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Heidelberg (ots) - Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste
Krebserkrankung bei Männern. Während Frühstadien heute sehr gut behandelbar
sind, stellt die fortgeschrittene Erkrankung mit Metastasen die Ärzte vor große
Herausforderungen. Eine neue Kombinationstherapie könnte Patienten nun helfen,
eine der gefürchtetsten Komplikationen zu verhindern: die Infiltration des
Tumors in die Harnblase.
"Das größte Problem bei einem lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom ist nicht
immer die Metastasierung selbst, sondern die lokale Ausbreitung", erklärt der
Urologe Dr. Thomas Dill, Geschäftsführer der Klinik für Prostata-Therapie.
Zusammen mit dem Urologen Dr. Martin Löhr betreibt er seit vielen Jahren in
Heidelberg eine international renommierte Spezialklinik zu Behandlung von
Prostata-Erkrankungen.
"Wenn der Tumor in die Harnblase einwächst, führt das zu dramatischen
Komplikationen: unstillbare Blutungen, kompletter Harnverhalt, chronische
Schmerzen - die Lebensqualität der Patienten bricht regelrecht zusammen", warnt
Thomas Dill.
Diese Infiltration in die Blasenwand ist keine Seltenheit: Bei etwa jedem
dritten Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs kommt es im
Krankheitsverlauf zu dieser Komplikation. Bisher gab es dagegen kaum eine
wirksame Strategie.
Hormontherapie alleine reicht selten
Die Standardtherapie bei metastasiertem Prostatakrebs (PCa) ist die
Hormonbehandlung, die dem Tumor das für sein Wachstum notwendige Testosteron
entzieht. "Diese Therapie ist unverzichtbar und rettet Leben", betont Martin
Löhr. "Aber sie hat einen entscheidenden Nachteil: Sie braucht Zeit. Bis die
volle Wirkung eintritt, vergehen Wochen, manchmal Monate. In dieser Zeit kann
ein aggressiver Tumor irreversibel in die Blase einwachsen."
Genau hier setzt das neue Behandlungskonzept an, das an der Heidelberger
Spezialklinik entwickelt wurde: eine Kombination aus Laser und Ultraschall.
Die Greenlightlaser-Therapie wird in Heidelberg seit vielen Jahren in der
Behandlung der gutartigen Prostata-Vergrößerung, der benignen
Prostatahyperplasie (BPH) sehr erfolgreich eingesetzt. Kaum eine Klinik in
Deutschland kann auf so hohe Behandlungszahlen verweisen wie die Klinik für
Prostata-Therapie.
Einen ebenso großen Erfahrungsschatz nutzen die Urologen beim Einsatz von
hochintensiv-fokussiertem Ultraschall bei der Prostatakrebs-Behandlung. Bekannt
ist das Verfahren unter der Kurzbezeichnung HIFU nach dem Sonablate 500-Prinzip
("High-Intensity Focused Ultrasound", zu Deutsch: "hoch-intensiv fokussierter
Ultraschall").
Das eigentlich Neue an der Behandlung von fortgeschrittenem, metastasierenden
PCa ist die Kombination aus beiden Verfahren, dem Greenlightlaser und dem
HIFU-Prinzip mittels Ultraschall.
Der Weg muss frei werden
Der erste Schritt der Behandlung ist die Greenlightlaser-Therapie. Mit einem
grünen Hochleistungslaser wird Tumorgewebe, das bereits in die Harnblase
hineinwächst und die Harnröhre einengt, gezielt verdampft. "Das ist wie ein
Tunnel, den wir durch den Tumor bohren", erklärt Thomas Dill. "Der Patient kann
sofort wieder normal Wasserlassen - ein enormer Gewinn an Lebensqualität."
Die Greenlight-Technologie hat gegenüber klassischen Verfahren entscheidende
Vorteile: Sie blutet kaum, kann auch bei Patienten mit Blutverdünnern sicher
eingesetzt werden und erfordert meist nur einen kurzen Krankenhausaufenthalt.
Doch die Laser-Behandlung allein würde das eigentliche Problem nicht lösen: Der
Tumor in der Prostata würde weiterwachsen und erneut in die Blase vordringen.
