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Berlin (ots) -
- Badequalität an offiziellen Badestellen überwiegend gut, Ökosysteme aber
gefährdet
- Belastung durch Landwirtschaft, Trockenheit und Klimaerwärmung
- Seen brauchen Pufferstreifen zum Schutz vor Dünger
Zum Weltwassertag am 22. März zeigt der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND): Die Badequalität an offiziellen Badestellen in deutschen
Seen ist zwar überwiegend noch gut, die ökologische Wasserqualität jedoch
bedenklich. Während 91 Prozent der Seen mit offiziellen Badestellen für das
Baden laut Badegewässerbericht der EU-Umweltagentur (EEA) "ausgezeichnet" sind,
erfüllen nur 25 Prozent der großen Seen den guten ökologischen Zustand
(Umweltbundesamt). Die Badequalität prüft Keime für Schwimmer, Wasserqualität
misst Artenvielfalt, Nährstoffe und Sauerstoff - und offenbart massive
Belastungen durch Landwirtschaft, Trockenheit und Klimaerwärmung. Ein See, der
in einem schlechten ökologischen Zustand ist, kann langfristig auch für das
Baden ungeeignet sein.
Knapp drei Viertel der 738 Seen über 50 Hektar sind in mittelmäßigem bis
schlechtem ökologischen Zustand. Nährstoffüberschuss führt zu Algen und
Sauerstoffmangel. Fische und andere Arten sind dadurch gefährdet.
Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim BUND: "Unsere Seen sind
zunehmend gestresst. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und steigende
Temperaturen lassen Algen wachsen. Das verschlechtert den Zustand unserer Seen
langfristig. Inzwischen finden typische Arten in vielen Seen keinen Lebensraum
mehr. Wenn sogar Blaualgen entstehen, wird auch das Baden gefährlich."
Badequalität leidet durch Extremwetter
Die Badequalität wird grundsätzlich über hygienische Parameter gemessen. Aber
auch Blaualgen, die durch hohe Temperaturen und Nährstoffeinträge aus der
Landwirtschaft entstehen können, beeinflussen die Badequalität. Sie führen zu
Hautreizungen.
Graichen: "Wenn das ökologische Gleichgewicht gestört ist, haben Algen leichtes
Spiel. Wenn wir im Sommer im See Baden gehen wollen, müssen wir uns um unsere
Gewässer kümmern. Wir brauchen konsequenten Gewässerschutz, damit Flüsse und
Seen Orte zum Leben, zum Erholen und Teil unserer Landschaft bleiben."
BUND fordert Investitionen in die Wiederherstellung der Natur
Zum Schutz von Seen und anderen Gewässern fordert der BUND Investitionen in die
Wiederherstellung der Natur und die konsequente Umsetzung der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie. Ziel muss sein, nicht nur das Infektionsrisiko für
Badende zu verringern, sondern auch die gesamte ökologische Qualität des
Gewässers zu verbessern.
Ausreichend große Pufferstreifen an den Gewässern sind dabei ein zentraler
Baustein zum Schutz vor Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft. Zusätzlich
müssen Schadstoffe wie PFAS reduziert werden, die aus Industrieprodukten,
Konsumgütern und Pestiziden in die Umwelt gelangen, um die Gewässer langfristig
zu entlasten und ihre ökologische Qualität zu sichern.
Hintergrund
Der EEA-Badegewässerbericht 2025 stuft für Deutschland 91 Prozent der 1.892
untersuchten Badeseen als "ausgezeichnet" ein; 98 Prozent erfüllen die
EU-Badegewässerrichtlinie. Lediglich sieben deutsche Badeseen wurden für die
Saison 2024 von der Europäischen Kommission mit "mangelhaft" bewertet. Diese
Prüfungen zur Badequalität fokussieren hygienische Parameter wie Keime aus
Abwässern - empfindlichere Indikatoren wie Fische, Pflanzen und Kleinkrebse
zeigen jedoch gravierendere Defizite.
Zum Schutz unserer Gewässer gibt es die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Sie
verpflichtet alle europäischen Mitgliedstaaten, ihre Flüsse, Seen,
Küstengewässer und ihr Grundwasser bis spätestens 2027 in einen guten Zustand zu
bringen. Trotz großen Lobbydrucks wurde 2019 in einem sogenannten Fitness-Check
von der Europäischen Kommission festgestellt, dass die Wassergesetze
grundsätzlich ihrem Zweck dienen, aber mit mehr Ambition umgesetzt werden
müssen. Im Rahmen des RESourceEU-Aktionsplan vorgeblich zur Sicherung der
Rohstoffe möchte die EU-Kommission jetzt die Wasserrahmenrichtlinie zugunsten
von Bergbau und anderen Industrien überarbeiten. Dies, obwohl das EU-Barometer
zeigt, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger starke Wassergesetze möchte.
Mehr Informationen:
- Website der Europäischen Umweltagentur: Bewertung der Badewasserqualität im
Jahr 2025 (https://www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/european-bathing
-water-quality-in-2024) (en)
- Webseite des Umweltbundesamts: Wasserqualität in Badegewässern
(https://www.umweltbundesamt.de/wasserqualitaet-in-badegewaessern)
- Webseite des Umweltbundesamts: Zustand der Seen (https://www.umweltbundesamt.d
e/daten/wasser/zustand-der-seen#kologischer-zustand-der-seen)
- Kontakt: Sascha Maier, BUND-Gewässerexperte, Tel.: +49 30 27586-532, Mobil:
+49 170 571 96 89, sascha.maier(at)bund.net
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