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Cloppenburg/Vechta (ots) - Verkehrsunfallstatistik 2025 der Polizeiinspektion
Cloppenburg/Vechta Gesamtzahl der Verkehrsunfälle zum Vorjahr wieder leicht
gesunken +++ Verkehrsunfälle mit tödlichen Unfallfolgen leicht angestiegen +++
Bekämpfung der Hauptunfallursachen auch künftig Aufgabenschwerpunkt der Polizei
Vorbemerkungen
Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta musste im Jahr 2025 in ihrem
Zuständigkeitsbereich insgesamt 7024 Verkehrsunfälle verzeichnen. Dies sind 31
weniger Unfälle als im Vorjahr (2024: 7055). Dennoch müssen wir einen leichten
Anstieg der Verkehrsunfallzahlen bei Unfällen mit tödlichen und schweren
Verletzungen verzeichnen.
Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang
Im Jahr 2025 musste die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta insgesamt 22
Verkehrsunfälle verzeichnen, bei denen 26 Verkehrsteilnehmende tödliche
Verletzungen erlitten. Im Jahr 2024 waren es noch 17 Unfälle mit 20 tödlich
verletzten Personen. Dies bedeutet einen leichten Anstieg der Unfälle mit
tödlichem Ausgang im Vergleich zum letzten Jahr. 13 dieser 22 Unfälle ereigneten
sich im Landkreis Cloppenburg, 9 Unfälle im Landkreis Vechta. Als häufigste
Unfallursache ist hier nicht angepasste Geschwindigkeit zu nennen (6), gefolgt
von Vorfahrtsverstößen (4) sowie einem missglückten Überholvorgang (1). Bei den
weiteren Unfällen war eine genaue Ermittlung der Unfallursache nicht möglich.
"Hervorzuheben" ist hier der tragische Verkehrsunfall vom 08. Januar 2025 auf
der B 401, bei welchem fünf Personen tödlich verletzt worden waren.
Verkehrsunfälle mit leicht und schwer verletzten Personen
Bei 187 Verkehrsunfällen wurden 210 Menschen schwer verletzt. Hier ist ein
leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen (2024: 160 Unfälle mit 201
Schwerverletzten). Bei diesen Verkehrsunfällen ist auch in diesem Jahr nicht
angepasste Geschwindigkeit eine der häufigsten Unfallursachen. Bei den
Verkehrsunfällen mit leicht verletzten Personen konnte ebenfalls ein Anstieg
verzeichnet werden. 2025 wurden demnach 1073 Verkehrsunfälle registriert, bei
denen 1434 Personen leicht verletzt wurden. Als eine der häufigsten
Unfallursachen ist hier die Nichtbeachtung der Vorfahrtsregeln zu nennen. Der
Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, Polizeidirektor Walter
Sieveke, führt dazu an: "Wir betrachten die Zahlen der Verkehrsunfälle mit
schweren und tödlichen Unfallfolgen mit Besorgnis. Jeder Verletzte ist ein
Verletzter zu viel. Daher wird es unser Ziel bleiben, die Zahlen der
Verkehrstoten und Verletzten im Straßenverkehr zu senken."
Verkehrsunfallursachen
Nicht angepasste Geschwindigkeit zählt insbesondere bei Verkehrsunfällen mit
schweren Folgen zu einer der häufigsten Unfallursachen. So konnte bei 29 von 77
Verkehrsunfällen, bei denen die Unfallursache aufgeklärt werden konnte, nicht
angepasste Geschwindigkeit als Unfallursache festgestellt werden. Als weitere
Unfallursachen sind eine Beeinflussung durch berauschende Mittel (20) sowie
Vorfahrtsmissachtung (14) zu nennen. Bei Verkehrsunfällen, die leichte
Verletzungen bei den Unfallbeteiligten nach sich zogen, wurde weiterhin als
häufigste Unfallursache Vorfahrtsmissachtung (81) ermittelt, gefolgt von nicht
angepasster Geschwindigkeit (76). Die Unfallursache Beeinflussung durch
berauschende Mittel (69) spielt auch hier eine Rolle. "Je höher die
Geschwindigkeit, desto schwerwiegender die Verletzungen. Um dem
entgegenzuwirken, sind weiterhin Geschwindigkeitskontrollen an den
Unfallschwerpunkten unerlässlich", verdeutlicht Polizeidirektor Walter Sieveke.
