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Kiel (ots) - Für das Jahr 2025 ist ein Rückgang der Fallzahlen der
Landeshauptstadt Kiel zu verzeichnen. Nach Jahren kontinuierlicher Rückgänge von
2018 bis 2021 und einem Anstieg in den Jahren 2022- 2024. Die registrierten
Delikte fielen von 28.128 auf 25.158 (- 2.970) und damit um 10,6 %. Die Zahl der
bekannt gewordenen Straftaten befindet sich damit in einem mittleren Wert im
Vergleich der letzten zehn Jahre. Die Aufklärungsquote ist mit 52,3 Prozent
gegenüber dem Vorjahr gestiegen. (2024: 49 Prozent).
Diebstahl bleibt dominierendes Delikt
Mehr als 50 Prozent aller registrierten Straftaten in Kiel sind
Diebstahlsdelikte (12.616 Fälle, 2024: 15.004). Gegenüber dem Vorjahr entspricht
das einem Rückgang von 15,9 Prozent. Der Anteil im Land beträgt 34,9 Prozent.
Die Verteilung zwischen einfachem und schwerem Diebstahl ist fast ausgeglichen
und damit nahezu identisch zum Vorjahr.
Leichter Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen - höhere Aufklärungsquote
Mit 208 Taten ist die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle im Vergleich zum
Vorjahr (198 Taten) wieder leicht angestiegen. Während es 2024 noch einen
Rückgang der Zahlen auf 198 Fälle gab, ist für diesen Deliktsbereich im Jahr
2025 eine leichte Zunahme zu verzeichnen (Land SH -15,9 %). Auch die gestiegene
Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruchsdiebstahl in den vergangenen Jahren zeugt
von den Anstrengungen der Polizei in diesem Deliktsfeld. Der Trend, dass im die
Täter ihr Vorhaben nicht vollenden können, setzt sich weiter fort, 48 % und
damit etwas weniger als die Hälfte der Taten wurden im Versuchsstadium
abgebrochen. Dies wird u. a. auch Ergebnis der gesteigerten Wachsamkeit von
Nachbarn bzw. verbesserter Sicherheitstechnik und der Umsetzung polizeilicher
Konzepte sowie einer Strafverschärfung sein. In dem Zusammenhang appelliert die
Polizei, bei entsprechenden Auffälligkeiten im Wohnumfeld sofort die 110 zu
wählen. Schnelle Fahndungen erhöhen die Chance Täter auf frischer Tat zu
stellen.
Einbrüche in Keller- und Bodenräume sowie Waschküchen gesunken
Diebstähle in Boden-, Kellerräume und Waschküchen werden polizeilich überwiegend
der indirekten Beschaffungskriminalität, also um Geld für den Kauf von Drogen zu
erhalten, zugeordnet. Im Bereich dieser Art der Einbrüche hat sich die
Entwicklung der vergangenen Jahre nicht fortgesetzt. Hier sind z. T. erhebliche
Rückgänge zu registrieren. Im vergangenen Jahr gab es hier einen erheblichen
Anstieg (86,1 % zu 2023). Im aktuellen Jahr wurden 1832 Fälle und damit 810
(-30,7 %) weniger als 2024 in diesem Deliktsbereich erfasst. Landesweit ist
ebenfalls ein Rückgang der Fallzahlen um 19,0 % zu verzeichnen. Im aktuellen
Jahr wurden 1832 Fälle und somit 810 (-30,7 %) weniger als 2024 in diesem
Deliktsbereich erfasst. Landesweit ist ebenfalls ein Rückgang der Fallzahlen um
19,0 % zu verzeichnen. Gerade in urbanen Bereichen mit einer hohen Anzahl an
Mehrfamilienhäusern ist festzustellen, dass durch nicht verschlossene
Hauseingangstüren günstige Tatgelegenheiten für die Täter vorhanden sind. Die
meisten Taten entfielen auf den Stadtteil Südfriedhof mit 356 (265 in 2024, +91)
Fälle. Im vergangenen Jahr war dies noch im Stadtteil Gaarden-Ost der Fall, hier
ist ein erheblicher Rückgang der Taten um - 47,8 % von 366 in 2024 auf 191
registrierte Fälle in 2025 zu vermelden.
