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Nürnberg (ots) -
- Angebotspreise für Wohneigentum im 1. Quartal: Wohnungen und Häuser verteuern
sich um bundesweit um 0,9 Prozent
- Gestiegene Zinsen: Preise für Einfamilienhäuser sinken in vielen Großstädten,
in der Spitze -2,4 Prozent
- Wohnungspreise stabiler: Preisrückgänge in 5 von 15 Städten
- Ausblick: Steigende Zinsen dämpfen die Nachfrage, Entwicklung konnte Markt
2026 weiter spalten
Der deutsche Immobilienmarkt ist weitestgehend stabil in das Jahr 2026
gestartet. Es zeigen sich jedoch erste Risse im Aufwärtstrend. Im 1. Quartal
erhöhten sich die Angebotspreise für Wohnimmobilien bundesweit zwar erneut
moderat, einzelne Städte verzeichnen aber bereits wieder sinkende Preise. Vor
allem bei Einfamilienhäusern sind die Angebotspreise vielerorts wieder
rückläufig: In 9 von 15 untersuchten Städten sind die Preise von Häusern in den
ersten drei Monaten des Jahres günstiger geworden - in der Spitze um
-2,4 Prozent. Deutlich höhere Kosten für Bau- und Handwerksarbeiten, ein
gestiegenes Zinsniveau gepaart mit einer lahmenden Konjunktur lassen die Preise
von Eigenheimen unter Druck geraten.
Das geht aus der aktuellen Ausgabe des immowelt Preiskompass für das 1. Quartal
2026 hervor. Darin wurde analysiert, wie sich die Angebotspreise von
Bestandswohnungen und Bestandshäusern in Deutschland sowie in den 15 größten
deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern entwickelt haben.
"Der Immobilienmarkt entwickelt sich insgesamt stabil, doch insbesondere bei
Häusern zeigt sich, dass der Markt spürbar abkühlt", sagt Theo Mseka, immowelt
Geschäftsführer. "Die gestiegenen Finanzierungskosten und der Sanierungsdruck
wirken sich in diesem Segment besonders stark aus und führen in mehreren Städten
bereits zu sinkenden Preisen."
Hauspreise: Rückgänge in vielen Großstädten
Bei Einfamilienhäusern zeigt sich im 1. Quartal eine klare Trendwende: In
zahlreichen Großstädten sind die Angebotspreise bereits rückläufig. Damit
reagiert dieses Segment deutlich sensibler auf die veränderten
Finanzierungsbedingungen als der Wohnungsmarkt.
Besonders deutlich fallen die Rückgänge in hochpreisigen Städten aus. Stuttgart
verzeichnet ein Minus von 1,9 Prozent auf 6.110 Euro pro Quadratmeter,
Düsseldorf von -1,3 Prozent auf 5.378 Euro. Auch Köln und Nürnberg geben jeweils
um 1,0 Prozent nach (auf 5.036 Euro beziehungsweise 4.637 Euro). In München
setzt sich die Abwärtsbewegung mit -0,6 Prozent auf 9.084 Euro fort.
Der Grund für diese Entwicklung liegt vor allem in der deutlich gestiegenen
finanziellen Belastung beim Hauskauf. Aufgrund der höheren Kaufpreise reagieren
Käufer hier besonders sensibel auf steigende Bauzinsen. Schon geringe
Zinsanstiege führen zu spürbaren Mehrkosten bei der monatlichen Rate. Zudem
müssen Hauseigentümer Sanierungen und Nebenkosten allein tragen und nicht als
Hausgemeinschaft. Vor allem energetische Sanierungen entwickeln sich für
angehenden Hauskäufer zum relevanten Kostenfaktor. Eine immowelt Analyse (https:
//www.immowelt.de/ueberuns/presse/pressemitteilungenkontakt/immoweltde/2026/sani
erungsstau-in-deutschland-jedes-2-zum-kauf-angebotene-haus-muss-dringend-saniert
-werden/) hat gezeigt, dass jedes 2. inserierte Einfamilienhaus eine
Energiebilanz von F oder schlechter aufweist und somit dringend
sanierungsbedürftig ist. Kaufinteressenten sehen sich also neben dem Kaufpreis
und den Kaufnebenkosten auch noch mit der Tatsache konfrontiert, fünf- oder gar
sechsstellige Summen in die energetische Modernisierung eines Hauses zu
investieren.
Wohnungspreise: Zunehmend gespaltene Entwicklung
Die Preise für Eigentumswohnungen in Großstädten zeigen sich im 1. Quartal noch
stabiler, aber es deuten sich auch dort bereits erste Auswirkungen der
veränderten Rahmenbedingungen am Immobilienmarkt an: Zwar überwiegen weiterhin
die Städte mit steigenden Preisen, gleichzeitig nimmt die Zahl der Märkte zu, in
denen die Angebotspreise wieder nachgeben. Diese Entwicklung steht ebenfalls im
Zusammenhang mit den veränderten Finanzierungsbedingungen. Während sich dies in
einigen Städten bereits in sinkenden Preisen niederschlägt, können sich andere
Märkte aufgrund stabiler Nachfrage bislang noch dem Abwärtstrend entziehen und
weiter zulegen.
So verzeichnen vor allem die Metropolen weiterhin steigende Angebotspreise.
Besonders deutlich wird das in Stuttgart, wo die Preise um 2,7 Prozent auf 4.409
Euro pro Quadratmeter zulegten, sowie in Köln (+2,1 Prozent auf 4.864 Euro) und
München (+1,4 Prozent auf 8.135 Euro). Auch Berlin entwickelte sich wieder
positiv und verzeichnete ein Plus von 1,5 Prozent auf 4.876 Euro pro
Quadratmeter.
Ausblick: Stabiler Markt trifft auf wachsende Grenzen
Das aktuelle Preisniveau am Immobilienmarkt wird derzeit in erster Linie durch
das fehlende Angebot gestützt. Kaum Neubau sorgt für ein anhaltend knappes
Angebot an Wohnraum. Allerdings bremsen steigende Zinsen zunehmend die
Nachfrage. Dadurch könnte sich die Entwicklung weiter auseinander bewegen:
Stabile oder leicht steigende Preise in einigen Märkten, Rückgänge in anderen.
Damit steht der Markt 2026 zwischen einer fortgesetzten Preiserholung und einer
zunehmend gedämpften Nachfrage. Wie sich dieses Spannungsfeld entwickelt, wird
maßgeblich von der weiteren Zinsentwicklung und den gesamtwirtschaftlichen
Rahmenbedingungen abhängen.
Daten für alle 15 Großstädte sowie weiterführende Analysen finden Sie im
immowelt Preiskompass für das 1. Quartal 2026. Die aktuelle Ausgabe steht hier
zum Download zur Verfügung. (https://content.cdn.immowelt.com/iw_group2/import/R
edaktion/Pressemitteilungen/2026/2026_04_02_immoweltPreiskompass_Q1_2026.pdf)
Detaillierte Informationen zum aktuellen Preisniveau in den unterschiedlichen
Regionen Deutschlands liefert die immowelt Price Map
(https://www.immowelt.de/immobilienpreise/deutschland) .
Immobilie vermieten oder verkaufen: Hier können Eigentümer ganz einfach eine
aufmerksamkeitsstarke Anzeige erstellen
(https://www.immowelt.de/anbieten/immobilienanzeigen)
Pressekontakt:
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