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Berlin/Aden (ots) -
- 2025 außerdem 50 Prozent mehr Todesopfer unter Kindern als 2024
- Anstieg vor allem auf Luftangriffe zurückzuführen - Eskalation im Süden
verschärft Lage weiter
- Save the Children hilft Kindern durch spezialisierte Betreuung und Aufklärung
Mehr als zehn Jahre nach Ausbruch des Bürgerkrieges im Jemen wird die Lage für
Kinder erneut gefährlicher. So wurden 2025 rund 70 Prozent mehr Kinder getötet
oder verletzt als noch im Vorjahr. Die Zahl der Todesfälle unter Kindern stieg
im Vergleich zum Jahr 2024 um 50 Prozent an.
"An jedem einzelnen Tag starb 2025 ein Kind im Jemen durch Waffengewalt oder
wurde schwer verletzt - oft durch Bomben, Landminen oder andere Explosivwaffen.
Die Folgen sind verheerend: Amputationen, Verbrennungen oder der Verlust von
Augenlicht oder Gehör", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the
Children Deutschland. "Wenn Kinder Gliedmaßen verlieren, brauchen sie
Rehabilitation und regelmäßig neue Prothesen. Doch all das - medizinische
Betreuung, Reha und auch die nötige psychologische Unterstützung - ist im Jemen
völlig unterfinanziert oder schlicht nicht vorhanden, sodass die meisten Kinder
keine angemessene Versorgung erhalten."
Laut Daten des Civilian Impact Monitoring Project
(https://civilianimpactmonitoring.org/) wurden im Jahr 2025 mindestens 103
Kinder im Jemen getötet und 246 verletzt - ein deutlicher Anstieg gegenüber
2024, als 44 Todesfälle und 161 verletzten Minderjährige registriert wurden. Zu
den Hauptursachen gehören Luftangriffe, bei denen mindestens 155 Kinder getötet
oder verletzt wurden. Einer der verheerendsten Monate war der September: Am 25.
September wurden bei einem Angriff des israelischen Militärs auf Häuser nahe
einer Schule neben weiteren Zivilist*innen auch 67 Kinder getötet oder verletzt
- die höchste Opferzahl des Jahres bei einem einzelnen Vorfall.
Verletzungen durch Explosivwaffen sind die mit Abstand häufigste Todesursache
für Kinder in Konflikten (https://www.savethechildren.de/fileadmin/user_upload/D
ownloads_Dokumente/Pressemitteilungen/2025/2025-11-20-pm-bericht-explosivwaffen-
sind-haeufigste-todesursache-von-kindern-in-kriegen.pdf) . Überleben Kinder
einen Angriff, sind die Folgen für sie meist gravierender als für Erwachsene,
weil ihre Körper kleiner, fragiler und noch im Wachstum sind. So ist die
Wahrscheinlichkeit, an den Folgen einer solchen Verletzung zu sterben, bei
Kindern siebenmal höher.
Die 13-jährige Nadin* nahm im vergangenen Mai an einer Hochzeit teil, als
Artilleriegeschosse das Haus der Feiernden trafen. Sie erlitt schwere
Verletzungen, ein Bein musste amputiert werden. Drei weitere Kinder kamen mit
ihr ins Krankenhaus; ein neun Monate alter Junge verlor seine Hand. Nadin hofft
nun, eine Prothese zu bekommen, damit sie endlich wieder zur Schule gehen kann.
Save the Children übernahm die Kosten für ihre Operation und unterstützt das
Mädchen durch psychologische Betreuung.
Die Eskalation der Gewalt im Süden des Jemen erhöht aktuell erneut die Gefahr
für Kinder, bei Angriffen getötet oder verletzt zu werden. "Wir fordern die
Konfliktparteien auf, diese Krise zu deeskalieren, den Einsatz explosiver Waffen
einzustellen und das humanitäre Völkerrecht einzuhalten, um weiteren Schaden für
Zivilist*innen zu verhindern", mahnt Florian Westphal. "Gleichzeitig müssen
Geber dringend mehr Mittel für den Jemen bereitstellen, damit Menschen -
insbesondere Kinder - angemessen versorgt und über die Gefahren durch Minen und
andere Explosivwaffen aufgeklärt werden können. Diese wichtige Arbeit musste
durch die internationalen Hilfskürzungen leider stark zurückgefahren werden."
Der Humanitarian Needs and Response Plan (https://www.unocha.org/yemen) der UN
für den Jemen für das Jahr 2025 war Ende Dezember nur zu knapp 28 Prozent
finanziert. Von den umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro, die benötigt werden,
fehlen noch1,6 Milliarden Euro. Besonders stark betroffen sind Gesundheits- und
Schutzdienste.
Save the Children ist seit 1963 im Jemen tätig. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist
der Kinderschutz, unter anderem mit spezialisierter Hilfe für Kinder, die durch
Landminen, Blindgänger oder andere Explosivwaffen verletzt wurden.
Hinweis für die Redaktion:
Einen aktuellen Bericht von Save the Children zu den Folgen von Explosivwaffen
für Kinder ("Children and Blast Injuries") finden Sie hier (https://resourcecent
re.savethechildren.net/pdf/Children-and-Blast-Injuries-online-version-v3.pdf) .
Zusatzmaterial zum Download:
Fotos und Zitate von Nadin und ihrer Familie sowie Hintergrundinformationen
können Sie hier herunterladen:
https://www.contenthubsavethechildren.org/Package/2O4C2SN6B8EJ
Unter © Save the Children ist das Material honorarfrei auch zur Weitergabe an
Dritte nutzbar.
* Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 120 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle - Silke Zorn
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 232
Mail: mailto:silke.zorn@savethechildren.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/106106/6197015
OTS: Save the Children Deutschland e.V.
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