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Bamberg (ots) - Wie viel Verantwortung dürfen autonome Systeme übernehmen - und
wie viel davon können Finanzinstitute an externe Partner übertragen? Eine neue
Untersuchung des Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag von SPS (https
://www.spsglobal.com/de/technology-business-solutions/bfsi?utm_source=pr&utm_med
ium=de&utm_campaign=hri#ai-wp) zeigt: Kritische Entscheidungen sollen beim
Menschen bleiben. Mehr als zwei Drittel der Befragten sehen in spezialisierten
Partnern eine Möglichkeit, Agentic AI schneller und sicherer einzuführen und zu
skalieren. Langfristig könnten daraus Innovationspartnerschaften entstehen, die
über die klassische Prozessauslagerung hinausgehen.
Für die Untersuchung befragte das HRI gemeinsam mit YouGov Entscheidungsträger
aus dem Finanz- und Versicherungswesen. Am häufigsten kommen KI-Agenten in der
Privatkundenberatung (37,7 Prozent), im Firmenkundengeschäft (32,1 Prozent) und
in der IT (31,4 Prozent) zum Einsatz. Seltener werden sie zur Betrugsbekämpfung
(19,5 Prozent) oder für Compliance-Aufgaben (16,4 Prozent) genutzt. Den größten
Mehrwert sehen die Befragten in höherer Effizienz (44 Prozent), besseren
Datenanalysen (35,2 Prozent) sowie höherer Produktivität (31,4 Prozent). Jeweils
30,8 Prozent erwarten geringere Kosten und weniger Fehler. Umsatzsteigerungen
(16,4 Prozent) und die Ansprache neuer Kundensegmente (11,3 Prozent) spielen
eine geringere Rolle.
Kritische Entscheidungen bleiben beim Menschen
Bei Entscheidungen mit hohen finanziellen oder rechtlichen Folgen ziehen die für
die Studie interviewten Experten klare Grenzen. KI-Agenten können Prüfungen
vorbereiten, Auffälligkeiten erkennen und standardisierte Abläufe übernehmen.
Die abschließende Bewertung komplexer Fälle sollte jedoch bei qualifizierten
Mitarbeitenden bleiben. Michael Dandorfer, Vorstandsmitglied der Münchner Bank
eG, betont dabei die Bedeutung des persönlichen Kundenkontakts: "Je mehr die IT
übernimmt, desto wichtiger wird die Interaktion von Mensch zu Mensch."
Nils Abels, Vorstand der Hamburger Volksbank, warnt davor, KI-Ergebnissen
vorschnell zu vertrauen: "Das größte Risiko besteht darin, der Technologie zu
schnell zu vertrauen. Wenn Mitarbeitende mehrfach gute Erfahrungen machen,
entsteht leicht der Eindruck, die Ergebnisse seien grundsätzlich richtig."
Mitarbeitende müssten deshalb verstehen, wie KI funktioniert und wo ihre Grenzen
liegen.
Mehr als jeder Dritte nennt mangelnde Datenqualität als Hürde
Technische und regulatorische Anforderungen erschweren die Einführung von
KI-Agenten. 36,5 Prozent der Befragten nennen mangelnde Datenqualität, jeweils
32,1 Prozent Schwierigkeiten bei der Integration in bestehende IT-Systeme sowie
Sicherheits- und Compliance-Anforderungen. Einen unzureichenden Business Case
sehen dagegen nur 15,7 Prozent als Hindernis.
Bei kleineren Instituten könnten begrenzte Ressourcen die Einführung und
Skalierung von KI-Agenten erschweren. Davon gehen 58,5 Prozent der Befragten
aus, die kleinere Häuser gegenüber größeren Instituten im Nachteil sehen.
Externe Partner sollen fehlende Ressourcen ausgleichen
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Zusammenarbeit mit spezialisierten
Dienstleistern an Bedeutung. 68 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass
Banken und Versicherer KI-Agenten mithilfe spezialisierter Partner im Bereich
Business Process Outsourcing (BPO) schneller und sicherer einführen und
skalieren können. Ebenso viele sehen für kleinere Institute einen besonderen
Vorteil im Zugang zu spezialisiertem Know-how und zusätzlichen Ressourcen.
"Kleinere und mittlere Banken können nicht alle erforderlichen KI-Kompetenzen
selbst aufbauen. Deshalb werden spezialisierte Partner zunehmend an Bedeutung
gewinnen", sagt Hendrik Freund, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank im
Grabfeld. Gleichzeitig betont er im Studieninterview, dass zentrale
Steuerungsaufgaben wie Strategie, Risikomanagement und Kreditentscheidungen bei
den Instituten bleiben müssen.
Die Zusammenarbeit mit externen Partnern ist für viele Finanzdienstleister
bereits ein konkretes Thema. 41,5 Prozent haben bereits geprüft, welche Prozesse
sich mit KI-Unterstützung an externe Dienstleister auslagern lassen, und setzen
entsprechende Vorhaben um. Weitere 28,9 Prozent befinden sich in der
Analysephase, 18,9 Prozent planen entsprechende Schritte. Ob sie mit externen
Partnern zusammenarbeiten, hängt vor allem von den Kosten (39,6 Prozent), der
Skalierbarkeit und Flexibilität (39,0 Prozent) und dem internen Fachwissen (37,7
Prozent) ab.
Von der Prozessauslagerung zur Innovationspartnerschaft
Über die klassische Prozessauslagerung hinaus könnten BPO-Dienstleister künftig
eine stärkere Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung neuer KI-Lösungen
übernehmen. Finanzinstitute behalten dabei die Verantwortung für strategisch
wichtige Prozesse und geschäftskritische Entscheidungen, während externe Partner
nicht nur standardisierte Aufgaben übernehmen, sondern auch ihre Technologie-
und Prozesskompetenz einbringen. 63,5 Prozent der Befragten befürworten es, vor-
und nachgelagerte Prozesse an BPO-Partner auszulagern, um internen Aufwand zu
vermeiden.
"Agentic AI wird die Zusammenarbeit zwischen Finanzinstituten und BPO-Anbietern
verändern", sagt Oliver Wibbe, Geschäftsführer der SPS Germany GmbH. "Aus der
klassischen Auslagerung einzelner Prozesse wird zunehmend eine
Innovationspartnerschaft. Banken und Versicherer müssen nicht mehr jede
technologische Entwicklung allein bewältigen, sondern können gemeinsam mit
spezialisierten Partnern neue Lösungen entwickeln, schneller in die Praxis
bringen und kontinuierlich verbessern."
Über die Umfrage
Das Handelsblatt Research Institute befragte gemeinsam mit YouGov im Zeitraum
vom 17. bis 25. Juli 2026 159 Entscheidungsträger aus Banken unterschiedlicher
Institutsgruppen, Versicherungen und weiteren Finanzdienstleistungsunternehmen
in Deutschland mit mindestens 250 Beschäftigten. Knapp die Hälfte der Befragten
arbeitete in Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitenden. Ergänzend wurden
Experteninterviews mit Führungskräften der Finanzwirtschaft geführt.
Die Studie "Agentic AI im Finanzsektor - Potenzial durch Business Process
Outsourcing" mit allen Ergebnissen und Experteninterviews ist hier verfügbar. (h
ttps://www.spsglobal.com/de/technology-business-solutions/bfsi?utm_source=pr&utm
_medium=de&utm_campaign=hri#ai-wp)
Pressekontakt:
Andrea Tschopp
SPS Germany GmbH, Communications
+49 160 3660824
mailto:andrea.tschopp@spsglobal.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/167214/6380753
OTS: SPS Germany GmbH
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