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Hamburg (ots) - Noch ist es recht ruhig in unseren Gärten, die in Teilen des
Landes wieder schneebedeckt sind. Aber schon bald könnte das fröhliche Tschilpen
der Spatzen zu hören sein. "Sobald Schnee und Frost verschwinden, suchen die
Männchen Nistplätze und umwerben die Weibchen mit energischem Gezwitscher und
aufgeplustertem Gefieder", sagt Lea-Carina Hinrichs von der Deutschen Wildtier
Stiftung.
Nicht umsonst heißt der Spatz auch Haussperling: Als Kulturfolger lebt er seit
rund 10.000 Jahren in enger Nachbarschaft mit dem Menschen. Doch das
nachbarschaftliche Verhältnis ist zunehmend getrübt: Artenarme, aufgeräumte
Gärten mit Zäunen statt Hecken und Schotterflächen statt Staudenbeeten bieten
den geselligen Vögeln weder Unterschlupf noch Nahrung in Form von Samen oder
Insekten. Als typischer Gebäudebrüter ist der Haussperling für seinen Nestbau
zudem auf Mauerspalten, lockere Dachziegel oder mit dichtem Grün bewachsene
Fassaden angewiesen. An den modernen, oft glatten Fassaden mit großen
Fensterfronten findet er keine geeigneten Nischen mehr für sein Nest.
Entsprechend gehen die Bestände zurück: Bundesweit gibt es nur noch rund sechs
Millionen Brutpaare. In Bayern, Hessen und Niedersachsen steht der Haussperling
bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Brutvögel, in Hamburg wird er
dort seit 2018 als gefährdet geführt. In der Hansestadt - wie auch in Berlin,
einst eine Hochburg der Spatzen - hat sich der Bestand zuletzt nahezu halbiert.
In vielen Bundesländern fehlen belastbare Zahlen. "Es ist wichtig, die
Entwicklungen im Spatzenbestand zu erfassen. Nur aufgrund solcher Daten können
geeignete Schutzmaßnahmen eingesetzt werden, um bei Bestandsrückgängen
gegenzusteuern", sagt Hinrichs.
Wer Spatzen helfen möchte, sollte Efeu am Haus erhalten oder dichte Hecken im
Garten pflanzen - sie dienen den Vögeln als Sammelplätze. Auch Nistkästen
helfen. Sie sollten in mindestens vier bis fünf Metern Höhe am Haus angebracht
werden und ein Einflugloch mit vier Zentimetern Durchmesser haben. Wichtig ist
auch, dass heimische Sträucher wie Schlehe oder Weißdorn in der Nähe wachsen.
Sie locken eine Vielzahl von Insekten als Nektarspender und Futterpflanze für
die Larven an. Spatzen brauchen Insekten und ihre Larven als Futter für den
Nachwuchs. Während der Jungenaufzucht entfernen sie sich nicht gern weiter als
100 Meter vom Nest.
Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, die Fortpflanzungs- und Ruhestätten
wild lebender Tiere zu zerstören. Darum müssen bei Gebäudesanierungen Nischen in
der Fassade vorab auf Nester geprüft werden. "Gehen Nistplätze durch die
Sanierung verloren, müssen sie durch spezielle Nistkästen für Gebäudebrüter
ersetzt werden", so Hinrichs. Die Deutsche Wildtier Stiftung engagiert sich in
Hamburg selbst als Spatzenretterin: Sie bringt Nistkästen an und pflanzt
insektenfreundliche Sträucher - zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Schulen oder
in der Hamburger HafenCity, in der glatte Hausfassaden dominieren und bislang
kaum Hecken und Stauden zu finden sind.
"Es lohnt sich, in Brutplätze zu investieren. Denn hat ein Spatz einmal einen
guten Nistplatz gefunden, bleibt er oft über Jahre standorttreu - und sorgt im
Frühjahr für fröhliches Gezwitscher", sagt Artenschützerin Hinrichs.
Fotos auf Anfrage
Pressekontakt:
Jenifer Calvi
Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
Telefon 040-970 78 69 - 14
mailto:J.Calvi@DeutscheWildtierStiftung.de
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de
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OTS: Deutsche Wildtier Stiftung
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