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Wachenheim an der Weinstraße (ots) - Aktuell kommt es vor allem in Wachenheim,
aber auch in der weiteren Umgebung vermehrt zu betrügerischen Anrufen, bei denen
unbekannte Personen z.B. Notlagen von angeblichen Angehörigen vortäuschen
(sogenannte Schockanrufe), falsche Gewinnversprechen abgeben oder sich
fälschlicherweise als Amtsträger wie Staatsanwälte oder Polizeibeamte ausgeben.
Mit geschickter Gesprächsführung verunsichern und manipulieren sie ihre Opfer
derart, dass sie teilweise sehr hohe Geldbeträge und Wertgegenstände an die
Täter überweisen oder sogar persönlich übergeben. Und es kann jeden treffen.
Denn die Täter agieren äußerst geschickt und skrupellos. Dabei passen sie ihre
Gesprächstaktiken und Vorgehensweisen ständig an.
Deshalb benötigen wir jetzt Ihre Mithilfe! Haben Sie gerade im Bereich
Wachenheim etwas Ungewöhnliches beobachtet? Kam Ihnen gerade etwas komisch vor?
Haben Sie den Verdacht, dass in Ihrem Umfeld ein solcher Betrugsfall aktuell
stattfinden könnte? Dann verständigen Sie bitte umgehend die Polizei!
Sind Sie z. B. Taxifahrerin oder Taxifahrer und fahren gerade eine ältere Person
zu einer Bank, weil diese Geld abheben möchte? Oder sind Sie Mitarbeiterin oder
Mitarbeiter einer Bank und sollen einer älteren Person einen ungewöhnlich hohen
Geldbetrag von ihrem Konto auszahlen? Die Situation kommt Ihnen verdächtig vor?
Dann rufen Sie bitte die 110!
Im besten Fall stellt sich der Sachverhalt als harmlos heraus. Im Zweifelsfall
könnten Sie aber auch eine Straftat vereiteln und Mitbürgerinnen und Mitbürger
vor großem Schaden bewahren!
Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
Die Polizei warnt insbesondere vor folgenden typischen Vorgehensweisen:
Gewinnversprechen
Die Betrüger rufen an und teilen mit, dass man bei einem Gewinnspiel eine
gewisse Summe gewonnen hat. Sie erklären, dass der Gewinn jedoch nur ausgezahlt
werden kann, wenn der Gewinner in Vorleistung tritt. Es sollen im Voraus
Gebühren, Steuern oder andere Kosten bezahlt werden. Eine Verrechnung mit dem
Gewinn wird mit unterschiedlichen Begründungen abgelehnt. Die Opfer sollen die
Beträge beispielsweise überweisen oder die Bezahlung soll anhand von Pay-Karten
erfolgen, z.B. von Google-Play Karten und die Codes sollen telefonisch
übermittelt werden.
Falsche Amtspersonen
Die Täter geben sich am Telefon als Notare, Gerichtsvollzieher oder
Rechtsanwälte aus und versuchen, den Angerufenen zu einer Zahlung zu
veranlassen.
Falsche Polizeibeamte
Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und erklären zum
Beispiel, dass es im näheren Wohnumfeld des Angerufenen zu Einbruchsdiebstählen
gekommen wäre und dass die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass demnächst auch in
das Haus oder in die Wohnung des Angerufenen eingebrochen werde. Damit das Geld
und die Wertgegenstände sicher seien, sollten sie einem Boten übergeben werden,
der sie zur Polizei oder zum Amtsgericht in Verwahrung bringt. Dabei nutzen die
Täter eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der
Angerufenen die Nummer einer Polizeidienststelle oder eine andere örtliche
Telefonnummer erscheinen lässt.
Ein neues Vorgehen der Täter: Wenn der Angerufene misstrauisch wird und einen
Streifenwagen verlangt, meldet der Täter bei der Polizei eine angebliche
Schlägerei in der Wohnstraße des Angerufenen, so dass dann tatsächlich ein
Streifenwagen durch die Straße fährt.
