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Berlin (ots) - TÜV SÜD und Accenture arbeiten gemeinsam daran, den unabhängigen
Zertifizierungsprozess für industrielle Automatisierung mithilfe von
NVIDIA-Technologien zu beschleunigen.
Auf der NVIDIA GTC Berlin 2026 stellen die Unternehmen ein gemeinsames Konzept
für eine "Physical AI Safety Suite" vor, die Unternehmen dabei unterstützen
soll, physische KI-Ausrüstung wie autonome mobile Roboter (AMR) schneller und
sicherer neben menschlichen Mitarbeitern einzusetzen. Mithilfe von digitalen
Zwillingen, KI-Agenten und Simulationen soll die "Physical AI Safety Suite" die
Automatisierung von Fabriken und Lagern beschleunigen und die Produktivität in
der Fertigung steigern.
Etablierte Industriestandards bilden die Grundlage dafür, dass automatisierte
Anlagen sicher konzipiert und betrieben werden. Ein Beispiel ist ISO 3691-4, die
Sicherheitsanforderungen für fahrerlose Flurförderzeuge und Systeme,
einschließlich AMRs, festlegt. In vielen Industrieländern ist die Zertifizierung
nach solchen Normen verpflichtend, bevor Unternehmen automatisierte Anlagen in
Betrieb nehmen oder neue physische KI-Ausrüstung einsetzen können. Selbst in
Märkten, in denen eine Zertifizierung freiwillig ist, gilt die Einhaltung
branchenspezifischer Standards, die von anerkannten Normungsorganisationen
herausgegeben werden, als Best Practice.
Doch sich im komplexen Geflecht von Standards zurechtzufinden, kann die
Einführung von mit physischer KI unterstützten Automatisierungslösungen
verlangsamen. In einem mittelgroßen Produktionswerk können die iterative
Abstimmung, Validierung und Abnahme von Sicherheitskonzepten mehrere Wochen
dauern. Auf der NVIDIA GTC Berlin 2026 (https://www.nvidia.com/en-eu/gtc/)
präsentieren TÜV SÜD, Accenture und NVIDIA ein gemeinsames Konzept, um dieses
Problem anzugehen.
Vom manuellen Test zum Simulationstest
Die "Physical AI Safety Suite" digitalisiert mithilfe von digitalen Zwillingen
und KI-gestützten Simulationen teilweise die manuelle Begutachtung von Anlagen
und Ausrüstung sowie die Erstellung von Zertifizierungspaketen. TÜV SÜD schätzt,
dass der digitale Prozess die Inbetriebnahme um bis zu 30 % beschleunigen
könnte. Dadurch werden nicht nur physische Abhängigkeiten wie installierte
Anlagen und Besichtigungen vor Ort reduziert; Unternehmen können zudem
Sicherheits- und Zertifizierungsprobleme früher angehen, um kostspielige
Nacharbeiten im Betrieb zu vermeiden.
"Physische KI ermöglicht es Robotersystemen, immer anpassungsfähiger zu werden,
und ebnet gleichzeitig den Weg für unabhängige, evidenzbasierte digitale
Zertifizierungsprozesse", sagte Patrick Vollmer, CEO und Vorstandsvorsitzender
der TÜV SÜD AG. "Mit unserer 'Physical AI Safety Suite', die auf
simulationsgestützten Nachweisen basiert, können wir die Compliance-Readiness
bereits in einer viel früheren Phase des Entwicklungszyklus unterstützen, ohne
dabei Abstriche bei der von unseren Standards geforderten Genauigkeit zu machen.
Die Bewertung von Automatisierungskonzepten, bevor der erste Roboter eingesetzt
wird, reduziert Unsicherheiten im laufenden Betrieb und trägt dazu bei, ein
höheres Maß an Sicherheit, Effizienz und Leistung in Produktion und Logistik zu
erreichen."
