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Hannover (ots) - Die Polizei hat nach dem Niedersachsen-Derby zwischen Hannover
96 und Eintracht Braunschweig am Freitag, 20.03.2026, eine positive vorläufige
Bilanz gezogen. Sowohl die Polizeiinspektion als auch die
Bundespolizeiinspektion Hannover verzeichneten vor, während und nach dem Spiel
nur wenige Zwischenfälle.
Bereits mehrere Stunden vor dem Anpfiff der Abendbegegnung in Hannover begannen
beide Fanlager ihren Weg zum Stadion. Insgesamt verfolgten 42.000 Fans die
Partie vor Ort, darunter rund 4.000 Anhänger aus Braunschweig. Insgesamt reisten
rund 11.500 Fans von Hannover 96 mit der Bahn an. Aus Braunschweig reisten rund
2.400 Fans der Eintracht Braunschweig mit der Bahn zum Spielort in die
Landeshauptstadt - der überwiegende Teil von ihnen direkt mit den speziell für
die Begegnung eingesetzten Entlastungszügen. Oberstes Ziel der Einsatzkräfte war
es, ein direktes Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fanlager sowie vor allem
verfeindeter Gruppierungen zu verhindern. Da in Stadionnähe außerdem ein Konzert
stattfand, sollte allen Teilnehmenden beider Veranstaltungen eine möglichst
stressfreie Anreise ermöglicht werden.
Während die meisten Braunschweig-Fans mit den Zügen zum Bahnhof Fischerhof
gebracht wurden und von dort den Weg zum Stadion zu Fuß antraten, versammelten
sich die 96-Fans am Küchengartenplatz sowie im Bereich Karmarschstraße/Platz der
Göttinger Sieben und liefen von beiden Punkten aus teilweise geschlossen zum
Stadion. Auf dem Weg zum Stadion kam es an verschiedenen Örtlichkeiten zum
Zünden von Pyrotechnik. Die Ermittlungen zu möglichen Tatverdächtigen dauern an.
Die Anreise sowie der Einlass verliefen insgesamt ohne größere Zwischenfälle. In
einem der Züge stellte die Bundespolizei eine Beschädigung eines Nothammers fest
und leitete ein Ermittlungsverfahren aufgrund des Missbrauchs und der
Beeinträchtigung von Nothilfemitteln ein.
Während des Spiels wurde aus beiden Fankurven heraus immer wieder Pyrotechnik
gezündet. Ein massives Abbrennen zu Beginn der zweiten Halbzeit führte zu einer
starken Vernebelung des Spielfeldes, sodass die Partie mehrere Minuten
unterbrochen werden musste. Im Nachgang meldeten sich zwei 96-Fans: Beide gaben
an, durch eine am Stadiondach abgelenkte Feuerwerksrakete jeweils Knalltraumata
erlitten zu haben. Eine der beiden Personen trug zudem eine Verletzung im
Gesicht davon. Bis zum Abpfiff wurden zudem zwei gefährliche Körperverletzungen
bekannt, bei denen vor und während des Spiels im Heimbereich jeweils mehrere
Personen eine Einzelperson angriffen. Beide der angegriffenen Männer wurde dabei
leicht verletzt, die Polizei identifizierte zwei Tatverdächtige und leitete
entsprechende Ermittlungsverfahren ein. Nach dem Abpfiff der Partie verließen
die Fußballfans das Stadion friedlich und traten den Heimweg an. In einer
vorläufigen Bilanz verlief die Abreisephase mit den Entlastungszügen vom Bahnhof
Hannover-Linden/Fischerhof und mit den Regelzügen vom Hauptbahnhof Hannover bis
zur Abfahrt - mit Ausnahme eines Eigentums- sowie Körperverletzungsdeliktes im
Hauptbahnhof Hannover - friedlich. Aufgrund eines technischen Defekts verzögerte
sich die Abfahrt eines Entlastungszuges vom Bahnhof Fischerhof um ca. 30
Minuten. Die Bundespolizeiinspektion Hannover begleitete auch nach der Abreise
in Hannover die weiteren Einsatzmaßnahmen bis zur Ankunft in Braunschweig.
Polizeidirektor Martin Kröger, Inspektionsleiter der Bundespolizeiinspektion und
Polizeiführer des Einsatzes der Bundespolizei, äußert sich zum Einsatzverlauf:
"Die vergangenen Monate und insbesondere die letzten Wochen waren geprägt mit
konstanter und akribischer Vorbereitung. Der weitgehend ruhige Verlauf am
heutigen Tage ist ein Ergebnis der Professionalität aller am Einsatz beteiligten
Einsatzkräfte. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Angehörigen der
Bundespolizei bedanken und auch die gute Zusammenarbeit mit der
Polizeiinspektion Hannover hervorheben. Ein Lob gilt auch dem Großteil der Fans,
die sich im Rahmen der bahnseitigen An- und Abreisephase friedlich verhielten."
"Die Vorbereitungen mit allen Netzwerkpartnern und unser taktisches
Einsatzkonzept einer konsequenten Fantrennung während der An- und Abreise haben
dazu geführt, dass es zu keinen Auseinandersetzungen zwischen den Fanszenen
beider Vereine gekommen ist", erklärte Leitende Polizeidirektorin Nurhan
Özdemir, die den Einsatz auf Seiten der Polizeiinspektion Hannover leitete.
Der Einsatz wurde durch Kräfte der Polizeidirektion Hannover, der Zentralen
Polizeidirektion Niedersachsen sowie die verstärkte Bundespolizeiinspektion
Hannover mit Einsatzkräften der Bundesbereitschaftspolizei,
Unterstützungskräften aus Potsdam, Diensthunden aus der gesamten
Bundespolizeidirektion Hannover sowie durch einen Hubschrauber der
Bundespolizeifliegerstaffel Gifhorn begleitet.
Rückfragen bitte an:
Bundespolizeiinspektion Hannover
Robert Dvorak
Tel.: 0174 / 610 5431
E-Mail: bpoli.hannover.presse@polizei.bund.de
www.bundespolizei.de
X @bpol_nord
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/70388/6240355
OTS: Bundespolizeiinspektion Hannover
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