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Anklam (ots) - "Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der Sieg über
sie." (Nelson Mandela)
Unter diesem Leitgedanken ehrte der amtierende Leiter der Polizeiinspektion
Anklam, Kriminaloberrat Michael Kath am gestrigen Montag (15.06.2026) insgesamt
sechs Bürgerinnen und Bürger. Die Auszeichnung für Zivilcourage stellt in der
Polizeiinspektion Anklam eine langjährige Tradition dar und würdigt Menschen,
die in kritischen Momenten nicht wegsehen, sondern Verantwortung und Mitgefühl
beweisen. Die feierliche Veranstaltung fand zum ersten Mal in diesem Jahr statt
und wird unabhängig vom "Tag der Zivilcourage" am 19. September durchgeführt, um
mit den Menschen zeitnah nach den Ereignissen ins Gespräch zu kommen und das
Erlebte in einem geschützten Rahmen zu besprechen. Dabei stehen die Geehrten
stellvertretend für die vielen "stillen Helden" im Landkreis
Vorpommern-Greifswald.
In seiner Ansprache an die mutigen Helferinnen und Helfer betonte
Kriminaloberrat Michael Kath, dass das Überwinden der eigenen Unsicherheiten die
Grundlage unseres demokratischen Zusammenlebens widerspiegelt:
"Zivilcourage erfordert Haltung, Werte und den Mut, sich einzumischen. Wer
Zivilcourage zeigt, beweist nicht, dass er frei von Angst ist - sondern dass er
diese Angst in den Hintergrund stellt, wenn ein Mitmensch in Not ist. Die heute
Geehrten haben genau diesen Mut bewiesen: Sie haben Haltung gezeigt,
Verantwortung übernommen und sich eingemischt, als es darauf ankam. Sie sind ein
unschätzbares Vorbild für unsere Gesellschaft."
Die mutigen Helferinnen und Helfer schilderten anschließend im Gespräch, wie sie
auf die Gefahrensituationen aufmerksam wurden und wie sie den Menschen in den
kritischen Lagen helfen konnten.
Die geehrten Personen und ihre Taten im Überblick:
Mann rettet junge Familie vor Angreifer
Am 28.11.2025 bedrohte ein Mann mit einer Axt eine junge Familie am Anklamer
Bahnhof. Der Täter verfolgte die fliehende Familie bis zu einer Apotheke. Herr
Kaatz und sein Bruder befanden sich in den Räumlichkeiten, als die verängstigte
Familie hineinrannte und darum bat, die Tür zu schließen. Als der Angreifer die
Apotheke mit dem Beil in der Hand betrat, fackelte Stefan Kaatz nicht lange: Er
schubste den Angreifer entschlossen aus der Tür und drängte ihn in Richtung des
Busbahnhofs zurück, wo kurz darauf die Polizei eintraf. Durch dieses mutige
Eingreifen konnte Schlimmeres verhindert werden.
(siehe Pressemitteilung vom 28.11.2025:
https://wwvv.presseportal.de/blaulicht/om/108747/6168420)
Hinweis der Polizei: So vorbildlich das Handeln von Herrn Kaatz war, gilt stets
der Appell: Der Eigenschutz muss an erster Stelle stehen, um sich nicht selbst
in Gefahr zu bringen.
Frauen helfen bei körperlichem Übergriff
Am 09.10.2025 gingen drei Frauen, Anja, Regina und Jana Nehmzow, ungehindert auf
die andere Straßenseite zu ihrer Nachbarin und halfen ihr, als sie Geschrei von
dieser und ihren beiden Kindern durch ein geöffnetes Fenster wahrgenommen haben.
Der alkoholisierte Täter schlug mehrfach mit Fäusten auf die Frau ein und obwohl
sie schon aus dem Haus geflohen war, unterließ er die Angriffe auf sie nicht.
Erst als die Frauen sich zwischen die beiden Parteien drängten und den
Beschuldigten mutig von der Geschädigten wegdrängten, ließ dieser von ihr ab.
Zudem kümmerten sich die drei Damen fürsorglich um die beiden verängstigten
Kinder und nahmen vorübergehend den Hund der Familie in Obhut.
Insbesondere dieser Fall im nachbarschaftlichen Umfeld zeigt: Wir sind im Alltag
aufeinander angewiesen. Ohne aufmerksame Mitbürger oder Nachbarn, die hinhören
und entschlossen dazwischengehen, wären manche Betroffene schutzlos
ausgeliefert. Umso mutiger, dass die drei Frauen sofort reagiert und nicht
weggesehen haben. Gerade im Kontext gewalttätiger Übergriffe im sozialen
Nahbereich braucht es mehr Sichtbarkeit und die Botschaft an die Betroffenen:
Ihr seid nicht allein.
Junge hilft Rentnerin
Am Abend des 22.01.2026 bewies der 13-jährige John Weiß bemerkenswerte Reife. Er
traf im Anklamer Stadtpark auf eine ältere Dame, die angesichts der winterlichen
Witterung viel zu leicht bekleidet war. Er sprach sie an und begleitete die
Seniorin hilfsbereit zu ihrer vermeintlichen Wohnanschrift, die knapp 1,5
Kilometer entfernt lag. Da die Frau die Tür nicht öffnen konnte und John Zweifel
kamen, wählte er folgerichtig den Polizeinotruf 110. Die eintreffenden Beamten
stellten gemeinsam mit einem zeitgleich suchenden Pflegedienst fest, dass die
83-Jährige inzwischen in einer Pflegeeinrichtung lebt. Dank Johns schnellem und
umsichtigem Handeln konnte sie wohlbehalten zurückgebracht werden.
(siehe Pressemitteilung vom 23.01.2026:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/108747/6202371)
Mitarbeiterin eines Supermarktes verhindert Betrug
Am Nachmittag des 14.01.2026 bewies Kerstin Warnke, Verkäuferin in einem
Anklamer Supermarkt, ein geschultes Auge für ihre Mitmenschen. Ihr fiel ein
60-jähriger Kunde auf, der ungewöhnlich viele Gutscheinkarten im Wert von
insgesamt 475 Euro erwerben wollte. Sie sprach den Mann sensibel an, hörte ihm
aufmerksam zu und erkannte sofort die Muster einer typischen Betrugsmasche. Frau
Warnke informierte umgehend die Polizei und bewahrte den Kunden so vor einem
erheblichen finanziellen Schaden.
Direkt im Anschluss an die Übergabe der Urkunden, Medaillen und Blumen
entwickelte sich eine tiefgründige Gesprächsrunde zwischen den Geehrten und dem
amtierenden Inspektionsleiter, indem es um das Agieren in Extremsituationen
sowie der Verarbeitung des Erlebten ging. Kriminaloberrat Michael Kath sprach
den Anwesenden zudem seinen tiefsten Dank für das Engagement aus:
"Zivilcourage zeigt sich in den unterschiedlichsten Formen - ob man anderen
Menschen in Notsituationen aktiv hilft, die Polizei über ungewöhnliche
Beobachtungen informiert, sich Tätermerkmale einprägt oder sich als Zeuge zur
Verfügung stellt. Egal welche Form: Wer Zivilcourage zeigt, erkennt, dass sein
Handeln oder Nicht-Handeln die Gemeinschaft prägt. Für dieses selbstlose
Engagement und Ihr beherztes Eingreifen danke ich Ihnen im Namen der
Polizeiinspektion Anklam von ganzem Herzen."
Rückfragen bitte an:
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Polizeipräsidium Neubrandenburg
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Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/108747/6295717
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