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WIESBADEN (ots) - Verbraucherpreisindex, März 2026:
+2,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+1,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
Harmonisierter Verbraucherpreisindex, März 2026:
+2,8 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
+1,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als Veränderung des
Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - lag im März 2026 bei +2,7 %.
Damit stieg die Inflationsrate auf den höchsten Stand seit Januar 2024 (+2,9 %).
Im Februar 2026 hatte sie bei +1,9 % gelegen und im Januar 2026 bei +2,1 %. "Die
deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation.
Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und
Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert", sagt Ruth Brand,
Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Gegenüber dem Vormonat
Februar 2026 stiegen die Verbraucherpreise im März 2026 um 1,1 %.
Energieprodukte verteuerten sich um 7,2 % gegenüber März 2025
Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im März 2026 um 7,2 % höher als
im März 2025. Das war der erste Anstieg der Energiepreise gegenüber dem
Vorjahresmonat seit Dezember 2023. Im Februar 2026 hatte der Preisrückgang noch
bei -1,9 % gelegen.
Kraftstoffe verteuerten sich im März 2026 gegenüber März 2025 um 20,0 %. Auch
die Preise für leichtes Heizöl erhöhten sich erheblich um 44,4 %. Diese
deutlichen Preissprünge resultierten maßgeblich aus den Kriegshandlungen im Iran
und im Nahen Osten und der dadurch ausgelösten Preisentwicklung auf dem
Rohölmarkt.
Trotz des Preisanstiegs beim leichten Heizöl war Haushaltsenergie insgesamt im
März 2026 um 1,2 % günstiger als ein Jahr zuvor (Februar 2026: -3,5 %). So
blieben Strom (-4,5 %), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-2,9 %) und
Fernwärme (-1,2 %) binnen Jahresfrist günstiger, was unter anderem auf die seit
Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung (zum Beispiel reduzierte
Übertragungsnetzentgelte, Abschaffung der Gasspeicherumlage) zurückzuführen ist.
Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist mit +0,9 %
unterdurchschnittlich
Die Preise für Nahrungsmittel lagen im März 2026 um 0,9 % höher als im
Vorjahresmonat. Damit schwächte sich der im Vormonat Februar 2026 beobachtete
Preisauftrieb (+1,1 %) etwas ab. Preiserhöhungen zeigten sich weiterhin vor
allem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (+6,1 %, darunter
Schokolade: +9,6 %). Auch für Obst (+4,7 %), frisches Gemüse (+3,8 %) sowie
Fleisch und Fleischwaren (+3,6 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher
spürbar mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Günstiger wurden hingegen insbesondere
Speisefette und Speiseöle (-17,6 %, darunter Butter: -29,1 %; Olivenöl: -11,8
%). Zudem verbilligten sich Molkereiprodukte (-5,4 %), während Eier (+14,8 %)
merklich teurer wurden.
Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,5 %
Im März 2026 lag die Inflationsrate ohne Energie bei +2,3 %, die Inflationsrate
ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug +2,0 %. Die Inflationsrate ohne
Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation
bezeichnet, lag im März 2026 wie bereits seit Jahresbeginn bei +2,5 %.
Waren verteuerten sich gegenüber März 2025 um 2,3 %
Im März 2026 lagen die Preise für Waren insgesamt um 2,3 % über dem Niveau des
Vorjahresmonats. Verbrauchsgüter verteuerten sich dabei um 3,4 % und
Gebrauchsgüter um 0,5 %. Neben Nahrungsmitteln (+0,9 %) und Energieprodukten
(+7,2 %) wurden auch andere Waren teurer, insbesondere alkoholfreie Getränke
(+4,3 %, darunter Kaffee, Tee und Kakao: +12,1 %) und Tabakwaren (+6,1 %).
Preisrückgänge zeigten sich dagegen unter anderem bei Haushaltsgroßgeräten (-2,8
%) und Geräten der Unterhaltungselektronik (-5,6 %).
Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 3,2
%
Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im März 2026 um 3,2 % über dem
Niveau des Vorjahresmonats. Bereits seit Januar 2024 lag die Teuerung für
Dienstleistungen im Vergleich zu den Waren oberhalb der Gesamtteuerung.
Besonders stark im Vorjahresvergleich verteuerten sich Dienstleistungen sozialer
Einrichtungen (+7,0 %) sowie die kombinierte Personenbeförderung (+6,2 %).
