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Remagen (ots) - Allgemeines und Grunddaten:
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller der
Polizei in einem bestimmten geografischen Raum bekannt gewordenen
strafrechtlichen Sachverhalte. Im Fall der PI Remagen umfasst dieser Raum die
Städte Remagen und Sinzig, Stadt und Verbandsgemeinde Bad Breisig sowie große
Teile der VG Brohltal - ein Gebiet von rund 200 qkm mit insgesamt etwa 61000
Einwohnern.
Straftatenaufkommen rückläufig:
Im Vergleich zum Jahr 2024 ist das Straftatenaufkommen bei der PI Remagen im
Jahr 2024 gesunken. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 3162 Straftaten erfasst,
was einer Reduzierung der Straftaten um 13,06 % (- 475 Fälle) darstellt.
Von den im Jahr 2025 erfassten 3162 Straftaten konnten 1867 Fälle aufgeklärt
werden. Dies entspricht einer AQ von 59,0 %, (2024 60,2 %). Es wurden 1374
Personen als Tatverdächtige erfasst (Vorjahr 1.736), darunter 39 Kinder (bis
unter 14 Jahre), 74 Jugendliche (14-17 Jahre) und 65 Heranwachsende (18 - unter
21 Jahre). Damit wurden insgesamt 178 Tatverdächtige unter 21 Jahren
festgestellt, was einem Anteil an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen
von ca. 12,95 % entspricht. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen (TV)
lag bei 30,7% und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 % gestiegen.
Von den bereits erwähnten 3162 registrierten Straftaten wurden 1738 Fälle bei
der PI Remagen abschließend bearbeitet. Das entspricht einem Anteil von ca. 55
%. Die nicht abschließend bearbeiteten Strafanzeigen wurden dabei jedoch in
aller Regel von der Remagener Polizei im sogenannten -Ersten Angriff-
aufgenommen, in der Folge aber bei anderen Dienststellen, in deren eigentlicher
Zuständigkeit die Sachbearbeitung liegt, endbearbeitet. Andere Dienststellen in
diesem Zusammenhang sind hier zum Beispiel die Kriminalinspektion Mayen, die
Bundespolizei (insbesondere bei Delikten im und um den Bahnverkehr), sowie in
besonderen Einzelfällen auch die kriminalpolizeilichen Dienststellen in Koblenz.
Dabei liegt der Schwerpunkt in der Zusammenarbeit sicherlich bei der KI Mayen.
Die enge Zusammenarbeit mit der KI Mayen wurde seit Juli 2024 durch die
Landesreform und Umstrukturierung der Kriminalpolizei zusätzlich intensiviert.
Der erste Angriff findet oftmals durch die Kolleginnen und Kollegen des
Wechselschichtdienstes der PI Remagen statt, die Endsachbearbeitung liegt häufig
bei der KI Mayen, seit Juli 2024 in vielen Deliktsbereichen beim
Regionalkommissariat Remagen. Hier werden dann in enger Zusammenarbeit zwischen
Schutz- und Kriminalpolizei die Taten der einzelnen Täter zusammengeführt,
Muster erkannt und die Beweislage verdichtet, um eine spätere Verurteilung
erreichen zu können.
Zahl der Einbrüche steigt an, bleibt aber insgesamt auf einem niedrigen Niveau:
Die Anzahl der erfassten Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl (WED) sowie
Tageswohnungseinbruch (TWE) sank in den Vorjahren deutlich ab. Dieser Trend
setzt sich seit dem Jahr 2022 nicht fort, denn die Fallzahlen steigen in diesem
Bereich, wenn auch nur leicht, an. So wurden im Jahr 2025 im Bereich WED 62
Fälle erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Veränderung von +12 Fällen
entspricht. Allerdings blieb es in 37 Fällen nur beim Versuch des WED. Hier
spielen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Beratungsangebote zum Einbruchschutz
sowie sie Sensibilisierung der Nachbarschaft (Stichwort: Wachsamer Nachbar) eine
wichtige Rolle. Im Rahmen der Einbruchsberatungen vor Ort werden mögliche
Schwachstellen, die die Täter zum Einbruch nutzen können, erkannt, analysiert
und in der Folge gesichert, so dass es für die Täter beim Versuch bleibt.
Rohheitsdelikte gefallen:
Rohheitsdelikte wie Raub und Körperverletzungsdelikte werden oft in sozialen
Medien thematisiert und beeinflussen das subjektive Sicherheitsgefühl. Insgesamt
wurden 644 Rohheitsdelikte registriert. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies
eine Reduzierung um 64 Fälle. Die AQ lag bei erfreulichen 91,1 %. Bei den
registrierten Raubdelikten kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einer Reduzierung
um 3 Fälle. Es wurden 11 Raubdelikte registriert (Vorjahr 14).
Körperverletzungen spielen eine große Rolle innerhalb der Rohheitsdelikte. So
wurden im Jahr 2025 352 Körperverletzungen registriert (Vorjahr 408 Fälle, -56
Fälle, -13,7%). Die AQ betrug bei den KV-Delikten 92,9 %, was gegenüber dem
Vorjahr (92,6%) eine leichte Steigerung um 0,3 % bedeutet. Über Jahre betrachtet
liegt hier die Aufklärungsquote jedoch auf sehr hohem Niveau. Oftmals kennen
sich bei Körperverletzungen Opfer und Täter, oder es gibt sonstige konkrete
Ermittlungsansätze wie gute Täterbeschreibungen oder Zeugen, was die Aufklärung
erleichtert. Im Deliktsfeld der gefährlichen Körperverletzung in der
Öffentlichkeit, also auf Straßen, Wegen und Plätzen, wurden 28 Fälle erfasst.