Fahrraddiebstähle und Diebstähle an / aus Kfz gesunken
Erfreulich ist auch die Entwicklung des Bereichs Aufbruch und Diebstahl an/aus
KFZ hier sind die Fälle um 514 auf 1.363 Fälle (2024: 1.877) gesunken (-27,4
Prozent). Der Diebstahl von Fahrrädern ist um 658 auf 1719 Fälle (-27,68 %)
gesunken. In 2024 waren es noch 2377 Taten.
Leichter Rückgang der Rohheitsdelikte und Raubstraftaten
Als Rohheitsdelikte werden Raub- und Körperverletzungsdelikte sowie Straftaten
gegen die persönliche Freiheit wie z. B. Nötigung, Bedrohung, Nachstellung oder
Freiheitsberaubung zusammengefasst. Im gesamten Deliktsbereich hat es einen
leichten Rückgang auf 3.857 Fälle gegeben (2024: 3.903 Fälle, -46 Fälle also
-1,2 %). Landesweit ist ebenfalls ein Rückgang um 1,7 % berichteter Fälle zu
verzeichnen. In den vergangenen drei Jahren war ein stetiger Anstieg der
Rohheitsdelikte zu verzeichnen. Dieser Trend setzte sich in diesem Jahr nicht
fort. Die Anzahl der Raubtaten ist wie auch im Landestrend um 21 Fälle auf 260
(Vorjahr 281) Taten gesunken, was einer Abnahme um - 7,5 % (nach einem Anstieg
im Vorjahr von 18,1 %) entspricht. Die Polizei hatte nach dem Anstieg im Jahr
2024 neben gezielten Präventionsmaßnahmen auch auf verstärkte Polizeipräsenz an
entsprechenden Brennpunkten gesetzt, um das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen
und Bürger zu stärken und Gewaltdelikte weiter einzudämmen.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gesunken - Aufklärungsquote
gestiegen
Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist in diesem Jahr
von 351 Fälle in 2024 auf 328 Fälle in 2025 gesunken (9,4 %). Auf Landesebene
hat es ebenfalls eine Abnahme um 5,2 % gegeben.
In dem Deliktsbereich des Verbreitens von Kinder- und Jugendpornografie gab es
im Jahr 2025 einen leichten Anstieg von zwei Fällen auf 82 (80 in 2024) Fälle.
Nach einem enormen Anstieg der Fallzahlen in den vergangenen Jahren deutet sich
hier mittlerweile eine gewisse Konsolidierung an. Die Aufklärungsquote stieg in
2025 um 2 Prozentpunkte auf 81,8 (2024: 79,8). Es wurden 250 Tatverdächtige
ermittelt.
Vermögens- und Fälschungsdelikte gesunken
Dieser Deliktsgruppe werden Straftaten u. a. aus den Bereichen Betrug,
Veruntreuung, Unterschlagung, Urkundenfälschung, Geld- und Wertzeichenfälschung
und Fälschung von unbaren Zahlungsmitteln zugeordnet. Mit 2.774 Taten, gegenüber
2.965 aus dem Vorjahr, ist die Zahl der Fälle um 191 bzw. 6,60 % gesunken. Bei
688 (Vorjahr 807) Vermögens- und Fälschungsdelikten ist als Tatmittel "Internet"
registriert worden. Damit haben die Vermögens- und Fälschungsdelikte einen
Anteil von nahezu 52,3 % an der Gesamtheit der unter Internetnutzung
registrierten Straftaten.
