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München (ots) - Die Kfz-Zulieferindustrie steuert auf eine tiefgreifende Zäsur
zu: Bis 2035 wird die Nachfrage nach Automobilkomponenten zwar jährlich um 3,5
Prozent steigen. Davon profitieren aber längst nicht alle Unternehmen. Gewinner
sind die Hersteller von Fahrzeugsoftware, Batterien und
Elektrofahrzeugkomponenten. Sie können mit Wachstumsraten zwischen 13 und 16
Prozent pro Jahr rechnen. Produzenten von Komponenten für Verbrennungsmotoren
verlieren deutlich - bis 2035 im Schnitt zwischen drei und acht Prozent pro
Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie " How Auto Suppliers Can Rebuild and
Rise Again (https://www.bcg.com/publications/2026/the-2026-global-automotive-sup
plier-study) " der Boston Consulting Group (BCG). Für die Studie (https://www.bc
g.com/publications/2026/the-2026-global-automotive-supplier-study) hat BCG die
Finanzsituation von mehr als 750 Zulieferern und rund 50 Fahrzeughersteller
weltweit analysiert, sowie 127 Führungskräfte auf C-Level befragt.
Neue Geschäftsfelder liefern die besseren Margen
In jenen Bereichen, die für die Transformation von Verbrenner auf Elektro
zentral sind, bieten sich Zulieferern tendenziell mehr Chancen:
"Elektrifizierung, Elektronik und Software sind schnell wachsende
Geschäftsfelder, in denen sich mit der richtigen Strategie deutlich höhere
Gewinnmargen erzielen lassen als in klassischen Segmenten", sagt Alex Brenner,
Automobilexperte bei BCG und Co-Autor der Studie. Klassische
Komponenten-Zulieferer haben 2025 im Schnitt mit 5,7 Prozent erstmals seit fünf
Jahren wieder höhere EBIT-Margen erwirtschaftet als die Automobilhersteller. In
Wachstumsfeldern wie Batterien und Halbleitern lagen die EBIT-Margen nochmal
deutlich höher - bei über 7% respektive über 20%. Bei Halbleitern, Batterien und
anderen Nicht- Kerngeschäftsbereichen haben Zulieferer 2025 mit 5,7 Prozent
erstmals seit fünf Jahren wieder höhere EBIT-Margen erwirtschaftet als die
Automobilhersteller. Für 2027 prognostizieren die Autoren eine Stabilisierung
der Marge bei sechs Prozent für klassischen Komponenten-Zulieferer.
Dennoch ist die Unsicherheit in der Branche groß. Der Grund: Die Transformation
hin zur Elektromobilität verläuft deutlich unruhiger als erwartet. BEV-Programme
sind allein im ersten Halbjahr 2025 teils um mehr als den Faktor drei von den
ursprünglichen Verkaufsprognosen abgewichen - sowohl nach oben als auch nach
unten. Für Zulieferer bedeutet das: Milliardeninvestitionen treffen auf hohe
Auslastungsunsicherheit - und damit auf ein Risiko, das sich nicht mehr mit
klassischem Kapazitätsmanagement beherrschen lässt.
"Die akute Krise liegt hinter uns, aber Normalität ist nicht zurückgekehrt.
Höhere Zinsen, geopolitische Spannungen und volatile BEV-Nachfrage sind kein
Übergangsphänomen mehr - sie definieren das neue Grundrauschen der Branche" sagt
Albert Waas, Leiter des Bereichs Automobil und Mobilität bei BCG in Europa, dem
Nahen Osten, Südamerika und Afrika. "Zulieferer müssen ihre Gewinnschwellen
strukturell senken, indem sie ihr Portfolio vereinfachen, Werke und Standorte
konsolidieren, wo die Größe nicht ausreicht, und indirekte Kosten und
Gemeinkosten rigoros reduzieren. Das Ziel ist nicht eine einmalige
Kostensenkung, sondern eine neu gestaltete Ertragsbasis, die auch bei
schwankender Nachfrage robust bleibt."
China gewinnt Tempo - Europa verliert Position
Der globale Vergleich verschärft den Druck auf Europa zusätzlich: Zulieferer aus
China haben ihre europäischen Wettbewerber 2024 bei der Profitabilität überholt.
Die Kapitalmärkte folgen dem Wachstum: China legte zwischen 2019 und 2025 beim
Börsenwert der Zulieferer stärker als jede andere Region zu. Die chinesischen
Zulieferer zeigen laut der BCG-Analyse auch die klarste Wachstumsorientierung -
mit Fokus auf Expansion, Partnerschaften sowie neue Produkte und Technologien.
Entsprechend angespannt ist die Stimmung in der Branche: Jede zweite
Führungskraft rechnet damit, dass sich der Markt verschlechtert. In Europa fällt
die Einschätzung am negativsten aus. Führungskräfte verweisen vor allem auf
starken wirtschaftlichen Druck, unsichere Regeln und mehr Insolvenzen. BCG hat
fünf Hebel identifiziert, die den Weg zum erneuten Aufstieg ebnen: Erfolgreiche
Zulieferer erschließen sich eine neue Ertragsbasis, erhöhen ihre
Widerstandsfähigkeit und gehen gezielt in die Offensive in Bereichen mit hohem
Wachstumspotenzial, die an bestehende Kompetenzen angrenzen. KI als operatives
Nervensystem und ein starkes Changemanagement machen es möglich.
Link zur Studie (https://www.bcg.com/publications/2026/the-2026-global-automotiv
e-supplier-study)
Über BCG
Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine weltweit führende
Unternehmensberatung. Gemeinsam mit Führungskräften aus Wirtschaft und
Gesellschaft treiben wir tiefgreifende Transformationen voran. Seit der Gründung
1963 leistet BCG Pionierarbeit im Bereich Unternehmensstrategie. Unser Ziel:
Organisationen so stärken, dass sie wachsen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile
entwickeln und positiven gesellschaftlichen Wandel gestalten können. BCG steht
für erstklassige Strategieberatung mit Technologiekompetenz sowie
unternehmerischer Umsetzungskraft - von digitalen Geschäftsmodellen bis zu
Corporate Ventures. Unsere internationalen Teams vereinen Branchenwissen,
funktionale Expertise und vielfältige Perspektiven - sie hinterfragen den Status
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einzigartig: Es setzt auf enge Zusammenarbeit innerhalb unserer Teams und bei
unseren Kunden - über alle Organisationsebenen hinweg. BCG ist mit rund 33.000
Mitarbeitenden in über 100 Städten und mehr als 50 Ländern vertreten. Weltweit
erzielte BCG im Jahr 2024 einen Umsatz von 13,5 Milliarden US-Dollar. Weitere
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