Risikogruppe junge Fahrende
Die Altersgruppe der jungen Erwachsenen stellt nach wie vor eine Risikogruppe
mit hohem Anteil an Verkehrsunfällen mit Verletzten dar. So konnten in der
Gruppe der 18- bis 24-Jährigen insgesamt 169 Verkehrsunfälle mit verletzten
Personen verzeichnet werden. In der nächsten Altersgruppe, den 25- bis
34-Jährigen, wurden 151 Verkehrsunfälle gezählt. In den darauffolgenden
Altersgruppen ist die Beteiligung an Verkehrsunfällen weiter rückläufig. Somit
stellen weiterhin die 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmenden die größte
Risikogruppe dar. Dies ist in dieser Gruppe häufig auf nicht angepasste
Geschwindigkeit in Verbindung mit geringer Fahrpraxis sowie Fehleinschätzungen
von Verkehrssituationen zurückzuführen. Aber auch der Konsum von Alkohol oder
Drogen und die damit verbundene höhere Risikobereitschaft im Straßenverkehr
spielen hierbei eine Rolle. "Präventiv werden wir weiterhin an Fahranfängerinnen
und Fahranfänger sowie junge Verkehrsteilnehmende herantreten und sie darauf
sensibilisieren, dass die Gefahr schwerer Verletzungen bei hohen
Geschwindigkeiten stark zunimmt. Die Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen der
letzten Jahre greifen. Zusätzlich finden intensive polizeiinterne Fortbildungen
statt, um eine mögliche Beeinflussung noch schneller zu erkennen", hob
Polizeidirektor Walter Sieveke hervor. "Zusätzlich dazu gibt es seit einigen
Monaten ein Präventionsprojekt unserer Verkehrsicherheitsberaterinnen in
Zusammenarbeit mit verschiedensten anderen Stellen. Hundertdreizehn - so viele
Menschen sind im Schnitt an der Abarbeitung eines Verkehrsunfalles mit tödlichem
oder schwerem Ausgang beteiligt. Unsere Verkehrssicherheitsberaterinnen Marina
Koopmann und Anne Alfers berichten in einem eindrucksvollen Bühnenstück,
gemeinsam mit dem Rettungsdienst, der Feuerwehr, Angehörigen, einem Bestatter,
einem Anwalt und Mitarbeitenden des Schutzengelprojektes beider Landkreise, mit
emotionalen Erfahrungsberichten und Videobotschaften von ihren Erlebnissen"
erläutert Sieveke weiter.
Risikogruppe Rad-/Pedelec-Fahrende
Aufgrund geringerer Schutzeinrichtungen bei Rad- und Pedelec-Fahrenden im
Vergleich zu Pkw-Fahrenden stellt diese Gruppe ebenfalls eine Risikogruppe dar.
Gerade Rad- und Pedelec-Fahrende erleiden bei Verkehrsunfällen häufiger
Verletzungen. Gleichzeitig erfreuen sich im Rahmen der Mobilitätswende Fahrrad
und Pedelec zunehmender Beliebtheit. Dies zeigt sich auch in der Entwicklung der
Unfallzahlen. So wurden 2025 insgesamt 579 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von
Rad-/Pedelec-Fahrenden (2024: 589) registriert. Hierbei wurden 5
Rad-/Pedelec-Fahrende getötet, 55 erlitten schwere Verletzungen und 375 wurden
leicht verletzt.
Unfallursache berauschende Mittel
Fahren unter Beeinflussung berauschender Mittel zählt weiterhin zu den
gefährlichsten Unfallursachen im Straßenverkehr. So wurden 2025 insgesamt 154
Verkehrsunfälle registriert, bei denen Alkoholeinfluss als Unfallursache
festgestellt wurde. Hierbei kam es auch zu Personenschäden. Insgesamt wurden 73
Personen verletzt, davon 14 schwer und 59 leicht. Die Anzahl der
Verkehrsunfälle, die unter dem Einfluss von Drogen bzw. berauschenden Mitteln
verursacht wurden, hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt (2024: 10 /
2025: 24).
