|
Berlin (ots) - Laut einer neuen qualitativen Online-Umfrage von Humane World for
Animals Deutschland (https://zwly9k6z.r.us-east-1.awstrack.me/L0/https:%2F%2Fhum
aneworld.org%2Fdeutschland/1/010001a13abc00b6-71151aca-4a62-45cd-a350-aab509db16
38-000000/gS7-JX8gsR9qjTD4nGW79Nlkl-U=473) (ehemals Humane Society
International) unter 207 approbierten Tierärzt*innen aus 14 Bundesländern, hält
die große Mehrheit der befragten Tierärzt*innen nachhaltige Kastrationsprogramme
für Straßenkatzen nach dem Prinzip Trap-Neuter-Return (TNR) (auf Deutsch:
Fangen-Kastrieren-Freilassen) für wirksam, um die Straßenkatzenpopulationen zu
reduzieren. Gleichzeitig sehen sie fehlende Finanzierung und unzureichende
Unterstützung als größte Hindernisse für eine Ausweitung der Maßnahmen. Die
Antworten der 80 Tierärzt*innen, die aktiv an TNR-Maßnahmen beteiligt sind,
sowie die der 127 Befragten, die derzeit nicht teilnehmen, liefern das bislang
detaillierteste Bild der klinischen, finanziellen und strukturellen
Rahmenbedingungen, unter denen TNR in Deutschland umgesetzt wird.
Die vollständigen Ergebnisse der Online-Umfrage stehen hier zur Verfügung (https
://zwly9k6z.r.us-east-1.awstrack.me/L0/https:%2F%2Fwww.humaneworld.org%2Fsites%2
Fdefault%2Ffiles%2Fdocs%2FTNR-in-Deutschland.pdf/3/010001a13abc00b6-71151aca-4a6
2-45cd-a350-aab509db1638-000000/tVA0U2FZMBaWs3jTURgbB_DeEzc=473) .
Zwei Millionen Straßenkatzen leben in Deutschland schätzungsweise abgelegen auf
Bauernhöfen, Industriegebieten oder Schrebergärten. Diese Katzen sind oft
Nachkommen von Katzen, die eine*n Besitzer*in hatten oder haben, entlaufen sind
oder ausgesetzt wurden. Straßenkatzen sind menschenscheu, krank, verletzt,
ungeimpft sowie mangel- und unterernährt und vermehren sich unkontrolliert.
Deswegen gilt das Leid der Straßenkatzen als Deutschlands verstecktes
Tierschutzproblem.
"Straßenkatzen sind ein gesellschaftliches und auch ein kommunales
Tierschutzproblem, doch ihre Versorgung und die Eindämmung des
Populationswachstums bleiben hauptsächlich an Ehrenamtlichen und
Tierschutzvereinen hängen. Das muss sich grundlegend ändern", fordert Sylvie
Kremerskothen Gleason, Landesdirektorin bei Humane World for Animals
Deutschland. Dass sich die Kommunen und Länder aus ihrer Verantwortung ziehen,
zeigen auch die Ergebnisse der Umfrage. Nur 8 % der Tierärzt*innen arbeiten mit
ihrer Kommune zusammen; hingegen arbeiten 41 % nie mit ihrer Kommune zusammen.
Tierärzt*innen halten TNR für wirksam
Die Umfrage zeigt eine bemerkenswert hohe Zustimmung für die TNR-Methode:
- Über drei Viertel (76 %) der Befragten bewerten TNR als sehr wirksam für die
Reduzierung von Straßenkatzenpopulationen.
- Knapp jede fünfte befragte Person (18 %) hält TNR für mäßig wirksam. Keine
einzige befragte Person bezeichnet TNR als unwirksam.
Gleichzeitig sehen die Befragten ein zentrales Problem: Es werden zu wenige
Katzen kastriert:
- Knapp 8 von 10 Befragte (78 %) geben an, dass unzureichende Kastrationsraten
die Wirksamkeit von TNR in ihrer Region begrenzen.
Finanzierung ist die größte Hürde
Aber was hindert die befragten Tierärzt*innen daran, mehr Kastrationen
durchzuführen? Fehlende finanzielle Mittel wurden deutlich häufiger genannt als
jedes andere abgefragte Hindernis. So bewerten 7 von 10 (68 %) der Befragten
eine fehlende Finanzierung als erhebliches Problem. Auf einer Skala von 1 bis 5
(1 = nicht relevant, 5 = sehr relevant) erhielt sie mit durchschnittlich 3,83
die höchste Bewertung aller Hindernisse. Besonders frustrierend: Der Wille an
TNR-Programmen teilzunehmen ist da, die Mittel nicht. Denn über zwei Drittel (65
%) geben an, dass staatliche Zuschüsse oder Förderungen durch
Nichtregierungsorganisationen ihre Beteiligung an TNR "definitiv" oder
"wahrscheinlich" erhöhen würden.
Die befragten Tierärzt*innen sehen Widerstand in der Bevölkerung nicht als
wesentliches Hindernis für TNR. Dieser Faktor erhielt in der Umfrage die
niedrigste Bewertung mit einem Durchschnittswert von 1,45 auf einer Skala von 1
bis 5. Politische Diskussionen, die von einer großen öffentlichen Ablehnung
gegenüber TNR ausgehen, werden durch die Angaben der befragten Tierärzt*innen
nicht gestützt.
Darüber hinaus nannten die Befragten folgende Lösungsvorschläge:
- eine verlässliche öffentliche Finanzierung von TNR-Maßnahmen,
- mehr Schulungsangebote und gezielte Weiterbildungen für Tierärzt*innen,
- bessere Koordination zwischen Tierärzteschaft, Tierschutzorganisationen und
Kommunen,
- bundesweite klinische Leitlinien für die Umsetzung von TNR.
