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Stuttgart (ots) - Ermittlern des Cybercrime-Zentrums (CCZ) und des
Landeskriminalamtes Baden-Württemberg (LKA) ist es gelungen, eine Frau, der
Straftaten im Zusammenhang mit dem international organisierten
Online-Trading-Betrug vorgeworfen werden, in Schweden zu identifizieren. Die
61-jährige schwedische Staatsangehörige wurde im März 2026 auf der Grundlage
eines durch das CCZ erwirkten europäischen Haftbefehls von Schweden nach
Deutschland ausgeliefert und befindet sich seither in Untersuchungshaft.
Gegen sie besteht der dringende Tatverdacht der Beihilfe zum Betrug in mehreren
Fällen zum Nachteil deutscher Staatsangehöriger.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen sollen sich mehrere Personen
spätestens im Jahr 2018 zusammengeschlossen haben, um arbeitsteilig
Online-Trading-Betrugstaten zu begehen. Hierzu wurden professionell gestaltete
Internetplattformen betrieben, auf denen vermeintliche Investitionsmöglichkeiten
in Finanzprodukte und Derivate angeboten wurden.
Die Plattformen wurden über Online-Werbung und soziale Medien beworben. Anleger,
die sich registrierten, wurden anschließend von angeblichen Finanzberatern
kontaktiert und unter Vorspiegelung hoher Gewinnchancen zu Einzahlungen
veranlasst. Tatsächlich erfolgte keine Investition der Gelder. Vielmehr wurden
diese von der Tätergruppierung vereinnahmt. Zur Täuschung der Geschädigten wurde
ein fiktiver Handel simuliert und vermeintliche Gewinne in den Nutzerkonten
angezeigt. Auszahlungen erfolgten nicht.
Zur Abwicklung der Geldflüsse nutzte die Gruppierung eine Vielzahl von
Firmenkonten im In- und Ausland, auf die die Anleger ihre Gelder überwiesen.
Diese Konten wurden gezielt eingerichtet, um den Zahlungsverkehr zu verschleiern
und einen seriösen Geschäftsbetrieb vorzutäuschen.
Der nun ausgelieferten Beschuldigten wird vorgeworfen, die Gruppierung bei der
Einrichtung dieser Firmenstrukturen und Konten unterstützt zu haben. Sie soll
dabei als formelle Geschäftsführerin der Firmen oder Verfügungsberechtigte
aufgetreten sein, Konten eröffnet und die entsprechenden Zugangsdaten an die
Gruppierung weitergegeben haben.
Nach den bisherigen Ermittlungen wurden über die unter Mitwirkung der
Beschuldigten eingerichteten Konten Einzahlungen von 24 Geschädigten aus
Konstanz, Tübingen, dem Landkreis Karlsruhe, dem Rhein-Neckar-Kreis sowie aus
Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und
Schleswig-Holstein in Höhe von insgesamt über 1,17 Millionen Euro
entgegengenommen und weitergeleitet.
Die Beschuldigte soll für ihre Tätigkeit über mehrere Jahre hinweg Zahlungen in
Höhe von rund 280.000 Euro erhalten haben.
Die Beschuldigte konnte im Zuge akribischer Ermittlungen durch das LKA
identifiziert werden. Sie wurde in Helsingborg (Schweden) lokalisiert und
schließlich auf der Grundlage eines durch das CCZ erwirkten Europäischen
Haftbefehls von den schwedischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert.
Die Ermittlungen, auch zur Identifizierung weiterer Tatbeteiligter, dauern
weiter an.
Rückfragen bitte an:
Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe / Cybercrime-Zentrum
Baden-Württemberg
Pressestelle
Oberstaatsanwalt Mirko Heim
E-Mail: pressestelle@genstakarlsruhe.justiz.bwl.de
Telefon: 0721 926-9750
Landeskriminalamt Baden-Württemberg
Pressestelle
Jürgen Glodek
E-Mail: pressestelle-lka@polizei.bwl.de
Telefon: 0711 5401-2044
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/110980/6243831
OTS: Landeskriminalamt Baden-Württemberg
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