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"nd.DerTag": Trumps heilige Einfalt - Kommentar zur Verbalattacke des US-Präsidenten gegen den Papst |
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| 13.04.2026 20:20 Uhr |
nd.DerTag / nd.DieWoche |
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Berlin (ots) - Droht Donald Trump demnächst mit dem Einmarsch von US-Truppen in
den Vatikan? Will er den Kirchenstaat kaufen? Lässt er den Papst entführen? Ruft
er einen Boykott aus? Verhängt er eine spezielle Strafkirchensteuer? Oder
schickt er ein paar Raketen in Richtung Petersdom? Gewiss, das sind absurd
klingende Fragen, aber genau das sind die Mittel und Methoden, mit denen Trump
gegen Staaten und Personen vorgeht, die ihm nicht passen.
Und an Papst Leo XIV. passt ihm einiges nicht. Erst recht nicht, dass der
oberste Katholik jetzt die Außenpolitik des US-Präsidenten scharf kritisiert
hat. Von Allmachtsfantasien hatte der Papst mit US-Pass in einer Predigt am
Wochenende gesprochen, sich für ein Ende von Kriegen eingesetzt und Frieden
gefordert. Prompt fühlte sich Trump angesprochen und echauffierte sich
öffentlich. Der Papst solle sich aus der Politik heraushalten; überhaupt habe er
sein Amt nur Trump zu verdanken.
Gemeint ist: Der Papst soll Trump nicht kritisieren. Denn politisierende
Geistliche gefallen Trump durchaus, solange sie ihm folgen. Von
evangelikal-fundamentalistischen Predigern lässt er sich gern umschmeicheln, sie
sind wichtige Wahlkampfhelfer für ihn. Dünnhäutig und trotzig-beleidigend wie
ein fünfjähriges Kind reagierte er, als etwa eine Bischöfin aus Washington
unmittelbar nach seiner Amtseinführung vergangenes Jahr kritische und mahnende
Worte für den Präsidenten fand.
Das bekommt nun auch der Papst zu spüren. Man erinnert sich bei der Gelegenheit
daran, dass Trump nach der Beisetzung von Papst Franziskus letztes Jahr und noch
vor dem Konklave im Vatikan ein Bild von sich selbst als neuem Papst verbreitet
hatte - die übliche Mischung aus Überheblichkeit, verunglücktem Witz und
pathologischer Selbstsucht.
Allerdings: Man muss nicht über den Atlantik blicken, um ein Beispiel dafür zu
finden, wie Politiker die Kirche disziplinieren wollen, sobald sie eine
unliebsame Meinung äußert. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hatte sich
im letzten Jahr über politische Äußerungen der evangelischen und katholischen
Kirche in Deutschland beschwert und ihnen vorgeworfen, zu "austauschbaren
Nichtregierungsorganisationen" zu werden. Wer also übergriffigen Politikern
Einhalt gebieten will, die mit Kritik nicht umgehen können, hat auch in
Deutschland einiges zu tun.
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