Wunsch nach politischen Lösungen
Neben finanzieller Unterstützung wünschen sich viele Tierärzt*innen politische
Maßnahmen, um das Problem langfristig anzugehen. Am häufigsten forderten die
Befragten eine bundesweite Katzenschutzverordnung, die die Kastration,
Kennzeichnung und Registrierung freilaufender Katzen, die Besitzer*innen haben,
bundesweit einheitlich regelt.
Diese Forderung deckt sich mit den Ergebnissen des im Mai 2026 veröffentlichten
Humane World for Animals Tierschutz-Barometers 2026 (https://zwly9k6z.r.us-east-
1.awstrack.me/L0/https:%2F%2Fwww.humaneworld.org%2Fsites%2Fdefault%2Ffiles%2Fdoc
s%2FHumane-World-for-Animals-Tierschutz-Barometer-2026.pdf/1/010001a13abc00b6-71
151aca-4a62-45cd-a350-aab509db1638-000000/0y0pwC9mgDAbK0QqOfaMtRj-J7g=473) .
Laut den Ergebnissen unterstützen 71,3 % der Menschen in Deutschland eine
bundesweite Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen mit Halter*innen. Um die
deutsche Bundesregierung endlich zum Handeln zu bewegen, hat Humane World for
Deutschland Anfang Juli deswegen die Petition und Kampagne " Mandat für Tiere (h
ttps://zwly9k6z.r.us-east-1.awstrack.me/L0/https:%2F%2Fhumaneworld.org%2Fmandat-
fuer-tiere/1/010001a13abc00b6-71151aca-4a62-45cd-a350-aab509db1638-000000/TDsxp9
ihLvNlB9gwPSOxyqF5sn8=473) " ins Leben gerufen.
"Die Ergebnisse unserer Online-Umfragen machen deutlich, warum der Teufelskreis
des Straßenkatzenleids so schwer zu durchbrechen ist: Tierärzt*innen wollen
helfen, doch es fehlen Finanzierung, lokale Strukturen und klare
Zuständigkeiten. Hinzu kommen unkastrierte Freigänger-Katzen mit Halter*innen,
die die Populationen immer weiter anwachsen lassen", sagt Kremerskothen Gleason.
Hintergrund: Einsatz für Straßenkatzen in Deutschland
Humane World for Animals Deutschland setzt sich seit 2024 für ein nachhaltiges
Populationsmanagement von Straßenkatzen durch TNR ein. Seit 2024 unterstützt die
Organisation Maßnahmen in Schleswig-Holstein und weitete das Programm im Jahr
2025 gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen auf mehrere Bundesländer aus.
Dabei wurden fast 200 Lebendfallen bereitgestellt und gezielt Fördermittel
vergeben, um lokale Kapazitäten zu stärken. Die Ergebnisse der aktuellen
Online-Befragung sollen dazu beitragen, die zukünftige Arbeit mit Politik,
Kommunen, Tierärzteschaft und Tierschutzorganisationen weiterzuentwickeln und
wirksame Lösungen für das Straßenkatzenproblem in Deutschland voranzubringen.
#
Bild- und Videomaterial steht hier zur Verfügung:
- Hochauflösendes Videomaterial und Bilder der TNR-Programme vor Ort (https://zw
ly9k6z.r.us-east-1.awstrack.me/L0/https:%2F%2Fpressportal.humaneworld.org%2Fda
m%2Fsearch%3Fq=expr%253AFieldName(%2522AssociatedAssets%2522).Link.Record.Id%2
520%253D%2520%25223fff7215-958a-4cd4-84c0-b4e101142ec2%2522/2/010001a13abc00b6
-71151aca-4a62-45cd-a350-aab509db1638-000000/jhXksibK7_0li5PfB0Ji0lv5tns=473)
- Passende Infografiken zum TNR-Report (https://zwly9k6z.r.us-east-1.awstrack.me
/L0/https:%2F%2Fpressportal.humaneworld.org%2Fdam%2Fsearch%3Fq=expr%253AFieldN
ame(%2522AssociatedAssets%2522).Link.Record.Id%2520%253D%2520%2522e8569c89-97d
2-49fb-860c-b4e101252986%2522/2/010001a13abc00b6-71151aca-4a62-45cd-a350-aab50
9db1638-000000/jrdYjBRHVUxO80TVZIDomR6xblc=473)
Über Humane World of Animals
Seit über 70 Jahren kämpft Humane World for Animals - ehemals Humane Society
International - gegen die Ursachen von Tierquälerei und Tierleid, um einen
nachhaltigen Wandel zu bewirken. Wir sind in über 50 Ländern aktiv und mit
Millionen Unterstützerinnen und Unterstützern fokussieren wir uns darauf,
nachhaltige Lösungen für die größten Probleme zu finden, denen Tiere
gegenüberstehen. Unser Ziel ist es, die grausamsten Praktiken zu beenden, Tiere
in Krisen zu versorgen und eine stärkere Tierschutzbewegung aufzubauen. Über
Grenzen hinweg setzen wir uns gemeinsam für ein dauerhaftes Umdenken - auf
gesellschaftlicher sowie auf politischer und unternehmerischer Ebene - ein. Mit
breitem Fachwissen und Mitgefühl widmen wir uns komplexen globalen
Tierschutzthemen, um unserem Namen und der Vision dahinter gerecht zu werden.
http://humaneworld.org/deutschland
Pressekontakt:
Susan Jansen; +49 (0) 160 94 49 17 88; mailto:sjansen@humaneworld.org
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/178648/6372356
OTS: Humane World for Animals
|