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Kelkheim (ots) - Das christliche Hilfswerk Open Doors hat heute den
Weltverfolgungsindex 2026 veröffentlicht. Die Rangliste zeigt die 50 Länder, in
denen Christen weltweit am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Die
neue Erhebung macht deutlich: Die Verfolgung von Christen erreicht weltweit
einen neuen Höchststand. Insgesamt sind rund 388 Millionen Christen einem hohen
bis extremen Maß an Verfolgung ausgesetzt.
Nordkorea führt die Liste an: Christen als Staatsfeinde Nummer eins
Nordkorea (Platz 1) führt den Weltverfolgungsindex erneut an. Christen gelten
dort als Staatsfeinde Nummer eins. Zehntausende befinden sich in Arbeitslagern,
wo ihnen systematische Folter und Hinrichtungen drohen. Der christliche Glaube
wird als Gefahr für das Regime betrachtet und brutal unterdrückt.
Syrien: Stärkste Verschlechterung weltweit
Syrien (Platz 6) verzeichnet die stärkste Verschlechterung aller Länder im
Weltverfolgungsindex. Das Land rückt von Platz 18 auf Platz 6 vor - einer der
größten Positionssprünge in der Geschichte des Index. Ausschlaggebend ist der
massive Anstieg der Gewalt gegen Christen.
Nach dem politischen Umbruch im Dezember 2024 erfüllten sich Hoffnungen auf mehr
Sicherheit nicht. Mindestens 27 Christen wurden im Berichtszeitraum wegen ihres
Glaubens getötet. Christen berichten von Einschüchterung im Alltag,
Lautsprecherwagen rufen sie öffentlich zur Konversion auf, an Kirchen geklebte
Zettel verlangen die Zahlung einer Kopfsteuer. Viele Gläubige ziehen sich aus
der Öffentlichkeit zurück.
Heute leben nur noch rund 300.000 Christen in Syrien. Hunderttausende haben das
Land in den vergangenen Jahren verlassen. Eine ähnliche Entwicklung ist im Irak
zu beobachten - der Nahe Osten blutet durch anhaltende Christenverfolgung
zunehmend aus.
Subsahara-Afrika: Gewalt, Machtvakuum und Flucht
Ein besonders dramatischer Schwerpunkt der Christenverfolgung liegt in
Subsahara-Afrika. 14 Länder dieser Region stehen auf dem Weltverfolgungsindex
2026. Schwache staatliche Strukturen schaffen ein Machtvakuum, das islamistische
Gruppen ausnutzen.
Christen werden gezielt bedroht, aus ihren Dörfern vertrieben oder ermordet.
Allein im Sudan (Platz 4) sind infolge des Bürgerkriegs rund 9,6 Millionen
Menschen auf der Flucht. Nigeria (Platz 7) bleibt das tödlichste Land für
Christen weltweit: 3.490 der 4.849 weltweit dokumentierten Opfer
christenfeindlicher Gewalt kamen in Nigeria ums Leben.
Christliches Leben unter Druck: Isolation und staatliche Kontrolle
Der Weltverfolgungsindex zeigt jedoch auch, dass Verfolgung nicht nur durch
offene Gewalt geschieht. In Algerien (Platz 20) werden nach der Schließung aller
protestantischen Kirchen Gemeinden weiter überwacht und christliche Aktivitäten
unterbunden. Mehr als drei Viertel der Christen haben den Kontakt zu einer
Gemeinde verloren.
Auch in China (Platz 17) verschärfte der Staat den Druck weiter. Neue
Vorschriften vom September 2025 regulieren jegliche online Aktivitäten von
Geistlichen: die Durchführung von Online-Gottesdiensten, Spendensammlungen und
christliche Jugendarbeit außerhalb staatlicher Kontrolle sind ihnen damit
verboten. Viele Gemeinden treffen sich nur noch in kleinen Gruppen im
Untergrund.
Wird dieser Hilferuf gehört?
"Hinter jeder Zahl des Weltverfolgungsindex stehen Menschen, die wegen ihres
Glaubens leiden", betont Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors
Deutschland. "Diese Rangliste ist ein Hilferuf. Die entscheidende Frage ist:
Hören Kirchen, Zivilgesellschaft und Politik wirklich hin - und handeln sie?
Handeln bedeutet, jetzt konkret helfen, Fürsprache leisten und Schutz
einfordern; besonders für Christen in Subsahara-Afrika, für die wir eine
weltweite Hilfskampagne gestartet haben. Für die Betroffenen wäre das ein
starkes Zeichen der Hoffnung", so Rode weiter.
Der Weltverfolgungsindex basiert wesentlich auf Informationen aus christlichen
Netzwerken, mit denen Open Doors seit Jahrzehnten zusammenarbeitet.
Die ersten 10 des Weltverfolgungsindex 2026
1. Nordkorea · 2. Somalia · 3. Jemen · 4. Sudan · 5. Eritrea · 6. Syrien · 7.
Nigeria · 8. Pakistan · 9. Libyen · 10. Iran
Über Open Doors / Hintergründe des Weltverfolgungsindex
Open Doors setzt sich seit der Gründung 1955 mittlerweile in über 70 Ländern
durch Hilfsprojekte für verfolgte Christen ein und untersucht jedes Jahr das
Ausmaß an Gewalt, staatlicher Unterdrückung sowie gesellschaftlicher und
behördlicher Feindseligkeit gegenüber Christen in rund 100 Ländern. Die Daten
dafür liefern betroffene kirchliche Netzwerke, regionale Menschenrechtsanwälte,
Analysten sowie Experten von Open Doors International. Die Einhaltung der
Methodik des Weltverfolgungsindex wird durch das Internationale Institut für
Religionsfreiheit geprüft und zertifiziert. Alle Informationen zum
Weltverfolgungsindex 2026 finden Sie unter
http://www.opendoors.de/weltverfolgungsindex .
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