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Wiesbaden (ots) - 2025 wurden so viele politisch motivierte Straftaten
registriert wie nie zuvor. Mit einem Anstieg um ca. zwei Prozent auf 85.837
Delikte befindet sich die Politisch motivierte Kriminalität auf dem höchsten
Stand seit Einführung der Statistik 2001. Auch die Zahl der politisch
motivierten Gewalttaten ist um rund 1,2 Prozent auf 4.156 Delikte angestiegen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: "Die Politisch motivierte Kriminalität
ist erneut auf einem Höchststand. Sowohl im Phänomenbereich links als auch im
Phänomenbereich rechts steigen die Gewaltdelikte deutlich an. Die linke Szene
unterstreicht mit 42 Prozent mehr an Gewalttaten die wachsende Bedrohung, die
von ihr ausgeht. Die mit Abstand meisten Delikte wurden allerdings von rechten
und rechtsextremen Tätern verübt, was wiederholt zeigt, dass die größte Gefahr
aktuell vom Rechtsextremismus ausgeht. Wir stellen uns gegen jede Form von
Extremismus und bauen deswegen unsere Instrumente gegen die extremistische
Bedrohung weiter aus."
Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts: "Wesentliche Treiber von
gesellschaftlicher Polarisierung sind Soziale Medien, über die Hass, Hetze und
Propaganda verbreitet werden. Das beschleunigt zudem Radikalisierungsprozesse
und führt im schlimmsten Fall zu schweren Straftaten im analogen Raum.
Gleichzeitig verschärft sich die Bedrohung von außen durch Cyberangriffe,
Spionage, Sabotage und staatsterroristische Aktivitäten. Wir verfolgen die
Kriminalitätsentwicklung sehr genau und stärken unsere Ermittlungs- und
Zentralstellenkapazitäten."
Der Anstieg der Gesamtstraftaten ist vor allem auf die Zunahme der registrierten
Straftaten im Bereich PMK-links- um über 35 Prozent auf 13.490 Delikte
zurückzuführen (2024: 9.971 Delikte). Die Anzahl der Gewaltdelikte stieg sogar
um über 42 Prozent auf 1.087 Delikte an (2024: 762 Delikte). Trotz leicht
rückläufiger Zahlen bleibt der Phänomenbereich PMK-rechts- mit 42.544 Straftaten
und damit etwa der Hälfte aller erfassten Straftaten der mit Abstand
fallzahlenstärkste Bereich (2024: 42.788 Delikte). Die Gewaltstraftaten stiegen
im Bereich PMK-rechts- um mehr als sieben Prozent.
Hasskriminalität
Straftaten im Bereich der Hasskriminalität bleiben mit 22.159 Fällen auf einem
hohen Niveau (2024: 21.773 Delikte). Bei Hasskriminalität handelt es sich um
Straftaten, die durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert sind. Hass, Hetze und
Propaganda werden vielfach über Soziale Medien verbreitet. Knapp ein Drittel der
registrierten Straftaten der Hasskriminalität wurde im Internet begangen.
Verantwortlich für die hohen Fallzahlen im Bereich der Hasskriminalität ist die
konstant hohe Zahl fremdenfeindlicher Straftaten (2025: 19.484, 2024: 19.481
Delikte). Der überwiegende Teil der Straftaten im Unterthemenfeld
"Fremdenfeindlich" (73,7 Prozent) wurde dem Phänomenbereich PMK-rechts-
zugeordnet. Antisemitische Straftaten stiegen 2025 um 5,0 Prozent auf 6.548
Fälle an. 47,2 Prozent der antisemitischen Straftaten stehen im Zusammenhang mit
dem Nahost-Konflikt. Ein Anstieg ist auch bei frauenfeindlichen Straftaten
erkennbar: Mit einem Zuwachs um 46,8 Prozent auf 819 Straftaten erreichten gegen
Frauen oder das weibliche Geschlecht gerichtete Straftaten einen neuen
Höchstwert (2024: 558 Delikte). Auch queerfeindliche Straftaten nahmen 2025
weiter zu. Mit einem Anstieg um 12,8 Prozent auf 2.377 Fälle setzte sich der
Trend der vergangenen Jahre fort, in denen bereits ein kontinuierlicher Anstieg
an Hasskriminalität gegen Angehörige der LSBTQIA+-Szene zu beobachten war.
Die Straftaten gegen Amts- und/oder Mandatsträger bleiben mit 5.797 Fällen trotz
eines leichten Rückgangs (2024: 6.059) auf einem hohen Niveau. Die aktuellen
Ergebnisse des regelmäßig durch das BKA in Zusammenarbeit mit den kommunalen
Spitzenverbänden durchgeführten Kommunalen Monitorings zu Hass, Hetze und Gewalt
gegenüber Amtsträgerinnen und Amtsträgern (KoMo) zeigen, dass Anfeindungen gegen
Amtsträger kein Randphänomen sind und von einer hohen Dunkelziffer auszugehen
ist. Die Anzahl der Straftaten gegen die Polizei ist gegenüber dem Vorjahr um
4,7 Prozent gestiegen (2025: 5.144). Ca. ein Drittel dieser Delikte können dem
Phänomenbereich PMK-links- zugerechnet werden. Auch hier zeigt sich ein
deutlicher Anstieg bei den Gewaltdelikten auf 535 Fälle, was einer Zunahme von
rund 45 Prozent im Bereich PMK-links- entspricht.
Weitere Informationen finden Sie auf der BKA-Website: www.bka.de/pmk2025
Informationen zum KPMD-PMK
Straftaten, die aus einer politischen Motivation heraus begangen werden, werden
im "Kriminalpolizeilichen Meldedienst in Fällen Politisch motivierter
Kriminalität" (KPMD-PMK) registriert. Der KPMD-PMK ist ein gemeinsames System
von Bund und Ländern, das zum 01.01.2001 eingeführt wurde. Es gewährleistet
bundesweit eine einheitliche, detaillierte und systematische Erhebung der
gesamten Straftaten zur Politisch motivierten Kriminalität. Dadurch wird eine
verlässliche Datenbasis für polizeiliche Auswertungen, statistische Aussagen,
Führungsentscheidungen, kriminalpolitische Entscheidungen und die
kriminologische Forschung zum Zwecke der Prävention und Repression geschaffen.
Rückfragen bitte an:
Bundeskriminalamt
Pressestelle
Telefon: 0611-551 3083
Fax: 0611-551 2323
E-Mail: pressestelle@bka.bund.de
www.bka.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/7/6290741
OTS: Bundeskriminalamt
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