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Offenbach am Main (ots) - Veranstaltung der Reihe "Finanzwelt in Europa"
ausgerichtet vom Land Hessen, der Helaba, der WIBank und dem Sustainable Finance
Cluster
Die erste diesjährige Veranstaltung der Reihe "Finanzwelt in Europa" am 25. März
2026 in Brüssel fokussierte sich auf die zentrale Frage, wie Europa die
Nachhaltigkeitsberichterstattung vereinfachen und praktikabel gestalten kann,
sodass Unternehmen entlastet werden, ohne die Qualität und internationale
Vergleichbarkeit der Daten zu gefährden. Eingeladen hatten die Helaba, die
Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), das Land Hessen in
Kooperation mit dem Sustainable Finance Cluster aus Frankfurt. Zahlreiche Gäste
aus Politik, Wirtschaft, EU-Institutionen und diplomatischen Vertretungen nahmen
teil.
Europa zwischen eigenem Ansatz und globaler ISSB-Baseline
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Weichenstellung für die künftige
Ausrichtung der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung: Soll die EU an
einem eigenständigen, detaillierten Regelwerk festhalten - oder sich stärker der
globalen ISSB-Baseline annähern?
Ausgangspunkt waren die im Dezember 2025 im Rahmen des Omnibus-I-Pakets
beschlossenen Reformen, die auf eine Verschlankung der Berichtspflichten
abzielen.
- Ab 2029 gelten Sorgfaltspflichten nur noch für große Unternehmen.
- Branchenspezifische Vorgaben für kleinere Unternehmen und KMU werden
freiwillig.
- Rund 90 % der bisher berichtspflichtigen Unternehmen sollen künftig selbst
wählen können, ob sie nach ESRS, VSME, GRI, ISSB oder anderen Standards
berichten möchten.
Für die Finanzbranche bringen die Reformen klarere Schwellenwerte, weniger
Komplexität und verlässlichere ESG-Daten - eine wichtige Grundlage für
Risikobewertung, Kreditvergabe und Finanzierung. Entscheidend bleibt jedoch die
Frage, wie Entlastung und internationale Anschlussfähigkeit in Einklang gebracht
werden können.
Nachhaltigkeitsdaten als Grundlage moderner Finanzierung
In einer Videobotschaft begrüßte Manfred Pentz , Minister für Bundes- und
Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Dr. Michael Reckhard , Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung, betonte
anschließend die wachsende Bedeutung nachhaltiger Finanzierung in der
Kreditvergabe. Banken begleiteten Unternehmen langfristig und seien auf
verlässliche Informationen zu Geschäftsmodellen, Investitionsstrategien und
Transformationsrisiken angewiesen.
Omnibus-Paket: Weniger Bürokratie, mehr Klarheit
Die Reformen sollen die Nachhaltigkeitsberichterstattung praxistauglicher
gestalten. Für Unternehmen bedeutet dies weniger Berichtspflichten; für Banken
verlässlichere und besser einzuordnende Daten. Gleichzeitig wird betont, dass
Kreditinstitute weiterhin ausreichende ESG-Informationen benötigen, um
Transformations- und Investitionsentscheidungen solide beurteilen zu können.
Internationale Vergleichbarkeit als Erfolgsfaktor
Angesichts der zunehmenden Bedeutung internationaler Kapitalströme gewinnt die
internationale Anschlussfähigkeit europäischer Standards weiter an Relevanz.
Besonders deutlich wurde dies in der Liveschaltung zur ISSB-Zentrale in Kanada,
bei der Sue Lloyd, Vizevorsitzende des ISSB , die globale Weiterentwicklung der
Nachhaltigkeitsstandards sowie die Bedeutung international abgestimmter
Rahmenwerke für konsistente und vergleichbare ESG-Daten erläuterte.
Impulse aus der Paneldiskussion:
- Markus Ferber (MdEP, ECON-Ausschuss) betonte, dass Bürokratie reduziert und
der Mittelstand entlastet werden müsse, ohne die notwendige Transparenz zu
gefährden.
- Petra Sandner (Helaba) hob hervor, dass trotz reduzierter Regulierung
qualitativ hochwertige ESG-Daten essenziell für die Finanzierung der
Transformation seien.
- Sven Gentner (Europäische Kommission, GD FISMA) verwies darauf, dass eine
ausgewogene Balance zwischen Entlastung und zugleich international
anschlussfähigen, verlässlichen Daten erforderlich sei.
- Sue Lloyd (ISSB) betonte, dass globale Rahmenwerke die Vergleichbarkeit
stärken und Unternehmen verlässliche Nachhaltigkeitsinformationen
bereitstellen sollten, die unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden und
Investoren weltweit Orientierung bieten.
- Daniel Sonnenburg (Deutsche Börse Group) ergänzte, dass Kapitalmärkte auf
konsistente, verlässliche und vergleichbare Daten angewiesen seien, um Kapital
effizient allokieren zu können.
Frankfurt als Knotenpunkt nachhaltiger Finanzierung
Der Finanzplatz Frankfurt nimmt eine zentrale Rolle ein, da er Expertise,
Marktzugang und Infrastruktur für nachhaltige Finanzierungen bündelt. Besonders
für mittelständische Unternehmen sind verlässliche ESG-Daten entscheidend, um
Transformationsprozesse planbar umzusetzen.
Die Veranstaltung zeigte klar: Eine effiziente, international anschlussfähige
Nachhaltigkeitsberichterstattung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die
Wettbewerbsfähigkeit und die grüne Transformation der europäischen Wirtschaft.
Einigkeit bestand darin, dass nachhaltige Finanzierung nur im Zusammenspiel
aller Akteure gelingen kann und der Dialog fortgesetzt werden muss.
Die nächste Veranstaltung der Reihe "Finanzwelt in Europa" findet am 3. November
2026 statt.
Die vollständige Diskussion können Sie unter folgendem Link
(https://www.youtube.com/live/iLnTeqwnM70?si=hHHiGDtGprqtXXrb) ansehen.
Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier: die WIBank (https://www.wibank.de/wiban
k/diewibank/presse/zukunft-der-nachhaltigkeitsberichterstattung-europas-kurs-zwi
schen-entlastung-und-vergleichbarkeit--691672)
Pressekontakt:
Claudia Ungeheuer
Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 (0)69 9132-3716
E-Mail: mailto:claudia.ungeheuer@wibank.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/103206/6244951
OTS: Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen
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