"Unternehmen prüfen Automatisierungskonzepte zu oft erst dann anhand von
Industriestandards, wenn die Anlagen, Layouts und Arbeitsabläufe bereits
festgelegt sind", sagte Sarat Maitin, Leiter Supply Chain and Engineering bei
Accenture für Zentral- und Osteuropa. "Die Physical AI Safety Suite verlagert
diese Schritte auf einen früheren Zeitpunkt, an dem Unternehmen
Sicherheitsvorfälle und kostspielige Nacharbeiten noch vermeiden können. Sie
ermöglicht außerdem die kontinuierliche Überwachung automatisierter Anlagen.
Beides unterstützt den schnelleren Einsatz von physischer KI-gestützter
Automatisierung, die erforderlich ist, um die Produktivität in der Fertigung
insbesondere in Europa zu steigern."
Verbundene Prüfungen auf drei Ebenen
Das Konzept der "Physical AI Safety Suite" bewertet Automatisierung auf drei
miteinander verbundenen Ebenen, wobei TÜV SÜD eine unabhängige Bewertung und
Sicherstellung vornimmt und die Verantwortung für die Zertifizierung behält:
Ebene 1: Simulation industrieller Anlagenlayouts - Wo können Unternehmen
physische KI sicher einsetzen?
Mithilfe der NVIDIA Omniverse (https://www.nvidia.com/en-us/omniverse/)
-Bibliotheken, der offenen Weltmodellplattform Cosmos
(https://opensource.nvidia.com/en-us/) und des offenen Robotik-Frameworks NVIDIA
Isaac Sim (https://developer.nvidia.com/isaac/sim) bewertet die "Physical AI
Safety Suite" virtuell Routen, Freiräume, Mischnutzungszonen und
Kooperationsbereiche, bevor Roboter eingesetzt oder Layouts neu konfiguriert
werden. Anschließend erstellt sie ein strukturiertes Nachweispaket zur Prüfung
durch TÜV SÜD, das Anforderungen an Betriebsbereiche, Standards für Gefahren-
und Risikominderung, Normen zur Roboterintegration sowie Sicherheitsaspekte von
Steuerungssystemen abdeckt.
Ebene 2: Einbindung von Roboterflotten - Wie funktioniert Physical AI sicher?
Mithilfe von NVIDIA Omniverse, Cosmos und Isaac Sim simuliert die "Physical AI
Safety Suite" Roboterflotten und deren Verhalten, um vor dem Einsatz
betriebliche Einschränkungen und potenzielle Gefahren zu identifizieren,
beispielsweise dass Mitarbeiter von AMRs eingeklemmt werden könnten. Während des
Betriebs werden die Sicherheitsplattform NVIDIA Halos
(https://www.nvidia.com/en-us/ai-trust-center/halos/robotics/) und die
Edge-KI-Plattform NVIDIA IGX Thor
(https://www.nvidia.com/en-us/edge-computing/products/igx/) genutzt, um
potenziell gefährliche Situationen zu erkennen, die außerhalb des Sichtfelds
eines einzelnen Roboters liegen. KI-Agenten, die auf Basis des NVIDIA Halos
Outside-In Safety Blueprint
(https://docs.nvidia.com/halos-outside-in/latest/index.html) entwickelt wurden,
erweitern die Wahrnehmung eines Roboters, sodass dieser mithilfe von in der
Anlage installierten Kameras autonom Schlussfolgerungen ziehen und handeln kann.
Dadurch können Flottenmanagementsysteme früher reagieren, um die Sicherheit und
die betriebliche Effizienz zu verbessern.
Ebene 3: Einzelne Roboter - Was darf Physical AI tun?
Selbst Geräte, die alle geltenden Produktvorschriften erfüllen, müssen unter den
für den jeweiligen Einsatzort vorgesehenen Betriebsbedingungen getestet werden,
wie beispielsweise Belastung, Geschwindigkeit, Bodenbeschaffenheit und
Beleuchtung. Mithilfe von NVIDIA Isaac Sim
(https://developer.nvidia.com/isaac/sim) und Cosmos erstellt und testet die
Physical AI Safety Suite eine Vielzahl von für die Zertifizierung relevanten
Szenarien, die bei Tests unter realen Bedingungen praktisch niemals abgedeckt
werden könnten. Dadurch können Engineering-Teams beispielsweise die beste
Platzierung für Sicherheitssensoren ermitteln, lange bevor ein physischer
Prototyp existiert.