Den Tumor stoppen
Im zweiten Schritt kommt die HIFU-Behandlung ins Spiel. Dabei werden
Schallwellen so gebündelt, dass sie im Tumorgewebe eine Temperatur von über 80
Grad Celsius erzeugen. Die Krebszellen werden regelrecht "gekocht" und sterben
ab.
"Das Entscheidende ist die präzise Fokussierung", sagt Martin Löhr. "Wir
behandeln nicht die gesamte Prostata, sondern gezielt den Tumorherd, der die
Blasenwand bedroht - dort, wo die Not am größten ist. Deshalb sprechen wir von
einer halbseitigen oder fokalen HIFU-Behandlung." Diese gezielte Vorgehensweise
habe mehrere Vorteile: Die Behandlung sei schonender, die Nebenwirkungen seien
geringer, und gesundes Gewebe werde maximal geschont.
Lange Zeit war unklar, in welcher Reihenfolge diese beiden Verfahren am
sinnvollsten kombiniert werden sollten. Die klinische Erfahrung zeigt: Die
Greenlight-Behandlung muss zuerst erfolgen.
"Wenn wir erst die HIFU machen, entsteht ein massives Problem", erklären die
beiden Experten. Das abgestorbene Tumorgewebe schwillt an, es bildet sich eine
Nekrose oder ein Ödem - die Harnröhre würde komplett blockiert. Der Patient
bräuchte sofort einen Dauerkatheter.
Wird hingegen zuerst mit dem Greenlightlaser ein freier Kanal geschaffen, kann
die nachfolgende HIFU-Behandlung keine Abflussprobleme mehr verursachen. "Erst
schaffen wir Platz, dann behandeln wir den Tumor - das ist die Strategie", fasst
Thomas Dill zusammen.
Keine Alternative zur Systemtherapie
Wichtig ist den Medizinern der Hinweis: Diese Kombinationstherapie ersetzt nicht
die notwendige Hormonbehandlung. Bei Patienten mit Lymphknotenmetastasen ist die
Androgendeprivationstherapie absolut unverzichtbar, betonen die Heidelberger
Urologen. Die Kombinationstherapie mit Laser und Ultraschall sei eine Ergänzung,
keine Alternative. Damit lasse sich die kritische Zeit, bis die Systemtherapie
ihre volle Wirkung entfaltet, überbrücken, und schwerwiegende lokale
Komplikationen würden verhindert.
Die Kombinationsmethode folgt damit einem multimodalen Ansatz: Während die
Hormontherapie den Krebs im gesamten Körper bekämpft, kontrollieren Laser und
HIFU den Tumor dort, wo er akut gefährlich wird - an der Blasenwand.
Behandlung nicht für jeden geeignet
Nicht jeder Patient mit fortgeschrittenem Prostatakrebs benötigt diese
aufwändige Kombinationstherapie. Die Indikation ist sehr spezifisch:
- Der Patient muss für beide Eingriffe geeignet sein.
- Die Tumorlokalisation muss für eine gezielte HIFU-Behandlung zugänglich sein.
An der Heidelberger Klinik sprechen die Urologen offen von einer
"Nischensituation". Aber für die betroffenen Patienten könne dieser neue Ansatz
den Unterschied ausmachen: entweder ein jahrelanges Leiden mit Dauerkatheter und
Blutungen - oder ein erträgliches Leben mit akzeptabler Lebensqualität.
Nebenwirkungen nicht verschweigen
Wie jede medizinische Behandlung sind auch Greenlight und HIFU nicht frei von
Nebenwirkungen. Vorübergehende kann es nach der Behandlung beim Wasserlassen
durchaus zu Reizerscheinungen und Harnwegsinfekten kommen, in seltenen Fällen
auch zur Harninkontinenz. Und nach einer HIFU-Therapie wurden auch
Erektionsstörungen beobachtet. Allerdings erhalten die meisten Patienten eine
Hormontherapie, die ebenfalls zu Erektionsstörungen führt. Die Alternative -
eine komplette Blasenentfernung nach Infiltration - wäre im Vergleich allerdings
wesentlich belastender.