Die Hinwendung zum Internet hat auch im Feld der Vermögens- und
Fälschungsdelikte die polizeiliche Arbeit beeinflusst. Durch entsprechende
tagesaktuelle Präventionshinweise warnt die Polizei Kiel direkt bei Erkennen
einschlägiger Tatserien wie z. B. Anrufe von "falschen Polizeibeamten" oder
"WhatsApp-Betrugsfällen" vor neuen Taten.
Partnerschaftsgewalt weiterhin auf hohem Niveau
Zu den Straftaten im Bereich Partnerschaftsgewalt zählen Straftaten gegen das
Leben, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sowie der Bereich der
Rohheitsdelikte in Bezug auf die Beziehung zwischen Täter und Opfer (häuslicher
Nahbereich). Im Jahr 2025 wurden in der Landeshauptstadt Kiel 619 Fälle der
Partnerschaftsgewalt verzeichnet. Den Hauptanteil machen hier die vorsätzlichen
Körperverletzungen (340 Fälle), gefolgt von den gefährlichen Körperverletzungen
(89 Taten) aus. In 162 Fällen wurden Opfer bedroht, gestalkt oder genötigt. Die
Opferzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr (563 in 2024) um 9,9 % gestiegen.
Dabei wurden fast ausschließlich Frauen (501 Frauen: 80,9 %) Opfer
partnerschaftlicher Gewalt. Um möglichen Gewalteskalationen in Fällen der
partnerschaftlichen Gewalt zu begegnen, wurde im Frühjahr 2024 das
Hochrisikomanagement in der Polizeidirektion Kiel eingerichtet, mit welchem
schwere Fälle häuslicher Gewalt frühzeitig erkannt bzw. verhindert werden
sollen. Es ermöglicht zusammen mit anderen behördlichen und nicht behördlichen
Partnern, zum Beispiel in Fallkonferenzen, eine fundierter Bewertung, erhöht die
Sensibilität und schafft Handlungssicherheit, um bereits frühzeitig die
Gewaltspirale zu durchbrechen.
Familiäre Gewaltdelikte
Familiäre Gewalt wird nach folgenden Kriterien differenziert: Kinder, Enkel,
Eltern, Großeltern, Geschwister, Schwiegereltern, -sohn, -tochter und sonstige
Angehörige. Insgesamt wurden im Jahr 2025 in der PKS 262 Opfer familiärer Gewalt
erfasst, das ist ein Anstieg um 32 Taten im Vergleich zum Vorjahr.
Straftaten der häuslichen Gewalt gehören zu den Delikten mit einem großen
Dunkelfeld. Aufgrund der Beziehungsstrukturen wird nur ein geringer Teil der
Delikte bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt.
Jugendkriminalität
Die Jugendlichen (14-17 Jahre) stellen 8,31 % (Vorjahr: 9,57 %) der ermittelten
Tatverdächtigen bei einem Anteil von gut 3,28 % an der Kieler Bevölkerung. Bei
der Gruppe der Jugendlichen als Tatverdächtige ist somit ein Rückgang von 1,26
Prozentpunkten zu verzeichnen. Die Heranwachsenden (18-20 Jahre) waren mit 7,51
% (Vorjahr: 7,63 %) bei den Tatverdächtigen und nur zu 3,37 % in der Bevölkerung
vertreten. Zusammengefasst stellt die Gruppe der 14- bis 20-Jährigen 15,82 %
(Vorjahr: 17,2 %) der Tatverdächtigen bei nur 6,66 % der Kieler Bevölkerung dar.
Gut ist, dass die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren, wie
schon im Vorjahr, in 2025 weiter gesunken ist. Im Deliktsbereich der Raubdelikte
bleibt die Anzahl der berichteten Fälle in Verbindung mit Tatverdächtigen unter
21 Jahren auf dem Niveau des vergangenen Jahres.
Anstieg von Messerangriffen in Kiel - jedoch hohe Aufklärungsquote
Mit Besorgnis stellt die Polizei fest, dass zum Beispiel bei Raubtaten und
Körperverletzungen zunehmend Messer eingesetzt wurden. In 2025 wurden in der
Landeshauptstadt Kiel 207 Straftaten mit dem Phänomen Messerangriff erfasst.