Physische KI beschreibt eine Kombination von Technologien, darunter digitale
Zwillinge, Simulationen, Sensoren, Roboter und KI-Modelle, die es Robotern und
Maschinen ermöglicht, unter sich verändernden Bedingungen kontinuierlich
wahrzunehmen, zu entscheiden, zu handeln und sich zu verbessern und auf diese
Weise in realen Umgebungen autonomer zu arbeiten. Accenture hat kürzlich ein
Center of Excellence gegründet, das physische KI-Lösungen für Lagerhäuser und
Produktionsstätten entwickelt, aufbaut, skaliert und einsetzt.
* Accenture, NVIDIA und TÜV SÜD demonstrieren die Physical AI Safety Suite auf
der NVIDIA GTC Berlin auf dem Stand von Accenture (#3056) und in einem
gemeinsamen Vortrag von Patrick Vollmer (TÜV SÜD) und Sarat Maitin (Accenture)
auf der Hauptbühne (Exhibit Hall Theatre) am 22. Oktober um 9:20 Uhr CEST.
Journalisten, die eine separate Demo-Präsentation und/oder Interviews
vereinbaren möchten, können sich an mailto:thomas.wittek@accenture.com , +49 152
5250 7486, wenden.
Über TÜV SÜD
Im Jahr 1866 als Dampfkesselrevisionsverein gegründet, ist TÜV SÜD heute ein
weltweit tätiges Unternehmen. Mehr als 30.000 Mitarbeitende sorgen an über 1.000
Standorten in rund 50 Ländern für die Optimierung von Technik, Systemen und
Know-how. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, technische Innovationen
wie Industrie 4.0, autonomes Fahren oder Erneuerbare Energien sicher und
zuverlässig zu machen. https://www.tuvsud.com/de-de
Über Accenture
Accenture ist ein Technologieunternehmen, das Geschäftsmodelle grundlegend neu
gestaltet. Wir verstehen uns als Transformationspartner der Wahl für unsere
Kunden, nehmen eine führende Rolle bei der sicheren und breiten Einführung von
KI ein und verfolgen den Anspruch, weltweit der Arbeitgeber mit der höchsten
Kundenorientierung und KI-Expertise zu sein. Unsere rund 814.000 Mitarbeitenden
verfügen über tiefgehende Industriekenntnis und Einblicke in alle
Unternehmensbereiche von Strategie- und Prozessgestaltung über
Operating-Modelle, Change Management und Personalwesen bis hin zu Data, AI und
Technologie. Diese Expertise bringen wir über unsere Beratung, Managed Services,
eigene Ressourcen und Plattformen sowie zunehmend über Software ein. Auf
Grundlage unserer branchenübergreifenden Erfahrung entwickeln wir Innovationen
und neue Lösungen. Wir übersetzen relevante Erkenntnisse und Kompetenzen in
marktführende Praxis, um den neuen geschäftlichen Herausforderungen und Chancen
unserer Zeit zu begegnen. Wir betreuen über 9.000 Kunden und erzielten im
Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von rund 74 Milliarden US-Dollar. Besuchen Sie
uns auf http://www.accenture.com/ .
Pressekontakt:
Alem Tedeneke
Accenture
+1 646 204 9191
mailto:alem.tedeneke@accenture.com
Dr. Thomas Wittek
Accenture
+49 152 5250 7486
mailto:thomas.wittek@accenture.com
Emma Ethell
TÜV SÜD
+49 160 9463 8601
mailto:emma.ethell@tuvsud.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/38406/6375461
OTS: TÜV SÜD
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