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Kiel/Bonn (ots) - Die Politikwissenschaftlerin und frühere Chefstrategin der
NATO, Stefanie Babst, fordert eine gemeinsame Handlungslinie der Europäer
gegenüber Donald Trump mit Blick auf seine Grönland-Ambitionen. Bei phoenix
sagte Babst: "Für mich steht die Frage im Raum, wie eine europäisch intern gut
abgestimmte und vor allen Dingen wirkungsorientierte Außenpolitik aussehen
könnte." Sie würde sich wünschen, "weniger Einzelstatements zu hören, weniger
Reisen zu sehen nach Washington oder auch nach Indien, sondern ich würde mir
wünschen, dass man die fähigen und interessierten Europäer mal in einen Raum
bittet, damit sie anfangen zu denken." Zu diesem Denkprozess gehöre, "sich
grundsätzlich abzustimmen und grundsätzliche Handlungsoptionen zu erörtern, zu
erwägen, wie man sich gegenüber einer Trump-Administration, die großen Appetit
auf Grönland hat, aber darüber hinaus ja auch noch andere große Problematiken
zeigt, eigentlich aufstellen kann." Diesen Prozess, so Babst, vermisse sie. "Ich
habe nicht den Eindruck, dass er in der EU stattfindet, oder dass er in der NATO
stattfindet", sagte die Sicherheitsexpertin. Ideen, wie eine NATO-Mission in der
Arktis oder ähnliches, könne man diskutieren, dies müsse aber hinter
verschlossenen Türen stattfinden, "und dann sollten sich die Europäer wirklich
auf eine gemeinsame Handlungslinie einigen", so Babst.
Trump gehe es bei seinen Ambitionen bezüglich Grönland, mitnichten darum, die
Sicherheit in der Arktis zu verbessern, ihm gehe es darum, "einen territorialen
Teil eines NATO-Partners in seiner politischen Souveränität und territorialen
Integrität wirklich massiv einzuschüchtern, unter Druck zu setzen und ein Stück
weit wie ein Kind zu sagen: Das will ich hier haben und das bekomme ich dann
auch", sagte Stefanie Babst. "Und die Antwort Europas kann doch dann nicht
lauten: Wir gucken mal, ob wir ihm in irgendeiner Form entgegenkommen können.
Eigentlich müsste unsere Antwort lauten: Du, lieber Herr Trump, darfst dich für
derartige Entgleisungen entschuldigen und vielleicht können wir dann wieder mal
ernsthaft über wichtige Themen reden", ergänzte sie im phoenix-Gespräch.
Das komplette Interview sehen Sie hier:
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