Dies sind 35 Fälle (20,3 %) mehr als im Jahr 2024 (172 Fälle), auch im Land
Schleswig-Holstein stiegen die Fälle in diesem Phänomenbereich um 8,0 %.
In den Stadtteilen Gaarden-Ost und Mettenhof gefolgt vom Stadtteil Südfriedhof
ereigneten sich die meisten Messerangriffe. Es zeigen sich große Unterschiede
zwischen den Stadtteilen. Von insgesamt 211 Opfern wurden 64 leicht und 17
schwer verletzt. In einem Fall endete der Angriff tödlich. 71 Opfer blieben
unverletzt oder der Grad der Verletzung wurde nicht bekannt. In 47 % der Fälle
gab es zwischen Täter und Opfer keine formale Beziehung, in 7 % der Fälle ist
dies ungeklärt. Von 207 berichteten Fällen eines Messerangriffs konnten 164
Fälle aufgeklärt werden, dies entspricht einer Aufklärungsquote von 79,22 %. Zum
überwiegenden Teil geschahen die Taten auf öffentlichen Straßen/ Wegen/ Plätzen
(99 Fälle) gefolgt von Taten in Mehrfamilienhäusern/ Wohnblöcken (44 Fälle).
Dabei konnten in 2025 insgesamt 188 Tatverdächtige ermittelt werden. In 89 % der
Fälle handelt es sich um Männer und zwei Drittel der Tatverdächtigen sind 21
Jahre alt oder älter.
Diese Tendenz setzt sich im weiteren Betrachtungszeitraum fort, so dass es
rechnerisch in 2024 beinahe jeden zweiten Tag zu einer Tat kam, die diesem
Phänomen zugeordnet werden kann. Taten unter Einsatz eines Messers sind
grundsätzlich von erheblicher Gefährlichkeit. Nicht selten ist die Schwere der
Folge für die Opfer vom Zufall abhängig.
Dem Phänomen des Messerangriffes möchte man u. a. durch die am 28. März 2026
errichteten Waffenverbotszonen begegnen. Darüber hinaus führt die Polizei
bereits heute verstärkte Kontrollaktivitäten im öffentlichen Nahverkehr durch.
Grundlage hierfür ist die seit Ende 2024 gültige Landesverordnung über das
Verbot des Führens von Waffen und Messern in Verkehrsmitteln des öffentlichen
Personennahverkehrs. Darauf basierende Kontrollen zeigen, dass immer weniger
Messer mitgeführt werden, was auf eine positive Verhaltensänderung innerhalb der
Bevölkerung hindeutet
Gewalt gegen Polizeibeamte und gleichstehende Personen leicht rückläufig
Die Entwicklung der Fallzahlen ist auch im Zusammenhang mit den Übergriffen aus
der Silvesternacht 2022/ 2023 in den Fokus geraten. Seit Jahren befinden sich
die Fallzahlen auf einem hohen Niveau, wobei sie von 217 Fällen im Jahr 2024 auf
197 Fälle in 2025 gesunken sind (-9,2 %). Im Land Schleswig-Holstein ist
insgesamt ein Rückgang von 4,2 % zu verzeichnen.
