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Bensheim (ots) - Den Ball fest im Blick, die Zunge konzentriert aus dem Mund
gestreckt, holt Christ zum Schuss aus. Fußball ist seine große Leidenschaft.
Doch lange konnte der Junge aus Kamerun nur davon träumen, richtig mitzuspielen.
Christ kam mit Grauem Star fast blind zur Welt. Rollte der Ball ins Gebüsch, war
er für den Siebenjährigen verloren. In einem Partner-Krankenhaus der
Christoffel-Blindenmission (CBM) (https://www.cbm.de/) wurde der Junge operiert.
Heute kann Christ sehen, zur Schule gehen - und endlich selbst dem Ball
hinterherjagen. Während weltweit die Fußball-Weltmeisterschaft Millionen
begeistert, erlebt Christ sein ganz persönliches Sommermärchen.
Wenn die Kinder in seinem Dorf gemeinsam kickten, hörte Christ meist nur ihre
Stimmen. Oft verschwand der Ball für ihn im hohen Gras oder zwischen Büschen.
Christ stand notgedrungen an der Seitenlinie. Aufgeben kam für ihn trotzdem nie
infrage. "Ich möchte Fußballer werden", sagte er voller Überzeugung.
Christ leidet seit seiner Geburt am Grauen Star. Bei einem Außeneinsatz
entdeckte ein Team des CBM-geförderten ACHA-Augenkrankenhauses den Jungen. Die
CBM übernahm die Kosten für die Operation in einer Augenklinik in Bafoussam. Am
Tag nach dem Eingriff konnte Christ erstmals Gegenstände erkennen. "Papa Doktor,
ich kann sehen!", sagte er voller Freude, als die Verbände entfernt wurden. Kurz
darauf sagte er zu seinem Ball: "Du kannst mir jetzt nicht mehr weglaufen, ich
finde Dich."
Endlich mitspielen
Heute sitzt Christ nicht mehr am Rand, sondern mittendrin - in der ersten Reihe
seiner Schule. Motiviert lernt er und holt das auf, was er durch seine
Sehbehinderung bisher verpasst hat. Noch ambitionierter ist er nur beim Spielen:
So wild tobt Christ mit seinen Freunden, dass seine erste Brille bereits
zerbrochen ist. Jetzt trägt er eine stabilere, die mit einem Band gesichert ist.
Christ rennt hinter dem Ball her - und nicht mehr nur den Geräuschen. Er stoppt
ihn mit dem Fuß und schießt ihn zurück zu seinen Freunden. Die Operation war ein
Geschenk und der vielleicht wichtigste Anstoß seines Lebens.
Wenn die Zeit gegen Kinderaugen spielt
Weltweit leben rund 43 Millionen blinde Menschen, die häufigste Ursache ist
Grauer Star. In Deutschland gilt Katarakt vor allem als Alterskrankheit und
führt dank früher Operationen nur selten zu Blindheit. Auch bei Kindern wird die
Krankheit meist rechtzeitig erkannt und behandelt. In Ländern wie Kamerun ist
das anders: Dort gibt es nicht genügend Augenärztinnen und -ärzte. Doch wenn die
Mädchen und Jungen nicht früh genug operiert werden, droht ihnen dauerhafte
Blindheit. Ihr Gehirn kann dann nicht mehr lernen, richtig zu sehen. Kinder mit
Sehbehinderungen sind zudem deutlich häufiger vom Schulbesuch ausgeschlossen.
Die CBM unterstützt deshalb weltweit Augenkliniken, mobile Einsätze und
Ausbildungsprogramme für medizinische Fachkräfte. So erhalten Kinder wie Christ
die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben - und manchmal auch auf ihren ersten
Torschuss.
Über die CBM
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den international führenden
Organisationen für inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstützt
Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt - und das seit fast
120 Jahren. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern sorgt sie dafür, dass sich das
Leben von Menschen mit Behinderungen grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie
leistet medizinische Hilfe und setzt sich für gleichberechtigte
gesellschaftliche Teilhabe ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der Menschen
mit und ohne Behinderungen ihre Fähigkeiten einbringen können und niemand
zurückgelassen wird. Im Jahr 2024 förderte die CBM 330 Projekte in 37 Ländern.
Pressekontakt:
CBM-Pressestelle:
Marion Muhalia
Tel.: 06251-131 341
E-Mail: mailto:presse@cbm.org
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/37342/6286449
OTS: cbm Christoffel-Blindenmission e.V.
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