|
Berlin (ots) - Einsamkeit ist überall, auch dort, wo sie nicht gleich vermutet
wird: bei den 16- bis 30-Jährigen, die scheinbar beste Chancen auf rege Kontakte
haben. Fast die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland
bezeichnet sich als einsam. Das ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung (http
s://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/junge-menschen-und-gesellscha
ft/projektnachrichten/wie-einsam-sind-junge-erwachsene-im-jahr-2024) im Jahr
2024. Und: Wer sich als junger Mensch in Deutschland einsam fühlt, ist
unzufriedener mit der Demokratie und glaubt kaum daran, dass es lohnend ist,
sich für die Gesellschaft zu engagieren.
Einsamkeit macht verletzlich, nicht nur die*/den* Einzelne*n, sondern auch das
Gemeinwesen. Mit ihrer Einsamkeitsstrategie nimmt die Bundesregierung das
Alleinsein als gesamtgesellschaftliches Problem in den Blick, das die Politik
angehen muss, aber ohne breite Unterstützung nicht lösen kann. Das
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)
bringt in der Allianz gegen Einsamkeit verschiedenste zivilgesellschaftliche
Akteure zusammen. Die Volkshochschulen werden in dem Bündnis vom DVV vertreten.
"Die Beteiligung der vhs stärkt die Allianz bundesweit", sagt
DVV-Verbandsdirektorin Julia von Westerholt. "Überall im Land sind
Volkshochschulen Orte der Begegnung und des Austauschs."
Der Bildungsstand: Risikofaktor und Chance
Der Bertelsmann-Studie zufolge kann die soziale Lage junger Menschen das
Einsamkeitsrisiko senken oder erhöhen. Besonders betroffen sind zum Beispiel
Arbeitslose und Personen mit Migrationshintergrund. Auffällig ist außerdem, dass
junge Leute mit niedrigem Schulabschluss sich häufiger einsam fühlen als andere.
Hier setzen Volkshochschulen an. 2024 führten vhs allein über 1000 Kurse zum
Nachholen des Hauptschulabschlusses und über 650 Realschulabschluss-Kurse durch.
Volkshochschulen fördern aber auch das kreative Miteinander Jugendlicher und
junger Erwachsenen: Die Junge vhs, die Zentralstelle für Kinder- und
Jugendbildung beim DVV und das DVV-Projekt talentcampus unterstützen junge
Menschen dabei, zusammen mit Gleichaltrigen ihre Gedanken und Gefühle
künstlerisch zum Ausdruck zu bringen.
Weit bekannter als das Einsamkeitsrisiko bei den Jungen ist die Vereinsamung
Älterer. Bei ihnen verschärft auch der digital gap das Problem. Digitale
Kommunikation kann die unmittelbare Begegnung zwischen Menschen nicht ersetzen.
Wer jedoch Schwierigkeiten hat, ein Smartphone zu bedienen, läuft eher Gefahr,
Kontakte zu verlieren. In der vhs kann jede*r die Grundlagen der digitalen
Kommunikation erlernen, unabhängig von Alter und Vorkenntnissen. Zudem bieten
Volkshochschulen regelmäßig Treffen für Ältere an, die sich untereinander über
den Umgang mit digitalen Tools austauschen möchten.
Gegen Einsamkeit, direkt oder diskret
Viele fürchten sich vor Einsamkeit. Umso größer ist die Scheu, darüber zu reden.
Volkshochschulen sprechen Einsamkeit an und laden zum Dialog über das
tabuisierte Thema ein. In der breiten Palette der vhs finden zudem Menschen mit
unterschiedlichsten Interessen ihren Kurs - und damit Gelegenheit, anderen zu
begegnen, die diese Interessen teilen. Volkshochschulen sind Anlauf- und
Treffpunkte, auch in ländlichen Regionen. "Gemeinsam lernen in offener
Atmosphäre hilft aus der Isolation und stimmt optimistischer", sagt
DVV-Direktorin Julia von Westerholt. "Das kann auch das Verhältnis der Einzelnen
zur Gesellschaft verbessern".
Pressekontakt:
Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.
Dr. Angela Rustemeyer, Leitung Verbandskommunikation
Tel. 0049 228 97569 18, mailto:rustemeyer@dvv-vhs.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/120024/6299578
OTS: Deutscher Volkshochschul-Verband
|