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Bayreuth (ots) - Die Weiterentwicklung evidenzbasierter Behandlungskonzepte für
Menschen mit Lymphödem stand im Mittelpunkt des zweiten Compression APAC1
Summits (COMPAS), das vom 27. bis 29. März 2026 in Sydney stattfand. Organisiert
wurde die internationale Fachveranstaltung vom International Lymphoedema
Framework (ILF) gemeinsam mit der Australasian Lymphology Association (ALA), dem
Australian Lymphoedema Education, Research and Treatment (ALERT) Centre der
Macquarie University und dem Medizinprodukte-Hersteller medi. Mehr als 100
internationale Ärzt:innen, Therapeut:innen, Wissenschaftler:innen und weitere
Fachkräfte kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und
Therapie lymphologischer Erkrankungen zu diskutieren und die Grundlagen für
internationale Konsensempfehlungen weiterzuentwickeln.
Das diesjährige COMPAS Meeting baute auf den Ergebnissen des ersten Summits in
Osaka (Japan) 2025 auf. Ziel der Initiative ist es, internationale Expert:innen
zusammenzubringen, um wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für die Versorgung
von Patient:innen mit chronischen Lymphödemen zu entwickeln sowie deren
Umsetzung weltweit zu fördern.
Internationale Zusammenarbeit für eine bessere Versorgung
Zentraler Schwerpunkt des Treffens war die Weiterentwicklung eines
internationalen Konsenses zur medizinischen Kompressionstherapie. Die
Diskussionen konzentrierten sich auf die Erarbeitung evidenzbasierter Leitlinien
für den Einsatz von medizinischer Kompressionstherapie bei der Behandlung von
Phlegmone, bei mikrochirurgischen Eingriffen, der Komplexen Physikalischen
Entstauungstherapie (KPE) sowie bei Selbstmanagementansätzen. In diversen
Sitzungen arbeiteten interdisziplinäre Healthcare Professionals zusammen, um
Wissenslücken zu schließen und globale Empfehlungen weiter zu präzisieren.
Übersetzung von Forschung in die Praxis
Des Weiteren lag der Fokus auf dem Wissenstransfer zwischen Forschung und
medizinischer Versorgung. Im Rahmen des ALERT-Tages standen klinische
Demonstrationen auf dem Programm sowie Falldiskussionen mithilfe der
ICG-Bildgebung, Sessions zu individualisierten medizinischen
Kompressionsstrategien, Frühinterventionsmodelle und Bewegungstherapie bei
Lymphödem. Entscheidend war außerdem der Austausch globaler Perspektiven:
Länderbeiträge aus Uganda, Australien, Japan, Indien, China und Europa lieferten
wertvolle Einblicke zu Herausforderungen und Innovationen in der medizinischen
Versorgung verschiedener Gesundheitssysteme. Die Diskussionen machten einerseits
Unterschiede im Zugang zu KPE und medizinischer Kompressionstherapie sichtbar,
zeigten andererseits aber auch innovative Versorgungsmodelle und kulturell
angepasste Behandlungsansätze auf.
Darüber hinaus wurden neue Forschungsergebnisse und Innovationen in der
Lymphologie präsentiert. Zu den Themen gehörten die Rolle von Lebensstil und
Bewegung bei der Behandlung von Ödemen, Fortschritte in der lymphatischen
Mikrochirurgie sowie Versorgungsansätze in ressourcenarmen Umgebungen. Auch neue
diagnostische Verfahren wie Bioelektrische Impedanzanalyse und Lymphografie
wurden vorgestellt. Besonders erfreulich: Junge Wissenschaftler:innen steuerten
vielversprechende Studien bei und verdeutlichten damit die wachsende
Innovationskraft in diesem Fachgebiet.
Patientenzentrierung als Leitprinzip
Die Bedeutung patientenzentrierter Versorgung zog sich als übergeordnetes Thema
durch das gesamte Programm. Neben medizinischen Aspekten wurden die Förderung
von Selbstmanagement, psychosoziale Unterstützung sowie Strategien zur
Verbesserung der Adhärenz bei der medizinischen Kompressionstherapie diskutiert.
Die Einbindung von Patientenperspektiven stellte sicher, dass klinische und
wissenschaftliche Entwicklungen konsequent an den Bedürfnissen sowie Prioritäten
der Betroffenen ausgerichtet bleiben.
Ausblick: Von der Evidenz in die Umsetzung
"Das COMPAS Meeting ist ein zentraler Baustein zur Stärkung globaler
Expertennetzwerke und zur Förderung evidenzbasierter Standards in der
nachhaltigen Weiterentwicklung der Lymphödemversorgung", betont Nikolas Zwarg,
Global Business Development Manager Compression bei medi, der die Veranstaltung
2025 ins Leben gerufen hat. "Der Austausch zwischen Wissenschaft, klinischer
Praxis und Industrie ist ein entscheidender Faktor, um die Versorgung von
Menschen mit lymphologischen Erkrankungen weltweit nachhaltig zu verbessern. Wir
freuen uns, durch unser Engagement beim COMPAS Meeting einen Beitrag zur
Entwicklung evidenzbasierter Behandlungsempfehlungen leisten zu können. In der
nächsten Phase liegt der Schwerpunkt darauf, Konsensempfehlungen final
auszuarbeiten, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische klinische
Behandlungen zu überführen, die Umsetzung in unterschiedlichen
Gesundheitssystemen zu stärken sowie das globale Engagement weiter auszubauen.
Dazu trifft sich die internationale Fachgemeinschaft erneut vom 28. bis 31.
Oktober 2026 zur 13. International Lymphoedema Framework Conference in Rom,
Italien."
(1) APAC = Asia-Pacific: Asien, Australien, Indien
Surftipps:
http://www.medi.de/produkte/kompressionsstruempfe/
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