Obwohl das Konzept noch relativ neu ist und größere Studien fehlen, sind die
ersten klinischen Erfahrungen ermutigend. "Wir sehen Patienten, die nach der
Kombinationsbehandlung über Jahre hinweg keine Blaseninfiltration entwickeln",
berichtet Thomas Dill. "Die lokale Tumorkontrolle funktioniert, und gemeinsam
mit der Systemtherapie können wir vielen Männern ein würdevolles Leben
ermöglichen."
Besonders wichtig sei der richtige Zeitpunkt: Je früher die Behandlung einsetze,
desto besser. Wenn der Tumor erst einmal die gesamte Blasenwand durchsetz habe,
sei es zu spät.
Zusammenarbeit gefragt
Die erfolgreiche Umsetzung dieser Therapiestrategie erfordert eine enge
Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Urologen, Onkologen,
Strahlentherapeuten und Radiologen müssen gemeinsam den optimalen
Behandlungsplan für jeden einzelnen Patienten entwickeln. Prostatakrebs im
fortgeschrittenen Stadium ist keine Erkrankung mehr, die ein einzelner Arzt
allein behandeln kann. "Wir brauchen Tumorboards, in denen alle Disziplinen
zusammenkommen und gemeinsam entscheiden. Nur so können wir moderne Konzepte wie
die Kombination aus Greenlight und HIFU sinnvoll einsetzen", meint Urologe Löhr.
Medizinische Forschung und Entwicklung verlaufen auf diesem Gebiet rasant, und
neue Technologien sind in der Erprobung: Noch präzisere HIFU-Systeme mit
Echtzeit-Bildgebung, verbesserte Laserverfahren und die Kombination mit modernen
Medikamenten wie Androgenrezeptor-Antagonisten der neuesten Generation
versprechen weitere Fortschritte in der Prostatakrebs-Behandlung. Die Zukunft
der Krebsbehandlung liegt offensichtlich in einer intelligenten Kombination aus
minimaler Invasivität und maximaler Präzision.
Kontakt zur Klinik:
Klinik für Prostata-Therapie im Medizinischen Zentrum Heidelberg :medZ
Bergheimer Straße 56a
D-69115 Heidelberg
Tel.: +49 6221 65085-0
Fax.: +49 6221 65085-11
mailto:info@prostata-therapie.de
https://www.prostata-therapie.de
Allgemeine Informationen
Die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie hat sich auf modernste und
schonendste Methoden zur Diagnose und Behandlung von Prostata-Erkrankungen
spezialisiert. In vielen Bereichen gilt die Privatklinik als Wegbereiter
moderner Therapieformen: So wurde an der Klinik für Prostata-Therapie die
Methode des 'Hochintensiv Fokussierten Ultraschalls' (High Intensity Focused
Ultrasound, HIFU) erstmals in Deutschland zur Behandlung von Prostatakrebs
eingesetzt. Auch bei der gutartigen Vergrößerung der Prostata (Benigne
Prostatahyperplasie, BPH) war die Klinik Vorreiter: Hier kam erstmals in
Deutschland der sogenannte Grüne Laser (Greenlightlaser) zum Einsatz. Ein neu
entwickeltes Kombinationsverfahren aus hochauflösender, standardisierter
MRT-Untersuchung (MRT: Magnetresonanz-Tomographie) und Ultraschall-Bildgebung
verbessert die Krebsdiagnose und mindert die Zahl notwendiger Biopsien.
Die Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie im :medZ GmbH wurde im Jahr 1994
von dem Urologen Dr. med. Joachim-Ernst Deuster gegründet. Der Klinik für
Prostata-Therapie, eingetragen im Handelsregister (Abt. B des Amtsgerichtes
Mannheim, HRB-Nr. 335030) wurde gem. § 30 der Gewerbeordnung mit Wirkung vom
03.11.2008 die Konzession zum Betrieb einer Privatkrankenanstalt im Anwesen
Bergheimer Straße 56a, 69115 Heidelberg, erteilt. Die geschäftsführenden Ärzte
sind Dr. Thomas Dill und Dr. Martin Löhr.
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Martin Boeckh
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OTS: Klinik für Prostata-Therapie Heidelberg
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