Letzteres ist insbesondere auf die Erhöhung des Preises für das
Deutschlandticket zum Jahresbeginn zurückzuführen. Auch die Preise für Wartung
und Reparatur von Fahrzeugen (+4,8 %), Wasserversorgung und andere
Dienstleistungen an der Wohnung (+3,5 %), Gaststättendienstleistungen (+3,3 %)
sowie Versicherungsdienstleistungen (+3,2 %) waren im März 2026 deutlich höher
als ein Jahr zuvor. Bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt blieben im März
2026 die Nettokaltmieten mit +1,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Nur wenige
Dienstleistungen waren günstiger als im Vorjahresmonat, darunter
Telekommunikationsdienstleistungen (-0,1 %).
Preise insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 1,1 %, Energie um 7,7 %
Gegenüber Februar 2026 stieg der Verbraucherpreisindex im März 2026 um 1,1 %.
Infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten stiegen die
Energiepreise binnen Monatsfrist deutlich um 7,7 %. Insbesondere beim Kauf von
Kraftstoffen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher einen spürbaren
Preisanstieg hinnehmen (+15,6 %, darunter Dieselkraftstoff: +22,6 %). Der
Preisanstieg für leichtes Heizöl betrug 43,2 %. Zudem zeigten sich teilweise
saisonbedingt Preisanstiege bei internationalen Flügen (+10,0 %), Pauschalreisen
und Bekleidungsartikeln (jeweils +4,4 %). Die Preise für Nahrungsmittel blieben
nahezu konstant (+0,1 %). Teurer war hier zum Beispiel frisches Obst (+1,3 %),
günstiger hingegen wurde vor allem frisches Gemüse (-2,8 %, darunter Gurken:
-19,1 %, Kopf- oder Eisbergsalat: -5,1 %).
Methodische Hinweise:
Neben dem nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) wird insbesondere zu
Vergleichszwecken im Euroraum der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI)
berechnet. Der HVPI ist das zentrale Maß zur Quantifizierung von Preisstabilität
im Rahmen der europäischen Geldpolitik und wird generell aus demselben
Datenmaterial abgeleitet, welches auch dem nationalen VPI zugrunde liegt.
Der VPI und der HVPI unterscheiden sich neben der Verwendung auch im
Erfassungsbereich, in der Methodik und der Gewichtung.
Seit Januar 2026 sind im HVPI erhebliche Änderungen sowohl bei der Methodik als
auch bei der verwendeten Klassifikation umgesetzt. Zudem wird der HVPI mit dem
Ergebnis seit dem Berichtsmonat Januar 2026 erstmals auf der Indexbasis 2025 =
100 ausgewiesen. Aktuelle Informationen zu den Änderungen beim HVPI bietet ein
Webartikel auf der Themenseite "Verbraucherpreisindex und Inflationsrate" im
Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Darüber hinaus sind dort
Erläuterungen und ein Methodenpapier verfügbar.
Weitere Informationen:
Detaillierte Ergebnisse sind über die Tabellen Verbraucherpreisindex
(61111-0004) und (61111-0006) sowie Harmonisierter Verbraucherpreisindex
(61121-0002) und (61121-0006) in der Datenbank GENESIS-Online abrufbar. Die
Tabellen 61111-0006 und 61121-0006 enthalten unter den Sonderpositionen VPI- und
HVPI-Ergebnisse, die zur Messung der sogenannten "Kerninflation" verwendet
werden.
Für die Inflation in der Eurozone wurden von der europäischen Statistikbehörde
Eurostat vorläufige Ergebnisse für März 2026 veröffentlicht (verfügbar im
Eurostat-Internetangebot unter News > Euro indicators).
Die Ergebnisse zum VPI sind auch im "Dashboard Konjunktur"
(www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das
Statistische Bundesamt hochaktuelle Indikatoren der amtlichen Statistik und
weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt,
Bauen und Energie.
Daten zum Krieg im Nahen Osten und den Folgen bietet die Sonderseite
www.destatis.de/nahost im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Sie
enthält unter anderem Informationen zur Energieversorgung und Entwicklung der
Energiepreise, zum Flug- und Seeverkehr sowie zum Außenhandel mit der Region.
Mit dem persönlichen Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes können
Verbraucherinnen und Verbraucher ihre monatlichen Konsumausgaben für einzelne
Güterbereiche entsprechend des eigenen Verbrauchsverhaltens anpassen und eine
persönliche Inflationsrate berechnen. Darüber hinaus bietet das
Preis-Kaleidoskop einen Überblick über die Preisentwicklung und die Gewichte
verschiedener Güter.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Verbraucherpreise
Telefon: +49 611 75 4777
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6252567
OTS: Statistisches Bundesamt
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