Verkehrsunfallflucht
Wenn man im Straßenverkehr einen anderen schädigt und sich vom Unfallort
entfernt, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern, stellt dies eine
Straftat nach § 142 StGB (Verkehrsunfallflucht) dar. Noch immer werden bei
nahezu jedem fünften Verkehrsunfall von einem der Beteiligten keine Angaben zu
seiner Beteiligung gemacht. Im Jahr 2025 war dies bei 1314 Verkehrsunfällen der
Fall. Die Polizei konnte in 39,3 % der Fälle den Unfallbeteiligten ermitteln.
Das Ergebnis bewegt sich somit auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den
vergangenen Jahren.
Verkehrsbeteiligung E-Scooter
Im Jahr 2025 gab es im Einsatzgebiet der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta 99
Verkehrsunfälle unter Beteiligung eines E-Scooters. Die Anzahl der Unfälle ist
in den vergangenen Jahren stetig angestiegen (2023:29 / 2024:41). Bei 7
Verkehrsunfällen im Jahr 2025 kam es zu schweren Personenschäden, bei 64
Unfällen zu leichten.
Wildunfälle
2025 ereigneten sich 1643 Wildunfälle im Bereich der PI Cloppenburg/Vechta. Dies
entspricht einem Anteil von 23 % am Gesamtunfallgeschehen. Bei lediglich einem
Unfall kam es zu einem schweren Personenschaden, der wiederum auf einen
Ausweichvorgang zurückgeführt werden konnte. Bei 12 Unfällen erlitten Personen
leichte Verletzungen.
Baumunfälle
Die Anzahl der Baumunfälle ist gegenüber dem Vorjahr von 137 auf 181
angestiegen. Bei knapp 60 % der Baumunfälle (108) kam es zu Personenschäden.
Dabei wurden 5 Personen getötet, 28 schwer und 75 leicht verletzt.
Verkehrssicherheitsarbeit für das Jahr 2026 Die Verkehrssicherheitsarbeit der
Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta orientiert sich im Jahr 2026 insbesondere
an folgenden Schwerpunkten:
- Geschwindigkeit - Fahrtüchtigkeit (Alkohol und Drogen) -
Radverkehr - risikobehaftetes Verhalten im Straßenverkehr
Zusätzlich wurde im Bereich der Polizeiinspektion die Missachtung der Vorfahrt
als weiterer Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit festgelegt. Neben
repressiven Maßnahmen wie Verkehrskontrollen setzt die Polizei weiterhin auf
präventive Maßnahmen sowie begleitende Öffentlichkeitsarbeit, um die
Verkehrssicherheit nachhaltig zu erhöhen.
Fazit
"Auch wenn die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle leicht gesunken ist, zeigen die
steigenden Zahlen bei schweren und tödlichen Unfällen deutlich, dass weiterhin
großer Handlungsbedarf besteht. Besonders überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und
Drogen sowie Vorfahrtsverstöße bleiben zentrale Risiken im Straßenverkehr, denen
wir mit konsequenten Kontrollen und intensiver Präventionsarbeit begegnen
müssen", führt Walter Sieveke an. Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta wird
daher auch künftig intensive Verkehrskontrollen, Präventionsarbeit und
Aufklärungskampagnen durchführen, um insbesondere die Hauptunfallursachen zu
bekämpfen und die Sicherheit im Straßenverkehr weiter zu erhöhen.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
Pressestelle
POK Christoph Schomaker
Telefon: 04471/1860-104
E-Mail: pressestelle@pi-clp.polizei.niedersachsen.de
https://www.pd-ol.polizei-nds.de/dienststellen/polizeiinspektion_clop
penburg_vechta/herzlich-willkommen-bei-der-polizeiinspektion-cloppenb
urgvechta-33.html
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/70090/6254768
OTS: Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
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