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Düsseldorf (ots) - Statistik: Apothekenzahlen | Sieben Schließungen stehen vier
Neueröffnungen gegenüber - Alarmsignal für Kommunen
Die Zahl der öffentlichen Apotheken in den Regierungsbezirken Düsseldorf und
Köln (Kammerbezirk Nordrhein) ist auch im ersten Quartal 2026 weiter gesunken.
Zum Stichtag 1. April versorgen noch 1.893 Apotheken die Menschen zwischen
Niederrhein und Bergischem Land. "Zu Jahresbeginn waren es noch drei Apotheken
mehr - sieben Schließungen stehen lediglich vier Neueröffnungen gegenüber",
schildert Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein und der
Bundesapothekerkammer, die Lage. "Dieser Trend ist nicht neu, sondern hält seit
mehr als 25 Jahren an. Dennoch bereitet uns die Entwicklung zunehmend Sorge."
Ein Blick auf die längerfristige Entwicklung verdeutlicht die strukturellen
Veränderungen vor Ort: In den vergangenen 15 Monaten haben die Kommunen im
Kammerbezirk Nordrhein insgesamt 47 öffentliche Apotheken verloren - ein
Rückgang von 2,4 Prozent.
Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage haben Apothekerinnen
und Apotheker zuletzt bundesweit protestiert, unter anderem in Berlin,
Düsseldorf, Hannover und München. Sie machten dabei auf steigende Belastungen
und die zunehmende Gefährdung der wohnortnahen Arzneimittelversorgung
aufmerksam.
"Jede einzelne Schließung schwächt die Versorgungssicherheit", betont Dr. Stefan
Derix, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein. "Die Wege -
insbesondere im Nacht- und Notdienst - werden länger. Aktuelle Untersuchungen,
die wir gemeinsam mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe durchgeführt haben,
zeigen zwar, dass es derzeit noch in jeder Gemeinde in Nordrhein-Westfalen
mindestens eine Apotheke gibt. Doch wie lange das so bleibt, ist ungewiss."
Dr. Hoffmann warnt zudem vor einem Gewöhnungseffekt: "Der Begriff
'Apothekensterben' darf nicht zur Normalität werden. Die aktuellen Zahlen sind
ein klares Alarmsignal für die Kommunen. Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern
sowie Landrätinnen und Landräten sollten sich für die Situation vor Ort
interessieren. Apotheken bieten den Menschen niedrigschwellige Hilfe - ohne
Termin und oft ohne lange Wartezeiten."
Mit Blick auf die Vorschläge der Expertenkommission zur Stabilisierung der
gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mahnen Dr. Hoffmann und Dr. Derix, die
Arzneimittelversorgung nicht zum Gegenstand weiterer Sparmaßnahmen zu machen.
"Apotheken sind keine Kostenstelle, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der
Gesundheitsversorgung. Einsparungen an dieser Stelle gefährden die Sicherheit
der Patientinnen und Patienten", so der Kammerpräsident.
Die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Fixhonorars müsse nun umgesetzt
werden. "Unsere Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat dabei unsere volle
Unterstützung. Wir vertrauen darauf, dass die dringend notwendige Anpassung noch
in diesem Jahr erfolgt. Denn eine sichere Arzneimittelversorgung vor Ort ist
keine Selbstverständlichkeit. Wer sie erhalten will, darf nicht an den Apotheken
sparen. Gerade junge Kolleginnen und Kollegen brauchen verlässliche politische
Signale, dass sich die Übernahme oder Gründung einer Apotheke auch künftig
lohnt."
Über uns: Apothekerkammer Nordrhein
Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) ist als Körperschaft des öffentlichen
Rechts Trägerin der berufsständischen Selbstverwaltung der Apothekerinnen und
Apotheker, die in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf arbeiten oder
leben. Sie vertritt die Interessen der über 12.200 Kammerangehörigen, die in
öffentlichen Apotheken, Krankenhäusern, Wissenschaft, Industrie und Verwaltung
oder bei der Bundeswehr tätig sind. Die Apotheke vor Ort übernimmt eine
hoheitliche Aufgabe: die sichere, vom Heilberuf getragene, wohnortnahe
Versorgung der Menschen mit Arznei- und Hilfsmitteln, 365 Tage im Jahr, rund um
die Uhr.
Übersicht Neueröffnungen und Schließungen öffentlicher Apotheken
Vor allem für regionale Medien steht eine Übersicht pro Kreisstelle auf der
Internetseite der AKNR im Bereich "Presse" zur Verfügung. Für folgende
Kreisstellen liegen detaillierte Informationen zu Schließungen und
Neueröffnungen im ersten Quartal dieses Jahres vor: Bonn, Duisburg, Düren,
Düsseldorf, Erftkreis, Essen, Euskirchen, Heinsberg, Kleve, Köln, Krefeld,
Leverkusen, Mettmann, Mönchengladbach, Mülheim, Neuss, Oberbergischer Kreis,
Oberhausen, Remscheid, Rhein-Berg.-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Solingen,
Städteregion Aachen, Viersen, Wesel, Wuppertal. Die entsprechende Tabelle ist
auch über diesen Kurzlink zu erreichen: https://ak.nrw/pm260410
Pressekontakt:
Jens A. Krömer
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Apothekerkammer Nordrhein
Poststr. 4
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 8388-119
https://www.aknr.de/presse
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/15266/6252591
OTS: Apothekerkammer Nordrhein
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