Enkeltrick
Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen
Betrüger bei meist älteren Menschen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder
auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein
finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall,
ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt.
Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald
das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt. Hat der
Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, zur Bank zu gehen
und dort den Betrag abzuheben. Bei einer neuen Tatbegehungsalternative erhalten
die Opfer per Nachrichtendiensten wie WhatsApp oder per SMS von einer
unbekannten Nummer eine Mitteilung eines nahen Verwandten. Als Begründung für
die neue Nummer wird zum Beispiel angegeben, dass das alte Handy defekt sei. Im
weiteren Verlauf wird um Begleichung dringender Rechnungen gebeten.
Kombination Falscher Polizeibeamter und Enkeltrick Zunächst ruft jemand an, der
sich als Enkel oder Kind oder sonstiger Verwandter ausgibt und erklärt, dass
etwas Schlimmes passiert sei, wie zum Beispiel ein Autounfall, bei dem jemand
gestorben ist. Kurze Zeit später ruft ein anderer Täter an, der sich als
Amtsperson ausgibt und erklärt, dass der Angehörige eine Kaution benötige für
den Haftrichter, um zum Beispiel eine Inhaftierung zu vermeiden.
Falsche Microsoft Mitarbeiter
Die Betrüger rufen an und geben sich als Mitarbeiter des technischen Supports
von Microsoft aus. Sie erklären oft auf Englisch oder in gebrochenem Englisch,
dass sich auf dem Computer des Angerufenen ein Virus befinden würde. Sie bieten
Hilfe an und wollen einen Fernzugriff auf das Gerät erhalten.
Falls der Angerufene solch einen Fernzugriff zulässt, gelangen die Täter an die
persönlichen Daten, wie zum Beispiel Passwörter für das Online Banking.
Die Polizei rät zu folgenden Verhaltenshinweisen
- Beachten Sie, dass die Polizei Sie nie unter der 110
kontaktiert.
- Wenn Sie im Gespräch aufgefordert werden unter Verwendung der
Rückruftaste die 110 zu wählen, legen Sie auf und wählen Sie die
Nummer selbst.
- Wenn Sie einer der vorgenannten Anrufe erreicht, legen Sie
einfach den Hörer auf.
- Geben Sie keine persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum,
Bankverbindungen, Vermögensverhältnisse an fremde Personen heraus.
- Die Polizei schickt keine Zivilkräfte, um Geld oder Wertsachen
abzuholen und vorsorglich in Verwahrung zu nehmen.
- Lassen Sie Ihre Telefonnummer aus den Telefonverzeichnissen
löschen.
- Bringen Sie den Anruf bei der nächsten Polizeidienststelle oder
per Onlinewache zur Anzeige.
- Bei Anrufen von falschen Microsoft Mitarbeitern: Installieren
Sie bei einem Telefonat keine Fremdsoftware auf Ihrem Gerät. Wenn Sie
eine Ihnen verdächtig wirkende Email oder SMS erhalten, löschen Sie
sie. Öffnen Sie auf keinen Fall in den Nachrichten enthaltene Links.
Sollte der Anrufer dennoch Zugriff auf Ihr Gerät bekommen haben,
trennen Sie bestenfalls Ihren PC vom Internet oder ändern Sie
anschließend alle Passwörter und Zugangsdaten.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Bad Dürkheim
Weinstraße Süd 36
67098 Bad Dürkheim
Telefon: 06322 963 0
Telefax: 06131/4868-8185
E-Mail: pibadduerkheim@polizei.rlp.de
www.polizei.rlp.de/pd.neustadt
Pressemeldungen der Polizei Rheinland-Pfalz sind unter Nennung der
Quelle zur Veröffentlichung frei.
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OTS: Polizeidirektion Neustadt/Weinstraße
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