliches Laden in
Deutschland. Im zweiten Halbjahr wurden rund 6,8 Millionen Ladevorgänge
registriert. Gleichzeitig wächst die Infrastruktur deutlich: Die Zahl der
aktiven Schnellladepunkte mit hoher Leistung stieg innerhalb von sechs Monaten
um 19,7 Prozent. Bayern liegt mit 0,51 Ladevorgängen pro Kopf deutlich über dem
Bundesdurchschnitt.
Autoland im Lade-Check: Baden-Württemberg baut Infrastruktur weiter aus
Auch Baden-Württemberg gehört zu den wichtigsten Regionen für öffentliches
Laden. Im zweiten Halbjahr wurden rund 5,6 Millionen Ladevorgänge registriert.
Die Ladeinfrastruktur wächst ebenfalls weiter: Der Bestand an aktiven
Schnellladepunkten nahm innerhalb von sechs Monaten um 15,7 Prozent zu. Mit 0,49
Ladevorgängen pro Einwohner liegt Baden-Württemberg nur knapp hinter
Spitzenreiter Bayern.
Deutschlands größter Lademarkt: Nordrhein-Westfalen bleibt vorne
Nordrhein-Westfalen verzeichnet bundesweit die meisten öffentlichen
Ladevorgänge. Im zweiten Halbjahr 2025 wurden hier rund 7,14 Millionen
Ladevorgänge registriert - mehr als in jedem anderen Bundesland. Pro Einwohner
entspricht das 0,40 Ladevorgängen und liegt damit leicht über dem
Bundesdurchschnitt.
Urbanes Laden in Stadtstaaten: Hamburg zeigt besonders hohe Nutzung
Berlin liegt im Bundesdurchschnitt, wenn es um Ladevorgänge pro Einwohner geht,
obwohl die Stadt besonders dicht besiedelt ist. Allerdings gehört Berlin zu den
Regionen mit besonders starkem Ausbau beim Schnellladen: Innerhalb von sechs
Monaten wuchs der Bestand an aktiven HPC-Ladepunkten um rund 28,7 Prozent und
damit deutlich schneller als in vielen anderen Bundesländern.
Hamburg dagegen weist mit 0,67 Ladevorgängen pro Einwohner die höchste Nutzung
in Deutschland auf und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von
0,39. Ein Grund für die überdurchschnittlich hohe Nutzung öffentlicher
Ladepunkte in Hamburg dürfte auch die zunehmende Elektrifizierung von Taxi- und
Carsharing-Flotten sein, so eine Experteneinschätzung im elvah Lademarktreport.
Regulatorische Maßnahmen wie das seit dem 1. Januar 2025 geltende Verbot neuer
Taxis mit Verbrennungsmotor, sind dabei unterstützende Faktoren für die Nutzung
der öffentlichen Infrastruktur.
Ostdeutschland holt beim Ausbau auf
Zwar liegt die Nutzung öffentlicher Ladepunkte in vielen ostdeutschen
Bundesländern noch unter dem Niveau der westdeutschen Bundesländer, jedoch
wächst die Ladeinfrastruktur dort derzeit besonders dynamisch.
In Mecklenburg-Vorpommern etwa nahm der Bestand an aktiven Ladepunkten innerhalb
von sechs Monaten sowohl in AC und HPC um rund 27 Prozent zu. Auch
Sachsen-Anhalt verzeichnet beim Schnellladen ein überdurchschnittliches
Wachstum, dort stieg die Zahl der aktiven HPC-Ladepunkte innerhalb eines halben
Jahres um 24 Prozent.
Aber auch im Westen verzeichnen kleinere Bundesländer ein überdurchschnittliches
Wachstum: Im Saarland wächst die Ladeinfrastruktur beispielsweise besonders
schnell. Innerhalb von sechs Monaten stieg die Zahl der aktiven AC-Ladepunkte um
21,1 Prozent, der Bestand an aktiven HPC-Ladepunkten erhöhte sich sogar um 28,2
Prozent.
Schnellladen wird immer wichtiger, intensiver Wettbewerb und neue Preismodelle
Erstmals geht das Wachstum der Infrastruktur mit einem messbaren Anstieg der
Auslastung einher: Insbesondere im Schnellladesegment holen die Nutzungszahlen
gegenüber dem Infrastrukturausbau auf - und das bundesweit. Im Wettbewerb der
Ladesäulenbetreiber (CPOs) bleibt EnBW im Schnellladesegment über 130 kW auch im
zweiten Halbjahr 2025 in 14 von 16 Bundesländern Marktführer - lediglich in
Hamburg und Thüringen haben lokale Anbieter in diesem Segment die Nase vorn.
Aral Pulse und Ionity halten ihre Positionen in der HPC-Spitzengruppe stabil,
ebenso EWE Go auf Rang vier. Zugewinne verzeichnen Shell Recharge und die
Pfalzwerke, während ALDI Süd, Fastned und E.ON Drive Infrastructure Marktanteile
verlieren.
Der AC-Markt bleibt fragmentiert und regional geprägt. Neben dem Aggregator
vaylens zählen weiterhin lokale Versorger wie die Berliner Stadtwerke oder die
Stadtwerke Düsseldorf, zu den prägenden Akteuren. Im Vergleich zum ersten
Halbjahr verändert sich die Zusammensetzung der Top-10-Betreiber: Stadtwerke
München und LichtBlick sind zum Jahresende nicht mehr vertreten, während
ChargePoint Germany und eze.network in die Top 10 aufsteigen.
Vom Ausbau zur Nutzung: Der Lademarkt tritt in eine neue Phase ein
Mit der steigenden Nutzung von E-Fahrzeugen verändert sich auch die Dynamik des
Marktes. Die Datenanalysen von elvah zeigen, wie bedeutend dabei regionale
Gegebenheiten sein können und wie erfolgsentscheidend es für Infrastrukturplaner
und -betreiber ist, datenbasiert zu arbeiten. Entscheidend ist künftig nicht
nur, wie viele Ladepunkte gebaut werden - sondern auch, wie gut sie im Alltag
genutzt werden.
Ceren Ahiska, Chief Product Officer bei elvah, ergänzt: "Ausbau allein reicht
nicht mehr. Entscheidend werden Auslastung, Standortqualität und
Betreiber-Effizienz. Wir sehen immer mehr Preisaktionen und Promotions in der
Branche. In einem reifer werdenden Markt wird gerade Preisgestaltung zum
Effizienzhebel: Wer Auslastung und Wirtschaftlichkeit steigern will, muss Preise
und Kampagnen gezielt entlang regionaler Nachfrage steuern. In der nächsten
Marktphase gewinnt, wer Infrastruktur nicht nur baut, sondern datenbasiert
versteht, steuert und aktiviert."
Der vollständige elvah-Report II.2025 steht ab sofort auf LINK
(https://www.elvah.de/reports/report-ii-2025) zum Download bereit.
Über elvah
elvah bündelt Expertise und Datenkompetenz für den Lademarkt. Das Unternehmen
liefert Echtzeit-Marktdaten und praxisrelevante Wettbewerbsanalysen, die
fundierte, datenbasierte Entscheidungen in der Branche ermöglichen. Der elvah
Hub schafft einen zentralen Überblick über Marktentwicklungen und übersetzt
Daten in strategische Handlungsempfehlungen. So erhalten Marktakteure die
Grundlage, Ladeinfrastrukturen systematisch zu analysieren, Entwicklungen
einzuordnen und Optimierungspotenziale direkt umzusetzen.
Pressekontakt:
PIABO Communications
Britta Holzmann
+49 152 59723521
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/154504/6234150
OTS: elvah
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