Rauschgiftkriminalität - Schwerpunkt auf Handel und Besitz harter Drogen -
Verdrängung des offenen Konsums aus dem öffentlichen Raum
Unter Rauschgiftkriminalität versteht man Verstöße gegen das
Betäubungsmittelgesetz (Rauschgiftdelikte) und Fälle direkter
Beschaffungskriminalität (dazu gehören: Diebstähle, Raub und Fälschungsdelikte
zur Erlangung von Betäubungs- oder Ausweichmitteln). Bei Rauschgiftdelikten
handelt es sich um so genannte Kontrollkriminalität, da hier regelmäßig keine
Anzeigenerstattungen von möglichen Opfern zu erwarten sind. Insofern sind
statistische Schwankungen wesentlich auf veränderten polizeilichen
Verfolgungsdruck zurückzuführen. Für das Jahr 2025 sind 664 Fälle (2024: 859
Fälle) erfasst worden, dies sind 195 Delikte bzw. 22,70 % weniger als im
Vorjahr.
Nach dem Konsum-Cannabisgesetz wurden in 2025 133 Fälle erfasst, dieses Gesetz
erlaubt den Besitz und Anbau von Cannabis für Erwachsene unter bestimmten
Vorgaben.
Durch optimierte Kontrollaktivitäten sowie die Einrichtung einer "Besonderen
Aufbauorganisation (BAO)" wurden im Bereich Kokain/ Crack mehr Delikte
festgestellt. Im Berichtsjahr 2025 wurden 205 Fälle (188 in 2024) erfasst. Die
Fallzahlen des Handels mit diesen Substanzen im öffentlichen Raum konnten durch
verbesserten Kontrolldruck verringert werden. Hier ist ein Rückgang von 11,1 %
gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Anteilig nimmt Kokain/ Crack mit 37 % den
größten Anteil im Bereich der Rauschgiftkriminalität ein. Diese Entwicklung
spiegelt wesentlich die Verschiebung der polizeilichen Ermittlungsaktivitäten
wider. So wurden weniger Konsumentendelikte eingeleitet, sondern mehr
Ermittlungen im Bereich der serien- und bandenmäßigen Rauschgiftkriminalität
geführt. Dies ergibt sich auch aus den Verfahren, die im Zusammenhang mit der
erfolgreichen Entschlüsselung kryptierter Kommunikation durch internationale
Sicherheitsbehörden entstanden sind. Ferner wurde besonders intensiv im Bereich
des 4. Polizeireviers mit der Ermittlungsgruppe Straßendeal der Handel mit
Betäubungsmitteln auf dem Ostufer in den Fokus polizeilicher Aktivitäten
genommen.
Die Zahl der erfassten Drogentoten in der Landeshauptstadt ist mit vier Fällen
gegenüber einem Fall im Jahr 2024 wieder angestiegen.
Mit spezialisierten Ermittlungseinheiten zur Bearbeitung von Mehrfachtätern bzw.
zur Bearbeitung von Cybercrime ist die Polizeidirektion Kiel gut aufgestellt, um
festgestellten oder prognostizierten Entwicklungen in unterschiedlichsten
Bereichen entgegenzuwirken. Im Jahr 2024 wurde darüber hinaus ein neues
Kommissariat zur Bekämpfung der Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von
Kindern und Jugendlichen im Internet eingerichtet.
Fazit: Effektive Kriminalitätsbekämpfung durch gezielte Maßnahmen der
Polizeidirektion Kiel
In der Gesamtschau sieht sich die Polizeidirektion Kiel z. B. durch das
Kriminalitätsbekämpfungssystem (KBS) oder durch eine kontinuierliche (tägliche)
Lageanalyse auf dem richtigen Weg, um sehr schnell auf sich entwickelnde
Kriminalitätsbrennpunkte reagieren zu können. So kann mit abgestimmten,
gezielten Maßnahmen wie Präsenzerhöhung oder Informationsveranstaltungen zur
Prävention auf die wechselnden Herausforderungen der Kriminalität reagiert
werden.
Nach nennenswerten Fallzahlsteigerungen im vergangenen Jahr ist die Kriminalität
in Kiel im Jahr 2025 auf breiter Front deutlich zurückgegangen. Eine Abnahme um
2.970 Fälle auf 25.128 Fälle (-10,6 %) stellt eine erfreuliche Entwicklung dar.
Die absoluten Zahlen bewegen sich nun im Bereich eines langjährigen Mittelwerts.