Sachbeschädigungen auf öffentlichen Wegen und Plätzen gestiegen: Die
Strafverfahren wegen Sachbeschädigungen sind insgesamt konstant bei 301 Delikten
im Jahr 2024 auf aktuell 297 Delikte geblieben. Von den angezeigten
Sachbeschädigungen entfielen 88 auf Sachbeschädigungen an KFZ (Vorjahr 111
Fälle). Insgesamt wurden 120 Fälle von Sachbeschädigungen auf öffentlichen Wegen
und Plätzen (Vorjahr 98 Fälle) registriert, was einer Steigerung von 22 Fällen
und damit +22,45% entspricht.
Betrug stark rückläufig - Tatmittel Internet spielt eine zentrale Rolle: Auf den
ersten Blick wird es viele Betrachter erstaunen, dass die Betrugsdelikte bei der
PI Remagen seit Jahren rückläufig sind. Waren es in 2015 noch über 900 Fälle,
sank deren Zahl kontinuierlich auf unter 500 Fälle, aktuell 494 Delikte in 2025.
Wie kommt es dann, dass fast jeder in seinem Familien- oder Bekanntenkreis
jemanden kennt, der in den letzten 12 Monaten tatsächlich oder beinahe Opfer
einer betrügerischen Attacke wurde? Ein wesentlicher wie einleuchtender
Erklärungsansatz liegt im Tatort- bzw. Territorialprinzip der Kriminalstatistik
begründet. Die große Masse der (Serien-) Betrugsdelikte wie etwa Anrufe falscher
Polizeibeamter oder anderer Amtsträger, Microsoft-Support-Anrufer, falsche
Gewinnbenachrichtigungen, Bitcoin-Erpressungen, betrügerische Inkassoschreiben
oder ausgespähte Kreditkartendaten, um nur einige der gängigsten Vorgehensweisen
zu nennen, wird inzwischen über das Telefon und/oder das Internet abgewickelt.
Die Täter befinden sich in diesen Fällen also gar nicht körperlich innerhalb des
Dienstgebietes der PI Remagen und in vielen Fällen nicht einmal innerhalb
Deutschlands. Diese Delikte werden daher in der PKS überhaupt nicht erfasst. Sie
werden zwar gezählt, aber eben nur vom BKA auf Bundesebene, da sie in der Regel
keinem bestimmten Ort oder Region als Tatort zugerechnet werden können.
Allerdings wohnen im Bereich der PI Remagen natürlich viele Opfer bzw.
Geschädigte dieser überregionalen Betrugsmaschen, so dass die Aufnahme,
Erstbearbeitung und Steuerung dieser Delikte auch bei der PI Remagen sehr viel
Zeit und Personalressourcen bindet - und für viel Verärgerung bei den
Betroffenen sorgt.
Rauschgiftdelikte deutlich gesunken:
Im Bereich der Rauschgiftdelikte wurden im Jahr 2025 insgesamt 179 Fälle
registriert. Das bedeutet, dass damit 92 Fälle weniger als im Jahr 2024 bekannt
wurden (271 Fälle im Vorjahr, -33 %). Die AQ liegt im Jahr 2025 bei 91,1 %.
Verstöße in Zusammenhang mit dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) wurden in 17
Fällen erfasst (Vorjahr 75 Fälle - Verstöße gegen das BtmG im Zusammenhang mit
Cannabis sowie Einführung KCanG zum 01.04.2024, in 2023 164 Fälle). Die
Legalisierung von Cannabis zum 01.04.2024 spiegelt sich dementsprechend in
diesem Bereich wieder. Rauschgiftdelikte zählen zum Bereich der sogenannten
Kontrollkriminalität, das heißt, dass Lageerkenntnisse stark von Ausmaß und
Intensität der Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden abhängig sind. Dem wird
im Bereich der PI Remagen durch entsprechende Kontrollmaßnahmen Rechnung
getragen, um das Etablieren einer "Szene", mit all den negativen
Begleiterscheinungen, zu verhindern.
Neben der Bekämpfung der Szene vor Ort kommt der Ermittlungsarbeit eine
bedeutende Rolle zu. Hier sei nochmals auf die Zusammenarbeit mit der KI Mayen
hingewiesen. Die Feststellungen vor Ort werden der in der Regel für die
Endsachbearbeitung zuständigen KI Mayen mitgeteilt. Hier werden die Erkenntnisse
gesammelt, bewertet und ggf. größere Ermittlungsverfahren gegen erkannte
Strukturen eingeleitet. Oftmals ergeben sich dann innerhalb dieser Verfahren
weitere Verfahren, z.B. gegen identifizierte Dealer, Kuriere etc.
Fazit
Abschließend ist festzustellen, dass das Straftatenaufkommen im Dienstbezirk der
PI Remagen in der Gesamtheit im Jahr 2025 gefallen ist. Die Anzahl der erfassten
Straftaten bewegt sich in der Gesamtbetrachtung über die vergangenen 10 Jahre
hinweg weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Remagen
EPHK Terporten
Telefon: 02642-9282-200
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/117711/6238080
OTS: Polizeidirektion Mayen
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