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Berlin (ots) - Pressemitteilung
Der chinesische Künstler AI Weiwei hat die Zensur in China scharf kritisiert:
"Die Gesellschaft wird immer noch massiv kontrolliert. Deswegen gibt es dort
auch keine Rede- und Meinungsfreiheit, definitiv nicht", sagt er in der
ARD-Talksendung "maischberger". Die Sendung wird heute um 22:50 in Das Erste
ausgestrahlt.
"Die grundlegenden menschlichen Werte werden dort einfach nicht anerkannt, wie
Demokratie, Redefreiheit und auch die Unabhängigkeit des Rechtswesens. Das sind
natürlich große Probleme. Ai Weiwei zeigte sich besorgt, dass Zensur und
Meinungsfreiheit auch in westlichen Ländern zunehmen könne.
Ai Weiwei hatte kürzlich das erste Mal seit zehn Jahren seine Mutter in China
besucht: "Natürlich bin ich bei der Einreise am Flughafen von der Polizei
angehalten worden. Mein Sohn wurde von mir getrennt. Wir wurden ungefähr zwei
Stunden lang befragt." Er habe danach dennoch drei Wochen ein normales Leben mit
seiner Mutter führen können. "Ich würde schon sagen, dass die Gesellschaft sehr
effizient geworden ist. Es hat nicht einmal vier Minuten gedauert, bis ich
wieder Zugriff auf ein Bankkonto hatte, das ich zehn Jahre nicht benutzt habe."
Der Künstler sagte weiter, viele Dinge, gerade im technischen Bereich, änderten
sich in China so rasant, dass es "wie ein Wunder" erscheine. Die Gesellschaft
sei nach wie vor sehr stabil, "aber einige Dinge ändern sich nicht, wie
beispielsweise die Parteilinie". Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne,
ganz zurück nach China zu gehen, sagte er: "I wanted to go back yesterday. Ich
möchte gestern zurückgekehrt sein. Ich vermisse China, auch wenn ich dort so
schlecht behandelt worden bin."
Pressekontakt:
"maischberger" ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in
Zusammenarbeit mit Vincent productions GmbH.
Redaktion: Elke Maar
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