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Wiesbaden (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Limburg an
der Lahn -Zweigstelle Wetzlar- und des Hessischen Landeskriminalamts
Nach intensiven Ermittlungen des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) gegen
einen 77-Jährigen hat die Staatsanwaltschaft Limburg an der Lahn -Zweigstelle
Wetzlar- jetzt Anklage gegen den Mann aus dem Lahn-Dill-Kreis vor dem
Amtsgericht - Schöffengericht - Wetzlar erhoben. Der Angeschuldigte steht im
Verdacht, in 13 unterschiedlichen Ländern eine Vielzahl von Kindern und
Jugendlichen schwer sexuell missbraucht und die Taten durch Foto- und
Videoaufnahmen dokumentiert zu haben.
Aufgrund der Schwere der mutmaßlichen Taten, bestehender Wiederholungs-, Flucht-
und Verdunklungsgefahr erwirkte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl. Die
Polizei nahm den Mann daraufhin bereits Ende September 2025 fest. Er soll vor
allem in Asien Kinder und Jugendliche missbraucht haben.
Den Ermittlungen war ein Hinweis der U.S.-amerikanischen Organisation "National
Center for Missing and Exploited Children" (NCMEC) vorausgegangen. Demnach waren
in einer sogenannten Cloud des Angeschuldigten mehrere Dutzend verdächtige Bild-
und Videodateien hochgeladen worden, auf denen der heute 77-Jährige
identifiziert werden konnte. Die mutmaßlichen Taten reichen nach derzeitigem
Ermittlungsstand bis in das Jahr 1996 zurück und umfassen einen Zeitraum von
mehr als 20 Jahren.
Ermittlerinnen und Ermittler der Einheit FOKUS des HLKA hatten im September
vergangenen Jahres im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Wohnung des Mannes
durchsucht und zahlreiche Beweismittel, hauptsächlich Datenträger,
sichergestellt. Die forensische Aufbereitung ist noch nicht abgeschlossen: Der
aktuelle Stand liegt bei 4,9 Millionen Bild- und Videodateien. Zur
Beschleunigung des Verfahrens wurde daher ein kleiner Teil der Vorwürfe bereits
zur Anklage gebracht.
HLKA-Präsident Daniel Muth sagt: "Wer denkt, Unrecht hört an der Grenze des
eigenen Landes auf, liegt falsch: Dank internationaler und vor allem digitaler
Vernetzung gelingt es uns, auch Strafverfahren im internationalen Kontext
erfolgreich abzuschließen. Der Fall macht zudem deutlich, dass sich durch
intensive und akribische Ermittlungsarbeit auch lange zurückliegende mutmaßliche
Taten aufklären lassen."
Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Limburg an der Lahn -Zweigstelle
Wetzlar-, Oberstaatsanwalt Manuel Jung, ergänzt: "Dieser Fall zeigt, dass sich
Täter auch nach dem Ablauf vieler Jahre nicht sicher wähnen sollten und dass
auch Auslandstaten mit allem Nachdruck verfolgt werden."
Hintergrund FOKUS:
Die Einheit FOKUS, die im Oktober 2020 unter anderem aufgrund stetig steigender
Fallzahlen zunächst als Besondere Aufbauorganisation (BAO)ihre Arbeit
aufgenommen hat, ist bereits seit Februar 2024 fester Bestandteil der
Regelorganisation der sieben hessischen Polizeipräsidien und des Hessischen
Landeskriminalamts. Mit dem Ziel, polizeiliche Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch
und Kinderpornografie in Hessen zu bündeln und zu intensiveren, verfolgt die
hessische Polizei mit mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter
über 170 Ermittlerinnen und Ermittler, gezielt Sexualstraftaten an Kindern und
Jugendlichen. Bei allen hessischen Staatsanwaltschaften sind Sonderdezernate für
die Verfolgung von Kinderpornografie und Kindesmissbrauch eingerichtet. Alleine
im vergangenen Jahr wurden über 1.600 Dursuchungsbeschlüsse sowie 48 Haftbefehle
gegenüber knapp 1.620 Beschuldigten vollstreckt und mehr als 15.400 Datenträger
sichergestellt.
Rückfragen bitte an:
Hessisches Landeskriminalamt
Laura Kaufmann-Conrad
Telefon: 0611/83-8310
E-Mail: kommunikation.hlka@polizei.hessen.de
http://www.polizei.hessen.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/43563/6201368
OTS: Hessisches Landeskriminalamt
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