Trotz deutlicher Rückgänge bei den Fallzahlen konnten 2025 mehr Tatverdächtige
(8.220) als 2024 (8.173) ermittelt werden. Dies spiegelt sich auch in der
Aufklärungsquote wider, die von 49 % auf 52,3 % gestiegen ist.
Die positive Entwicklung der Fallzahlen gilt für alle wesentlichen
Deliktsbereiche. Vor allem aber die Diebstahlskriminalität ist stark gesunken.
Nach wesentlichen Steigerungen im Vorjahr haben die Zahlen beim Einbruch in
Keller und Bodenräume bzw. beim Diebstahl an/ aus KFZ wieder signifikant
abgenommen. Dieses für 2025 gesetzte Ziel wurde somit voll erreicht und bedingt
insbesondere für den Stadtteil Gaarden-Ost einen deutlichen Rückgang der
Fallzahlen insgesamt. Ein leichter Anstieg beim Wohnungseinbruchdiebstahl stellt
einen kleinen Wermutstropfen dar, diese Zahlen bewegen sich allerdings weiter
auf einem historisch niedrigen Niveau.
Dem Gesamttrend folgend sind auch die Zahlen bei den Rohheitsdelikten gesunken.
Wichtig zu verzeichnen ist dabei eine deutliche Abnahme bei den Raubdelikten.
Problematisch bleiben Fälle, bei denen ein Messer unmittelbar gegen eine Person
angedroht oder eingesetzt wird. In 2025 wurden in Kiel 207 derartige Fälle (20,3
% mehr als im Vorjahr) erfasst, wobei ein Messer tatsächlich 75-mal angewandt
wurde. Dieser auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht bedenklichen Entwicklung
kann die Einrichtung von Messerverbotszonen entgegenwirken - dies gilt es in
2026 genau zu beobachten.
Weiterhin haben auch die Vermögens- und Fälschungsdelikte abgenommen. Trotzdem
versucht die Polizei Kiel dem leider zu bescheinigenden Einfallsreichtum der
Betrüger mit immer neuen Präventionshinweisen zu begegnen. Anrufe von "falschen
Polizeibeamten" spielen weiterhin eine große Rolle und verursachen genauso wie
der "Cybertrading Fraud (CTF)" regelmäßig Schadenssummen von mehreren
Zehntausend Euro. Eine in Kiel angesiedelte Ermittlungsgruppe bearbeitet diese
Delikte für Schleswig Holstein und konnte im Jahr 2025 in unterschiedlichen
Staaten mehrere Täter festnehmen.
Die vollständige Kriminalstatistik 2025 der Stadt Kiel kann unter folgendem Link
eingesehen werden: https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/minister
ien-behoerden/POLIZEI/DasSindWir/PDen/Kiel/_downloads/pks/pks_pdkiel_2025.pdf
Für Rückfragen steht die Pressestelle Kiel telefonisch unter der bekannten
Rufnummer zur Verfügung.
Der Leiter der Bezirkskriminalinspektion Kiel Alexander Hahn wird am 9. April
2025 um 10 Uhr im Rahmen eines Pressegesprächs die Kriminalitätsentwicklungen im
Jahr 2025 erläutern und einordnen. Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich
an Medienvertreterinnen und -vertreter. Zur besseren Planbarkeit bitten wir um
Anmeldung bis Mittwoch, 8. April, 14 Uhr, unter der Rufnummer 0431 / 160 2010.
Stephanie Lage, Pressesprecherin der Polizeidirektion Kiel
Rückfragen bitte an:
Polizeidirektion Kiel
Pressestelle
Gartenstraße 7
24103 Kiel
Tel. +49 (0) 431 160 2010
E-Mail pressestelle.kiel.pd@polizei.landsh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/14626/6250106
OTS: Polizeidirektion Kiel
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